Altersvorsorge Die klassische private Rentenversicherung

Serie: Altersvorsorge Die klassische private Rentenversicherung

Oliver Mest
von Oliver Mest
15.06.2016
Auf einen Blick

Die Rendite klassischer privater Rentenversicherungen ist stark gesunken. Für wen sich der Klassiker dennoch lohnt und worauf Sie achten sollten.

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Die klassische Rentenversicherung bietet Ihnen für die Vertragslaufzeit einen garantierten Zins von aktuell 1,25 Prozent und erwirtschaftet darüber hinaus die Gesamtrendite aus den Überschüssen, von denen der Kunde profitiert. Immer mehr Anbieter verzichten allerdings mittlerweile auf den vollen Garantiezins und gewähren eine geringere Verzinsung oder garantieren lediglich, dass zum Rentenbeginn das eingezahlte Kapital erhältlich ist.

Wie funktioniert die klassische Rentenversicherung?

Klassische Rentenversicherungen investieren Ihre Beiträge vor allem in sicherheitsorientierte Geldanlagen wie zum Beispiel Anleihen oder Immobilien – nur ein kleiner Teil wird für eine attraktive Überschussbeteiligung renditestärker, zum Beispiel in Aktien angelegt.

Welche Chancen bieten die klassischen Rentenversicherungen?

Jahrelang haben klassische Rentenversicherungen mit attraktiven Renditen bei hoher Sicherheit geglänzt: Die Sicherheit ist geblieben, attraktive Renditen aber sind in Niedrigzinszeiten immer schwieriger zu realisieren. Lag die Gesamtverzinsung der klassischen Rentenversicherungen 2012 bei vielen Anbietern über vier Prozent, sind manche Anbieter heute bereits auf eine Rendite von unter drei Prozent abgerutscht – Tendenz eher sinkend. Attraktiver werden die Renditen, wenn die staatliche Förderung ins Spiel kommt: Mithilfe von Riester-Zulagen und Steuervorteilen sowie der Rürup-Rente lassen sich Renditen bis zu fünf Prozent realisieren.

Was müssen Sie bei der klassischen Rentenversicherung beachten?

Ein wichtiger Punkt bei der Wahl der passenden Rentenversicherung ist die Kostenquote – immer wieder geraten Rentenversicherungen in die Kritik, weil die hohen Kosten die ohnehin schmalen Renditen deutlich schmälern. Und dass die Kritik stimmt, zeigt ein Vergleich zweier Anbieter: Der beste Anbieter garantiert einem heute 30-Jährigen, der bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren 100 Euro monatlich in seine Rentenversicherung einzahlt, eine Kapitalzahlung von rund 51.000 Euro. Bei dem schlechtesten Anbieter sind es dagegen gerade einmal rund 46.000 Euro – bei identischem Garantiezins sind das 5.000 Euro, die Sie mehr erhalten.

Was Sie steuerlich beachten sollten

Eine steuerliche Förderung der klassischen Rentenversicherung gibt es im Rahmen der Riester- und der Rürup-Förderung – wird die in Anspruch genommen, müssen die Renten und Kapitalzahlungen im Alter regulär besteuert werden. Eine klassische Rentenversicherung ohne Förderung in der Ansparphase ist dagegen im Alter steuerbegünstigt: Sie müssen bei einer Kapitalauszahlung lediglich 50 Prozent der Erträge besteuern – bei einer Verrentung wird lediglich der geringe Ertragsanteil fällig: Bei einem 65-Jährigen werden so lediglich 18 Prozent der Rente überhaupt besteuert.

Was dürfen Sie nicht tun?

Kombinieren Sie die klassische Rentenversicherung nicht mit wichtigen Vorsorgebausteinen wie der Hinterbliebenenabsicherung oder einem Berufsunfähigkeitsschutz: Diese Pakete sind in vielen Fällen intransparent, teuer und nur selten ein „Vorteils-Paket“ für Sie als Kunden – und die Praxis zeigt, dass solche Verträge besonders oft gekündigt werden, weil die Beiträge insgesamt als zu hoch empfunden werden.

Für wen ist die klassische private Rentenversicherung geeignet?

Die klassische private Rentenversicherung ist eine gute Wahl, wenn Sie …

  • bei der Altersvorsorge auf volle Sicherheit setzen möchten.
  • mit einem günstigen Anbieter insgesamt eine attraktive Rendite erzielen wollen.
  • sichere Vorsorge mit staatlicher Förderung kombinieren möchten.


Mein Tipp: Prüfen Sie mit unserer kostenlosen Checkliste vor dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung, ob alle wichtigen Punkte geklärt sind.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de