Auf einen Blick
  • Wer einen Ratenkredit abschließen möchte, sollte im ersten Schritt immer die Konditionen genau vergleichen.

  • Laut Biallo-Index liegen die durchschnittlichen Zinsen für einen Ratenkredit mit 48 Monaten Laufzeit bei aktuell 6,27 Prozent pro Jahr. Doch es geht auch deutlich günstiger.

  • Viele Online-Händler bieten bei Einkäufen ebenfalls Ratenzahlungen an. Doch hier ist Vorsicht geboten.

Nahezu jede Bank oder Sparkasse bietet hierzulande einen Ratenkredit an – mit unterschiedlichen Konditionen. Das macht es für Verbraucherinnen und Verbraucher alles andere als einfach, das passende Angebot zu finden. Beim Kreditvergleich sollten Sie allerdings nicht nur auf die Zinsen achten, sondern auch auf die Rahmenbedingungen. Zudem sollten Sie die Alternativen zum Ratenkredit nicht außer Acht lassen. Wir haben für Sie einige Tipps in diesem Beitrag zusammengefasst.

 

Zinsvergleich – der erste Schritt zum Ratenkredit

Bei der Darlehenssuche sollten Sie nicht vorschnell auf das erstbeste Kreditangebot Ihrer Hausbank zurückgreifen. Auch wenn das Institut mit einem absoluten „Top-Zins“ wirbt – ein Vergleich ist immer ein Muss. Schließlich können Sie nicht wissen, ob es Anbieter gibt, die Ihnen deutlich günstigere Zinsen bieten können.

Ein Beispiel: Ein junges Paar will 30.000 Euro für neue Möbel aufnehmen. Es will nicht mehr als 600 Euro im Monat ausgeben und wählt daher eine Laufzeit von sechs Jahren. Bei ihrer Hausbank, der Stadtsparkasse München, zahlen Sie einen Zweidrittelzins von 8,99 Prozent pro Jahr. Das wären in sechs Jahren 8.924,44 Euro an Zinsen. Geht das Paar beispielsweise zu Santander, zahlt es in der gleichen Zeit nur 4.776,64 Euro, also mehr als 4.000 Euro weniger. Der Zins beträgt hier 4,99 Prozent. Bei den genannten Zinssätzen handelt es sich um den sogenannten Zweidrittelzins, also der Zins, den die meisten Verbraucher – eben zwei Drittel – auch in der Praxis erhalten.

 

Zinsen bonitätsabhängig oder bonitätsunabhängig

Im Gegensatz zu den vorgenannten Beispielen haben Ratenkredite mit bonitätsunabhängigen Zinsen einen feststehenden Zinssatz, der für alle Kreditnehmer gilt. Vorteil: Die Zinshöhe und damit die Kosten stehen von Anfang an fest. Kreditnehmer wissen sofort, was sie für das geborgte Geld zahlen müssen und wie hoch die Kreditrate ausfällt.

Dennoch sollten Sie immer auch ein Angebot mit bonitätsabhängigen Zinsen einholen – vor allem, wenn Sie einen sehr guten Schufa-Score besitzen. Denn bei sehr guter Bonität ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie einen besseren Zins abstauben können als bei Darlehen mit bonitätsunabhängigen Zinsen. Bei Santander sind im günstigsten Fall zum Beispiel 1,99 Prozent effektiv möglich, während bei der Stadtsparkasse München Kreditnehmer mit Top-Bonität deutlich mehr – nämlich 3,99 Prozent pro Jahr – bezahlen müssen.

Das Ganze gilt natürlich auch für die andere Richtung: Je schlechter die Bonität, desto höher fällt der Zinsatz bei bonitätsabhängigen Krediten aus. So beträgt der Maximalzins der Stadtsparkasse München satte 12,99 Prozent effektiv pro Jahr. Bei Santander sind es dagegen maximal 7,98 Prozent.

 

Sondertilgung beim Ratenkredit

Bei der Wahl Ihres Ratenkredits sollten Sie auch immer einen Blick auf die Sondertilgungsoptionen werfen. Sondertilgungen sind außerplanmäßige Zahlungen, die Ihre Kreditschuld deutlich schneller verringern können. Schüttet etwa Ihr Chef eine jährliche Prämie aus, ist es gut, wenn der Anbieter auch kostenlose Sondertilgungen zulässt. Manche Geldhäuser erlauben sogar, den kompletten Kredit auf einen Schlag abzuzahlen, ohne dass dafür die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird.

 

Vorsicht beim Ratenkauf in Online-Shops

Konsumgüter auf Pump kaufen, ist mittlerweile sehr beliebt – gerade bei jungen Menschen. Nicht umsonst liegt der Hashtag „#klarnaschulden“ voll im Trend. Auf Social-Media-Plattformen posten etliche Nutzerinnen und Nutzer fast schon stolz die Screenshots ihrer Kontostände bei Klarna. Schulden im vierstelligen Bereich sind dabei keine Seltenheit.

Auch wer bei Amazon shoppt, kann die Einkäufe schon seit einiger Zeit per Ratenzahlung begleichen. Dabei arbeitet Amazon mit dem britischen Finanzdienstleister Barclays zusammen. Doch das hat seinen Preis. Für das Vorstrecken des Kaufpreises verlangt Barclays einen effektiven Jahreszins von satten 7,69 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Laut Biallo-Index liegt der durchschnittliche Zins bei einem Ratenkredit mit einer Laufzeit von 48 Monaten bei aktuell 6,16 Prozent pro Jahr. Da kommen Sie mit einem herkömmlichen Ratenkredit, beispielsweise von Santander, deutlich günstiger weg. Zumal Sonderzahlungen sowie die vorzeitige Ablösung des Kredits bei Amazon nicht möglich sind.

In einem weiteren Artikel auf biallo.de erfahren Sie, wie eine Finanzierung eines E-Bikes über den Ratenkredit der Santander abläuft und wo es dabei Sparpotential gibt.

 

Alternativen zum Ratenkredit

Wer eine kurzfristige Finanzspritze benötigt, muss nicht zwangsläufig auf einen Dispo- oder Ratenkredit zurückgreifen. Ein Rahmenkredit, auch als Abrufkredit bekannt, kann eine günstige Alternative sein. Bei diesen Rahmendarlehen handelt es sich um eine kontounabhängige Kreditlinie, die unbefristet zur Verfügung steht. Haushalte erhalten dadurch eine Art externen Disporahmen, auf den sie rund um die Uhr zugreifen können. Teures Überziehen des Girokontos wird damit obsolet.

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