Was sind indexbasierte Rentenversicherungen?

Serie: Private Rentenversicherung Was sind indexbasierte Rentenversicherungen?

Oliver Mest
von Oliver Mest
30.05.2016
Auf einen Blick

Indexbasierte private Rentenversicherungen bilden die Wertentwicklung großer Aktienindizes nach. Serie Teil 3: Vor- und Nachteile dieses Modells.

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Indexbasierte Rentenversicherungen bauen auf der Wertentwicklung eines der großen Aktienindizes auf: Seine Wertentwicklung wird zum Teil an Sie weitergegeben. Sie haben dabei jedes Jahr aufs Neue die Wahl, ob Sie sich für eine garantierte Verzinsung entscheiden oder an der Wertentwicklung des entsprechenden Indexes teilhaben möchten.

Eine garantierte Verzinsung erhalten Sie nicht, die meisten Anbieter sagen lediglich zu, dass zum Vertragsende die von Ihnen eingezahlten Beiträge auf jeden Fall zur Verfügung stehen.

Wie funktionieren die indexbasierten Rentenversicherungen?

Die indexgebundenen Rentenversicherungen basieren auf der Idee, Sie an der Wertentwicklung eines Aktienindexes zu beteiligen, ohne dabei das Verlustrisiko tragen zu müssen. Basis sind bekannte Indizes wie der EUROSTOXX 50 oder der DAX. Bei der Teilhabe an der Indexentwicklung gibt es eine monatliche Rendite-Obergrenze, den sogenannten Cap: Monats-Gewinne des Indexes werden je nach Anbieter bis zu einer Höhe von vier bis fünf Prozent an Sie weitergegeben. Monate mit Verlusten werden gegengerechnet, aufs Jahr gesehen darf es aber keinen Gesamtverlust geben.

Beispiel: Ihre indexbasierte Rentenversicherung partizipiert am DAX und hat eine Renditeobergrenze von 4,2 Prozent:
 

MonatDax-EntwicklungRendite
Januar+ 1,4 %+ 1,4 %
Februar+ 9,3 %+ 4,2 %
März- 4,1 %- 4,1 %
April+ 2,3 %+ 2,3 %
Mai+ 0,4 %+ 0,4 %
Juni- 1,1 %- 1,1 %
Juli+ 1,9 %+ 1,9 %
August+ 0,1 %+ 0,1 %
September+ 11 %+ 4,2 %
Oktober+ 7,5 %+ 4,2 %
November- 1,8 %- 1,8 %
Dezember+ 1,4 %+ 1,4 %
Gesamtrendite
+ 21,3 %+ 13,1 %

 

Welche Chancen bieten die indexbasierten Rentenversicherungen?

Die indexbasierten Rentenversicherungen versprechen in aller Regel Kapitalerhalt: Am Ende der Vertragslaufzeit wird mindestens Ihr eingezahltes Kapital zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden einmal erreichte Gewinne gesichert. Wenn Ihnen das zu wenig Sicherheit ist, können Sie eine garantierte Verzinsung wählen: Sie erhalten dann im entsprechenden Jahr die zugesagte Verzinsung – unabhängig von der Indexentwicklung. Um die richtige Balance zwischen Risiko und Sicherheit zu finden, können Sie beide Elemente auch kombinieren: Sie wählen dann zum Beispiel, dass 75 Prozent Ihres Kapitals dem Index folgen, während die restlichen 25 Prozent fest verzinst werden.

Was müssen Sie beachten?

Die indexbasierten Rentenversicherungen gelten nicht gerade als kostengünstig. Bei einer Beratung ist es immens wichtig, die Höhe der von Ihnen zu zahlenden Kosten genau ermitteln zu lassen. Denken Sie bei der Planung Ihrer Altersvorsorge auch daran, dass es in Jahren mit einer schlechten Börsenentwicklung zu Nullrenditen kommen kann – das Kapital für Ihre Altersvorsorge wächst dann nicht weiter. Befürchten Sie solche Jahre, steigen Sie am besten auf die garantierte Verzinsung um.

Was ist bei der indexbasierten Rentenversicherung steuerlich zu beachten?

Bei den indexbasierten Rentenversicherungen lohnt sich vor allem der Blick auf die steuerliche Bewertung im Vergleich zu den sogenannten ETF (Exchange Trades Funds), die Sie wie bei einem Fonds an der Wertentwicklung von Indizes teilhaben lassen. Die Erträge aus den ETFs werden jährlich mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belegt. Die Erträge aus indexbasierten Rentenversicherungen dagegen werden erst bei Laufzeitende besteuert – und zwar zu 50 Prozent auf Basis des individuellen Steuersatzes. Wer die Auszahlung bis nach Rentenbeginn und Ausscheiden aus dem Erwerbsleben schieben kann, wird so meist deutlich weniger zahlen, weil der Steuersatz im Rentenalter geringer ist.

Was dürfen Sie nicht tun?

Indexbasierte Rentenversicherungen ermöglichen Ihnen, bei Kapitalsicherheit von einer positiven Entwicklung der Aktienmärkte zu profitieren – aber: Sie sind nicht auf die kurzfristige Geldanlage ausgerichtet, die Garantien gelten zum Ende der Laufzeit, nicht bei einem Ausstieg „mittendrin“. Eine indexbasierte Rentenversicherung sollte daher langfristig ausgerichtet sein.

Für wen ist die indexbasierte private Rentenversicherung geeignet?

Die indexbasierte Rentenversicherung ist eine gute Wahl, wenn Sie …

  • renditeorientiert für das Alter vorsorgen möchten.
  • Ihr eingesetztes Kapital und zwischenzeitlich erzielte Gewinne garantiert haben wollen.
  • an der Wertentwicklung von Indizes teilhaben möchten, ohne selbstständig und auf eigenes Risiko auf ETFs setzen zu müssen.

Mein Tipp: Prüfen Sie mit unserer kostenlosen Checkliste vor dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung, ob alle wichtigen Punkte geklärt sind.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
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Oliver Mest
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de