Ratenkredit mit Schnäppchenzins Wie der Schein trügt

Ratenkredit mit Schnäppchenzins Wie der Schein trügt

Max Geißler
von Max Geißler
08.06.2016
Auf einen Blick

Viele Verbraucher kaufen auf Kredit. Die Schnäppchen-Finanzierung vom Händler ist aber nur scheinbar billig. Ein Ratenkredit von der Bank ist oft preiswerter.

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Laut deutschem Bankenverband steigt die Bereitschaft der Bundesbürger Einkäufe auf Kredit zu tätigen. Eine Ursache hierfür sind scheinbar günstige Kreditangebote des Einzelhandels. Insgesamt haben die Bundesbürger derzeit ohne Baukredite gerechnet, insgesamt 222 Milliarden Euro bei Banken und Sparkassen geliehen.

Obwohl Elektronikmärkte oder Möbelhändler oft preiswerte Finanzierungen anbieten, sollten Verbraucher stets den Gesamtaufwand mit einem passenden Kreditangebot von der Bank vergleichen. Wichtig ist, sich nicht von geringen Monatsraten blenden zu lassen, sondern die Laufzeit und die Gesamtkosten des Ratenkredits in den Vergleich einzubeziehen. Häufig sind Verbraucher überrascht, welche Preisunterschiede unterm Strich bestehen. Ein Beispiel:

• Händlerfinanzierung: Sie kaufen einen ultra hd-Fernseher für 5.000 Euro. Der Händler lockt mit Schnäppchenzinsen von 1,99 Prozent und einer niedrigen Kreditrate von 73,73 Euro. Wer nun glaubt, einen guten Deal zu machen, der sollte sich die Gesamtkosten vorrechnen lassen. Im Kleingedruckten versteckt sich die Laufzeit des Verbraucherkredits und die beträgt üppige 72 Monate. Anders ist die niedrige Monatsrate nämlich nicht zu machen. Addiert man nun alle Kreditraten, ergeben sich Gesamtkosten von 5.308 Euro.

• Ratenkredit von der Bank: Entscheiden Sie sich für eine preiswerte Bankfinanzierung, sieht die Rechnung zunächst weniger gut aus: So berechnet der günstigste, bonitätsunabhängige Anbieter, Barclaycard, derzeit 3,79 Prozent Effektivzins – deutlich mehr als der Händler. Dem Angebot der Bank liegt eine dreijährige Laufzeit zugrunde, dadurch entsteht eine Kreditrate von 147 Euro. Bevor Sie nun enttäuscht abwinken, sollten Sie die Gesamtkosten vergleichen. Dabei werden Sie überrascht feststellen, dass der Ratenkredit von Barclays mit 5.292 Euro unterm Strich preiswerter ist als die Händlerfinanzierung mit 5.308 Euro. Vorteil des Bankkredits: Die Beantragung erfolgt vollelektronisch über den heimischen PC, damit kann der Gang zu Bank entfallen. Da die Zusage sofort erfolgt, wissen Sie gleich, ob das mit dem Kredit klappt oder nicht. Beim Händlerkredit bleibt hingegen stets ein Fragezeichen.

Ratenkredit: Lange Laufzeit treibt Zinskosten in die Höhe

Entscheidend für die Gesamtkosten ist die Laufzeit. Eine lange Laufzeit treibt selbst bei niedrigem Kreditzins die Kosten in die Höhe. Schuld daran ist die Vielzahl der Raten. Mit jeder Kreditrate fallen Zinsen an, und die summieren sich im Lauf der Zeit zu einem großen Berg. Als Kreditnehmer sollten Sie deshalb neben dem Effektivzins und der Monatsrate vor allem die Laufzeit im Blick haben, bevor Sie sich für einen Ratenkredit entscheiden. Die Devise sollte lauten: Lieber etwas mehr im Monat für die Kreditrate ausgeben, dafür aber unterm Strich sparen. Lässt sich das Kreditangebot des Händlers nicht entsprechend anpassen, sollten Sie unbedingt ein alternatives Ratenkredit-Angebot von der Bank einholen. Sehr preiswerte Ratenkredite offerieren derzeit neben Barclaycard vor allem Santander Consumer Bank, SWK Bank und Bank 11.
 

Tipp: Unser Ratenkredit-Vergleich enthält tagesaktuelle Zinssätze von über 100 Banken und Sparkassen. Wählen Sie einen Postleitzahlbereich und Sie erhalten auch regionale Angebote.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
p.a.
mtl. Rate
 
1.
281,93
0,97%
bis 2,99%
281,93
2.
286,13
1,95%
bis 5,25%
286,13
3.
287,20
2,20%
bis 5,35%
287,20
Darlehensbetrag 10.000 €, Laufzeit 36 Monate
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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