Die Qual der Wahl

Serie: Private Rentenversicherung Die Qual der Wahl

Oliver Mest
von Oliver Mest
04.06.2016
Auf einen Blick
Die private Rentenversicherung ist ein wichtiger Baustein bei der Altersvorsorge. Mittlerweile erhalten Sie eine Vielzahl verschiedener Modelle.
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Die private Altersvorsorge ist sicherlich auch für Sie eines der Haupt-Finanzthemen: Niemand möchte seinen Ruhestand mit einer kargen gesetzlichen Rente fristen, sondern durch private Geldanlage die Rente der Deutschen Rentenversicherung aufbessern.

Private Rentenversicherung: Ausweg aus der Altersarmut

Eine private Rentenversicherung ist für viele deshalb immer noch ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge – aber es gibt sie gar nicht mehr, die eine private Rentenversicherung, sondern lediglich eine Vielzahl von Modellen, die um Sie und Ihren Altersvorsorgebeitrag buhlen: Rentenversicherungen mit einem Garantiezins, bei denen Sie von Anfang an wissen, wie viel Geld Sie am Ende herausbekommen. Oder Rentenversicherungen, die auf mehr Rendite setzen und Ihr Geld so anlegen, dass es sich wie einer der großen Aktienindizes entwickelt – bei gleichzeitiger Garantie, dass Verluste zum Ende der Vertragslaufzeit nicht möglich sind.

Fondsgebundene private Rentenversicherungen: Zahlreiche Modelle möglich

Und es gibt eine Vielzahl von privaten Rentenversicherungen, die unter dem Oberbegriff „fondsgebunden“ zusammengefasst werden: Zum einen die Modelle mit einer Garantie, dass Verluste zu Rentenbeginn ausgeschlossen sind, und andere Modelle, die Ihnen auch das Risiko von Verlusten ganz oder teilweise aufbürden. Dazu kommen verschiedene Mechanismen: Einige der fondsgebundenen Versicherungen setzen nur einen Teil Ihres Kapitals zum Fondskauf ein, andere riskieren um der Rendite Willen größere Anteile bis zu einem hundertprozentigen Investment. Wir zeigen Ihnen in unserer Serie zur privaten Rentenversicherung, welches Modell welche Vor- und Nachteile hat und für wen es geeignet ist.

Staatliche Förderung als Rendite-Kick

Fast jede Variante der privaten Rentenversicherung lässt sich auch mit den staatlichen Fördermaßnahmen der Riester- oder Rürup-Rente verbinden – und damit geht die Qual der Wahl weiter. Die Frage ist dann: Ist eine geförderte Rentenversicherung sinnvoll? Fakt ist, dass die Förderung durch Zulagen und Steuervorteile während der Ansparphase wie ein Rendite-Turbo wirkt. Ihr Eigenanteil sinkt, die Rendite aber bleibt konstant. Mit anderen Worten: Sie zahlen weniger ein, bekommen aber genauso viel heraus wie bei den Modellen ohne Förderung. Der Einwand von vielen: Der Staat holt sich die Förderung im Alter durch die Besteuerung der Renten wieder.

Altersbelastung meist geringer als Förderung

Das stimmt theoretisch, praktisch aber zahlen viele Rentner geringe oder sogar gar keine Steuern, weil das Einkommensniveau deutlich geringer ist als im Erwerbsleben. Unter dem Strich bleibt die Förderung also interessant. Ein anderer Einwand zielt auf die fehlende Flexibilität ab: Beide Modelle – Riester- und Rürup-Rente – sehen eine lebenslange Rentenzahlung vor, lediglich bei der Riester-Rente kann ein Teil des Kapitals von bis zu 30 Prozent zu Rentenbeginn ausgezahlt werden. Deshalb gilt auch: Wer Flexibilität sucht, der ist mit einer privaten Rentenversicherung ohne jede Förderung und Einschränkung besser bedient. Die gezahlten Beiträge werden dann nicht vom Staat subventioniert, dafür wird die Auszahlung aber steuerlich begünstigt: Bei einer Auszahlung des Kapitals werden die Erträge nur zu 50 Prozent mit dem individuellen Steuersatz belegt – und der ist nach dem Erwerbsleben ohnehin gering, siehe oben. Und wenn Sie sich für eine Rentenzahlung entscheiden, dann wird die Rente nur mit dem geringen Ertragsanteil besteuert – bei einem 65-Jährigen liegt der gerade bei 18 Prozent, sodass von 1.000 Euro Rente überhaupt nur 180 Euro steuerpflichtig werden können.

Mein Tipp: Prüfen Sie mit unserer kostenlosen Checkliste vor dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung, ob alle wichtigen Punkte geklärt sind.

Serie‘ Private Rentenversicherung‘ – lesen Sie weiter:

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de