Viele Ratenkredite verzichten darauf

Vorfälligkeitsentschädigung Viele Ratenkredite verzichten darauf

Max Geißler
von Max Geißler
26.02.2017
Auf einen Blick
  • Sie können sämtliche Verbraucherdarlehen vorzeitig kündigen und zurückzahlen.
  • Die vorzeitige Kreditkündigung darf nicht mehr als 1,0 Prozent der offenen Restschuld betragen, wenn die Restlaufzeit des Kredits mehr als ein Jahr beträgt.
  • Sollte der Kredit in weniger als zwölf Monaten enden, dann sind es lediglich 0,5 Prozent.
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Niedrige Zinsen sind ein Segen für alle Kreditnehmer. Wenn Sie heute einen Ratenkredit aufnehmen, zahlen Sie nur noch halb so hohe Zinsen wie vor einigen Jahren. Anders sieht die Sache aus, wenn Sie einen teuren Altkredit bedienen. Dann belasten Kreditzinsen von neun oder zehn Prozent Ihre Haushaltskasse. Doch das muss nicht sein. Seit Juni 2010 können Sie neu aufgenommene Ratenkredite jederzeit und ohne Einhaltung von Fristen kündigen und zurückzahlen. Der offene Restbetrag lässt sich dann in ein preiswerteres Darlehen umschulden.

Welche Darlehen kann ich vorzeitig kündigen?

Sie können sämtliche Verbraucherdarlehen vorzeitig kündigen und zurückzahlen, ebenso Teilzahlungsgeschäfte und Leasingverträge. Das Kündigungsrecht gilt jedoch nicht für Baudarlehen mit fester Zinsbindung. Solche Baufinanzierungen können Sie erst nach Ablauf von zehn Jahren regulär stornieren.

Darüber hinaus sind Hypothekenkredite in bestimmten Ausnahmefällen kündbar, etwa bei Ableben des Kreditnehmers.

Was kostet die Kreditkündigung?

Möchten Sie einen Ratenkredit vorzeitig ablösen, darf die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Sie stellt eine Art Schadenersatzanspruch des Kreditinstituts für die entgangenen Zinsen dar. Die vorzeitige Kreditkündigung kostet:

  • 1,0 Prozent der offenen Restschuld, wenn die Restlaufzeit des Kredits mehr als ein Jahr beträgt

  • 0,5 Prozent, wenn der Kredit in weniger als zwölf Monaten endet.

Positiv: Da der Stornozins von maximal 1,0 Prozent in der Regel niedriger sein wird als der Kreditzins für das bestehende Restdarlehen, lohnt sich die vorzeitige Kreditablösung eigentlich immer. Für einen Restkredit über 5.000 Euro, der noch zwei Jahre läuft, zahlen Sie beispielsweise nur 50 Euro Stornokosten. Beträgt die Restlaufzeit elf Monate, fallen lediglich 25 Euro an.

Kann ich die Vorfälligkeitsentschädigung umgehen?

Ja, das ist möglich. Zahlreiche Kreditinstitute zeigen sich kundenfreundlich und verzichten auf die Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Ob eine Bank Geld für die vorzeitige Kreditauflösung will oder nicht, erfahren Sie, indem Sie unserem Raten- oder Autokredit-Vergleich in der fünften Spalte auf das Wort "Produktdetails" klicken und dadurch die entsprechende Unterseite öffnen.

Kundenfreundlich zeigen sich u.a. diese Banken:

  • Wichtig: Banken dürfen nicht einfach statt einer Vorfälligkeitsentschädigung eine Bearbeitungsgebühr verlangen, das hat der Bundesgerichtshof entschieden. (BGH, Urteil vom 16. Februar 2016, Az: XI ZR 96/15).
  • Biallo-Lesetipp: Bevor die Bank Ihnen einen Kredit vergibt, prüft Sie Ihre Bonität. Sind Sie kreditwürdig, gibt sie grünes Licht. Doch was passiert, wenn die Bank den Kredit verweigert? Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag: "Wie verbessere ich meine Kreditwürdigkeit?".

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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