Von steuerfrei bis steuerbegünstigt

Private Rentenversicherung Von steuerfrei bis steuerbegünstigt

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
09.04.2018
Auf einen Blick
  • Suchen Sie sich grundsätzlich nur das Altersvorsorgeprodukt aus, das zu Ihnen passt und das Sie dauerhaft finanzieren können.

  • Berücksichtigen Sie bei der Planung Ihrer Altersvorsorge immer auch die Art der Besteuerung in den jeweiligen Vertragsphasen mit.
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Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der sinkenden Rententendenz ist Altersvorsorge als Ergänzung der gesetzlichen Rente wichtiger denn je. Doch bei der Vorsorge für den Ruhestand gibt es unterschiedliche Faktoren zu beachten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei: Informieren Sie sich bei der Wahl eines Altersvorsorgeprodukts vorab nicht nur über die möglichen Renditechancen sondern auch über die steuerlichen Aspekte und die Flexibilität bei der späteren Auszahlung.

So spendiert zum Beispiel der Staat bei einem privaten Rentenversicherungsvertrag keine direkten Fördergelder wie beispielsweise bei der Riester-Rente- oder der Rürup-Rente. Dafür profitieren Sie hier aber in allen Vertragsphasen von anderen lukrativen Steuervorteilen.

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Steueraspekte bei der privaten Rentenversicherung

Zu unterscheiden sind bei der privaten Rentenversicherung jeweils zwei Vertragsphasen, die Ansparphase und die Auszahlungsphase.

1. Ansparphase

"In der Ansparphase bleiben alle Erträge, etwa Zinsen oder Dividenden, komplett steuerfrei", sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. Ein möglicher positiver Zinseszinseffekt während der Laufzeit kommt Ihnen ungeschmälert zu Gute.

2. Auszahlungsphase

Hier haben Sie bei Vertragsende in der Regel die Wahl zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung oder einer lebenslangen Rente. So können Sie zeitnah – je nach Ihrer individuellen Lebenssituation – entscheiden, ob Sie den Gesamtbetrag wählen oder lieber einen regelmäßigen Geldzufluss möchten.

Entscheiden Sie sich für die einmalige Kapitalauszahlung, so ist bei einer privaten Rentenversicherung der erzielte Gewinn nur zur Hälfte steuerpflichtig. Voraussetzung für Verträge nach 2005: "Der Vertrag ist wenigstens zwölf Jahre lang gelaufen und Sie sind mindestens 62 Jahre alt", sagt Steuerprofi Wacher. Als Gewinn gilt die Differenz zwischen der Summe aller eingezahlten Beiträge und der späteren Kapitalauszahlung.

Entscheiden Sie sich für die Rentenzahlung, so winkt sogar lebenslang ein Steuerbonus. Das Finanzamt greift hier nur auf den sogenannten Ertragsanteil zu. Dieser Ertragsanteil ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt.

Ein Steuerbeispiel: Sie sind bei Vertragsende 67 Jahre alt. Laut Ertragsanteils-Tabelle (§ 22 EstG) beträgt der Ertragsanteil für Ihre Rente 17 Prozent. Das heißt, nur diese 17 Prozent der Rente gelten als Einkunft und wären für die Steuererklärung relevant. Bekommen Sie pro Monat 500 Euro Zusatzrente, brauchen Sie davon also nur 85 Euro (17 Prozent) zu versteuern. Unterstellt man einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen tatsächlich für Sie nur 21,25 Euro Steuern an. Da es aber für Rentner noch Freibeträge gibt, geht der Fiskus meist komplett leer aus.

Lesen Sie auch: Richtige Auszahlungsform verhindert Rentenkürzungen

Biallo-Tipp: Wenn Sie eine private Rentenversicherung abschließen, sollten Sie diese auch bis zum Vertragsende durchhalten können. Wählen Sie Beitragshöhen, die Sie sich auch leisten können. Zwar können auch private Rentenversicherungen vorübergehend beitragsfrei gestellt werden, eine wirklich sinnvolle Lösung ist das aber jedoch nicht.

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Erst vergleichen – dann unterschreiben

Wenn Sie sich für eine private Rentenversicherung entscheiden, wählen Sie sorgfältig und in Ruhe aus. Oft sind Sie in der Regel ja über Jahrzehnte an die Versicherungsgesellschaft gebunden. Schließen Sie beispielsweise als 30-Jähriger einen Vertrag ab und werden 85 Jahre alt, so bedeutet dies: 37 Jahre Beitragszahlungen, 18 Jahre Rentenbezug.

In kaum einem anderen Lebensbereich gibt es derart lange Bindungen an ein Unternehmen. Versicherungsexperten wie Michael Franke vom Analysehaus Franke und Bornberg raten daher auf folgende Punkte zu achten: Auf die Sicherheit des Unternehmens, die Rendite, die Transparenz der Kostenstrukturen sowie auf die Flexibilität des Produktes.

Eine fondsbasierte Rentenversicherung – das sind Fondssparpläne im Mantel einer Versicherung – ist vorrangig für Jüngere geeignet. Durch einen entsprechend langen Anlagehorizont lassen sich so auch einmal Marktschwankungen sicherer aussitzen. Wenn Sie erst im Alter mit kurzer Laufzeit in Fondsinvestments einsteigen, brauchen Sie gute Nerven und die Hoffnung, dass nicht gerade bei Vertragsende die Kurse im Keller sind.

Biallo-Tipp: Gegen einen Schutz vor Totalverlust bieten Versicherer auch fondsgebundene Rentenversicherungen mit bis zu 100 Prozent Kapital- bzw. Beitragsgarantien an. Solche Tarife haben aktuell etwa Canada Life, Axa oder die Nürnberger in ihrer Produktpalette.

Bevorzugen Sie eher die klassische Rentenversicherung, dann sollten Sie sich speziell über die Angebote der Europa, Huk 24, Hannoversche oder Allianz informieren.

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Fritz Himmel
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de