Widerrufsrecht: So holen Sie sich Prämie und Zinsen zurück

Teure Restschuldversicherung Widerrufsrecht: So holen Sie sich Prämie und Zinsen zurück

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
17.02.2017
Auf einen Blick
  • Viele Widerrufsbelehrungen von Ratenkrediten sind fehlerhaft oder unvollständig.
  • In diesem Fall können Kreditnehmer auch einen bereits abbezahlten Ratenkredit jederzeit widerrufen.
  • Vor allem in Verbindung mit einer teuren Restschuldversicherung lohnt es sich, den Widerrufsjoker zu ziehen.
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Wer bereits einen Ratenkredit abbezahlt hat, sollte sich seinen alten Vertrag noch mal genau durchsehen. Denn anders als bei Immobilienkrediten greift bei Ratenkrediten weiterhin das "ewige" Widerrufsrecht - vorausgesetzt die Widerrufsbelehrung im Vertrag ist falsch. Verbraucherschützer stellen fest, dass die entsprechenden Texte oft fehlerhaft oder unvollständig sind, vor allem wenn mit dem Kredit eine sogenannte Restschuldversicherung abgeschlossen wurde. Diese Police soll den Kreditnehmer bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit absichern.

Prämien und Zinskosten müssen erstattet werden

"Die Gerichte sehen in der Kombination von Kredit und Versicherung ein verbundenes Geschäft", sagt Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Die Widerrufsbelehrungen der Verträge müssen deutlich machen, dass bei einem Widerruf auch der verbundene Vertrag entfällt. Viele Belehrungen tun dies jedoch nicht." In diesen Fällen könnten Verbraucher die Verträge auch nach Jahren noch widerrufen und sich so zumindest einen Teil der Prämien und Zinskosten zurückholen. Lag der Zinssatz bei Vertragsabschluss über den marktüblichen Zinsen, müsse dem Kreditnehmer sogar der Zinsaufschlag erstattet werden.

Banken stellen sich quer

Allerdings weigern sich die Banken oft, den nachträglichen Widerruf anzuerkennen, stellt die Verbraucherzentrale Hamburg fest. So würden die Geldinstitute darauf verweisen, dass sich aus einem bereits beendeten und vollständig abgewickelten Vertrag keine Ansprüche und Rechte mehr herleiten ließen. "Stellen sich die Kreditgeber quer, empfehlen wir Verbrauchern, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Angesichts der hohen Summen lohnt sich dieser Schritt", rät Schmitz. In einem der Fälle habe sich ein Verbraucher sogar 35.000 Euro zurückholen können.

Die Crux mit dem Kleingedruckten

Von einer Restschuldversicherung rät die Verbraucherschützerin generell ab. Diese sei teuer und oft nutzlos. So würden die Policen zum Beispiel typische Risiken wie Arbeitslosigkeit nicht ausreichend absichern. Außerdem werde die Eintrittspflicht durch Ausschlussklauseln im Kleingedruckten weitestgehend eingeschränkt. Hinzu kommt, dass die Prämien die Zinskosten in die Höhe treiben. Denn Prämie und Vermittlungsprovision werden auf den Darlehensbetrag aufgerechnet.

Verbraucherzentrale bietet Hilfe an

Die Finanzexperten der Verbraucherzentrale Hamburg überprüfen gegen ein Entgelt von 100 Euro die Widerrufsbelehrungen in Ratenkreditverträgen, liefern Ratsuchenden eine schriftlich zusammengefasste Einschätzung sowie Handlungsempfehlungen, um Geld von Banken oder Sparkassen zurückfordern zu können. Weitere Informationen zum Angebot und zum Thema sind zu finden auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de