Anlage K: Mit Kindern Steuern sparen

Steuererklärung 2017 Teil 5 Anlage K: Mit Kindern Steuern sparen

von Michael Schreiber
18.05.2018
Auf einen Blick
  • Finanzämter prüfen, ob der Abzug des steuerlichen Kinderfreibetrages zu einem günstigeren Ergebnis für Steuerpflichtige führt. Ist das der Fall, wird das gezahlte Kindergeld mit den Steuerfreibeträgen verrechnet und der Mehrbetrag über den Steuerbescheid ausbezahlt.

  • Steuerfreibeträge für Kinder zählen bei der Berechnung von  Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit. Steuerzahler sollten deshalb für jedes Kind eine Anlage K ausfüllen.

  • Leben die Eltern getrennt oder sind sie nicht verheiratet, dürfen in den Steuererklärungen der beiden Elternteile jeweils nur die hälftigen Kindergeldansprüche eingetragen werden.
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Monatlich bekommen Eltern üblicherweise Kindergeld ausgezahlt. Für das erste und zweite Kind waren es 2017 je 192 Euro, für das dritte 198 Euro und ab dem vierten Kind 223 Euro. Über die Steuererklärung prüft das Finanzamt, ob der Abzug des steuerlichen Kinderfreibetrages in Höhe von 2.358/4.716 Euro (Ledige/Verheiratete) plus des Freibetrages für den Erziehungs- und Betreuungsaufwand von 1.320/2.640 Euro womöglich zu einem günstigeren Ergebnis führt. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe lohnt sich das – das gezahlte Kindergeld wird dann mit den Steuerfreibeträgen verrechnet und der Mehrbetrag über den Steuerbescheid ausbezahlt.

  • Biallo-Tipp: Die Steuerfreibeträge für Kinder zählen in jedem Fall bei der Berechnung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit. Steuerzahler sollten deshalb für jedes Kind eine Anlage K ausfüllen. Leben die Eltern getrennt oder sind sie nicht verheiratet, dürfen in den Steuererklärungen der beiden Elternteile jeweils nur die hälftigen Kindergeldansprüche eingetragen werden.

Wichtig: Zum 1. Januar 2018 sind die Antragsfristen für rückwirkende Kindergeldanträge deutlich verkürzt worden. Eltern erhalten Kindergeld statt für vier Jahre nur noch für sechs Monate rückwirkend zum Antragszeitpunkt. Prüfen Sie, ob Sie für Ihren Nachwuchs das staatliche Kindergeld vollständig erhalten haben und reichen sie fehlende Anträge zügig ein.

  • Biallo-Tipp: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bereits 2016 entschieden, dass Eltern auch während eines Masterstudiums ihres Nachwuchses Kindergeld erhalten können. Die Familienkasse hatte die Zahlung zunächst abgelehnt, weil sie der Meinung war, die Erstausbildung des Kindes ende mit dem Bachelorstudium. Die BFH-Richter entschieden jedoch, dass das Aufbaustudium noch zur Erstausbildung gehört (Az. VI R 9/15).

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Singles mit Kind erhalten einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro jährlich (Zeilen 44-49). Dazu muss das Kind im Haushalt des Alleinerziehenden gemeldet sein und es darf keine weitere erwachsene Person in dem Haushalt leben. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Freibetrag um 240 Euro. In einem aktuellen Urteil (Az. III R 9/13) stellte der Bundesfinanzhof klar, dass ein alleinerziehender Vater den Freibetrag für seine bei ihm gemeldete Tochter auch dann erhält, wenn diese tatsächlich bereits in ihrer eigenen Wohnung lebt. Mit dem Urteil im Rücken eröffnen sich getrennt lebendenden oder geschiedenen Eltern neue Gestaltungsspielräume.

  • Biallo-Tipp: Leben die Kinder nach der Trennung bei der Mutter, können beide Elternteile den Entlastungsbetrag kassieren, indem ein Kind beim Vater und eines bei der Mutter angemeldet wird.

Für die auswärtige Ausbildung volljähriger Kinder sind bis zu 924 Euro zusätzlicher Freibetrag drin (Zeile 50-53). Befindet sich das Kind nach dem 25. Geburtstag noch in Ausbildung oder Studium, zahlt die Familienkasse kein Kindergeld mehr. In diesem Fall können Unterstützungsleistungen an das Kind bis zu einem Höchstbetrag von 8.820 Euro jährlich als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden. Dieser Abzug mindert sich um eigene Einkünfte des Kindes von mehr als 624 Euro im Jahr.

Besucht ein Kind eine Privatschule, dürfen die Eltern 30 Prozent der jährlich anfallenden Kosten, höchstens 5.000 Euro, als Sonderausgaben absetzen (Zeilen 61-63). Die Kosten für Verpflegung, Betreuung und Unterbringung werden allerdings nicht bezuschusst. Den Status der Schule als anerkannte Bildungseinrichtung und die Höhe der abzugsfähigen Ausgaben lassen sich über eine Schulbescheinigung nachweisen.

Eltern können für Kinder bis zum 14. Lebensjahr Kinderbetreuungskosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr ebenfalls als Sonderausgaben geltend machen (Zeilen 67-73). Das Finanzamt akzeptiert aber nur zwei Drittel der mit Rechnungen und Überweisungsträgern nachgewiesenen Kosten, Barzahlung gilt nicht (BFH-Urteil vom 8. Dezember 2014 – Az. III R 63/13). Daher müssen Eltern schon mindestens 6.000 Euro ausgeben, um den Höchstbetrag von 4.000 Euro ausschöpfen zu können.

  • Biallo-Tipp: Abziehbar sind Kosten für Kindergarten, Krippe, offene Ganztagsschule oder Tagesmutter, nicht jedoch Kosten für Nachhilfeunterricht oder Beiträge für Sportverein und Musikschule.
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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de