Kapitalabfindung oder Rente? Wahlrecht optimal nutzen

Private Rentenversicherung Kapitalabfindung oder Rente? Wahlrecht optimal nutzen

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
28.05.2018
Auf einen Blick
  • Kapitalauszahlung oder Verrentung – das entscheidet oft erst Ihre individuelle Lebenssituation vorm Ruhestand.

  • Achten Sie dabei auf wichtige Regularien, um steuerlich optimal zu profitieren.

  • Prüfen Sie die Klauseln beim Kapitalwahlrecht.
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Achten Sie beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung grundsätzlich auch auf größtmögliche Flexibilität in der Auszahlungsphase. Bevorzugen Sie daher besser einen Versicherungsvertrag mit integriertem Kapitalwahlrecht.

Solch ein Vertrag erlaubt Ihnen zum Ende der Vertragslaufzeit – je nach Ihrer individuellen Lebenssituation – verlustfrei zu entscheiden, ob Sie die monatliche Rentenzahlung wählen oder sich lieber Ihr Vertragsguthaben zuzüglich aller Überschussbeteiligungen in einer Summe auszahlen lassen.

Würde sich beispielsweise Ihr Gesundheitszustand auf Grund einer schweren Krankheit vor Rentenbeginn deutlich verschlechtern, wäre die Auszahlung einer großen Summe eventuell sinnvoller, um so mit dem Geld die verbleibenden Jahre noch optimal zu gestalten. Und Immobilienbesitzer hätten so die Möglichkeit, mit dem Vertragsguthaben noch laufende Hypotheken abzulösen.

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Steuervorteile bei einmaliger Kapitalauszahlung nutzen

Um bei der einmaligen Kapitalauszahlung einer privaten Rentenversicherung zusätzlich noch von einem Steuerprivileg zu profitieren, sind seit 2012 zwei Regeln zu beachten: "Der Versicherungsvertrag muss mindestens zwölf Jahre laufen und das Geld darf erst nach dem 62. Lebensjahr fließen", informiert Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

In diesem Fall gilt steuerlich das sogenannte Halbeinkünfteverfahren, das heißt, nur die Hälfte der Gewinne ist mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern. "Für abgeschlossene Verträge vor 2012 gilt dies bereits ab vollendetem 60. Lebensjahr", sagt Zunk. Dabei wirkt oft ein weiterer Vorteil, denn im Ruhestand ist meist der Steuersatz niedriger als während der aktiven Berufszeit.

Ein vereinfachtes Steuer-Beispiel: Sie haben über die gesamte Vertragslaufzeit insgesamt 70.000 Euro in die private Rentenversicherung eingezahlt, die Auszahlung beträgt 100.000 Euro. Der Gewinn liegt folglich bei 30.000 Euro, zu versteuern wären davon 50 Prozent, also 15.000 Euro. Angenommen Ihr persönlicher Steuersatz im Rentenalter läge bei 20 Prozent, so sind lediglich 3.000 Euro an Steuern fällig.

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Aber aufpassen: "Halten Sie die beiden Vertragsbedingungen nicht ein, so müssen Sie den gesamten Wertzuwachs, die ganzen 30.000 Euro in diesem Fall, mit dem Finanzamt teilen", sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. Als Erträge gelten immer jeweils die Differenz zwischen der Summe aller eingezahlten Beiträge und der späteren Kapitalauszahlung.

Biallo-Tipp: Achten Sie bei Ihrer Suche nach der richtigen privaten Rentenversicherung auch darauf, bis wann das Kapitalwahlrecht ausgeübt werden kann. Hier gibt es unterschiedliche Klauseln. Wenn Sie sich für das Kapitalwahlrecht beispielsweise bis drei Jahre vor Rentenbeginn entscheiden müssen, wären Sie unflexibler, als wenn Sie erst wenige Monate vor Rentenbeginn eine Wahl zu treffen brauchen.

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Steigende Langlebigkeit macht Entscheidung nicht leicht

Fühlen Sie sich dagegen bei Rentenbeginn fit und gesund, ist die Wahl für eine lebenslange Rentenzahlung eventuell die bessere Alternative. Die Versicherung garantiert Ihnen in diesem Fall die dauerhafte Zahlung, auch wenn Sie über 100 Jahre alt werden sollten. Sie haben dadurch eine seriöse Planungssicherheit im Alter.

Die Rendite einer Rente hängt entscheidend von ihrer Zahldauer ab, also in diesem Fall von Ihrem tatsächlich erreichten Lebensalter. Es ist somit eine Wette aufs (lange) Leben. Welches grundsätzlich die bessere Entscheidung ist – Kapitalauszahlung oder Verrentung – hängt daher im Wesentlichen von der individuellen Lebenssituation ab.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de