Abofalle als Geschäftsmodell

Liquidado Abofalle als Geschäftsmodell

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
08.12.2016
Auf einen Blick
  • Seit Monaten tappen Verbraucher in die Abofalle.
  • Der Gesellschafter ist kein Unbekannter.
  • Betroffene sollten unverzüglich gegen den Vertrag Widerruf einlegen.

 

 

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 „Habe gerade auch eine Rechnung über 253,49 Euro bekommen, wie soll ich reagieren oder soll ich überhaupt reagieren???“ Oder: „Habe mich vertippt und bin auch auf diesen fragwürdigen Verein herein gefallen. Habe denen zwei E-Mails geschrieben, dass ich auf keinen Fall zahlen werde. Notfalls werde ich meinen Anwalt einschalten.“

Das sind nur zwei von vielen Leserbriefen, die biallo.de erreicht haben.  Grund:  Vor einigen Wochen haben wir von Rudi Fischbach und seiner Erfahrung mit dem Kleinanzeigenportal Liquidado berichtet. Während der Recherche sind wir immer wieder auf einen Namen gestoßen. Ein Name, der seit geraumer Zeit in Verbindung mit dubiosen Anzeigenportalen steht.

Name egal, Hauptsache abkassiert!

Laut polnischem Handelsregister ist der Gesellschafter der Internetplattform David J. , eine bekannte Größe in der Welt der Abofallen. Schon seit einiger Zeit macht sich David J. einen Namen bei Verbraucherschützern und musste sich bereits vor Gericht verantworten.  

Laut einem Bericht der Tageszeitung Freie Presse ist David J. mit mehreren sogenannten B2B-Onlineportalen in Erscheinung getreten und hatte schon  als 24-Jähriger mit Millionen-Umsätzen  von sich reden gemacht.  Damals hießen seine Online-Marktplätze „Handelshaus Deutschland“, „Uhren-Importhandel“ oder „Melango“.

B-2-B steht für „Business to Business“ – also Geschäft zu Geschäft im Gegensatz zu B-2-C. Das steht für „Business to Consumer“, also Unternehmer zu Endverbraucher.

Immer die gleiche Masche

Laut Freie Presse ändern sich zwar regelmäßig die Firmennamen. Allein innerhalb von zwei Jahren wurde aus „Melango“ erst „JW Handelssysteme“, dann „B2B-Technologies Chemnitz“. Das Geschäftsmodell bleibt aber immer gleich.

Wer sich als Verbraucher beim Internetportal anmeldet, um von den scheinbar günstigen Preisen zu profitieren, erlebt eine böse Überraschung. Denn: Das Portal ist offiziell eigentlich nur für Unternehmer gedacht. Wer sich trotzdem anmeldet, findet schnell eine satte Rechnung im Briefkasten.

Prellbock-Preis geht an...

Im Juni 2014 verlieh die Verbraucherzentrale Sachsen ihren Negativpreis „Prellbock 2013“ an die Hintermänner der damaligen Firma „B2B-Technologies Chemnitz“.

Eine abschreckende Wirkung haben die Negativ-Berichte der Verbraucherschützer wohl nicht gehabt. Denn David J. macht mit Liquidado da weiter, wo er mit "B2B-Technologies" aufgehört hat.

Bei Anruf "Becker"

Vor einigen Wochen meldete sich der vermeintliche Pressesprecher Janosch Becker bei der Biallo-Redaktion, um sich über die Berichterstattung zu beschweren. Er wollte der Redaktion eine Gegendarstellung zukommen lassen, auf die wir bis heute warten. Außerdem gab er an, dass er erst seit Kurzem in dieser Postion sei und deshalb noch keinen funktionsfähigen E-Mail-Account besitzt.

Was können Betroffene tun?

Wer eine Rechnung von liquidado.de im Briefkasten findet, sollte sofort einen Widerruf einlegen. Besteht Liquidado trotzdem auf dem Ausgleich der Rechnung, sollten Verbraucher juristischen Rat einholen.  

Biallo-Lesetipp: Einmal nicht aufgepasst und schon ein teueres Abo im Internet abgeschlossen. So geht es derzeit vielen Verbrauchern. Doch was jetzt? Wir haben mit IT-Rechstexperte Christian Solmecke gesprochen.

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de