Anlage K: So sparen Sie mit Kindern Steuern

Steuererklärung 2016 Teil 5 Anlage K: So sparen Sie mit Kindern Steuern

von Michael Schreiber
06.03.2017
Auf einen Blick
  • Finanzämter prüfen, ob der Abzug des steuerlichen Kinderfreibetrages zu einem günstigeren Ergebnis für Steuerpflichtige führt. Ist das der Fall, wird das gezahlte Kindergeld mit den Steuerfreibeträgen verrechnet und der Mehrbetrag über den Steuerbescheid ausbezahlt.

  • Leben die Eltern getrennt oder sind sie nicht verheiratet, dürfen in den Steuererklärungen der beiden Elternteile jeweils nur die hälftigen Kindergeldansprüche eingetragen werden.
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Monatlich bekommen Sie als Eltern üblicherweise Kindergeld ausgezahlt. Über die Steuererklärung prüft das Finanzamt, ob der Abzug des steuerlichen Kinderfreibetrages in Höhe von 2.304 Euro/4.608 Euro (Ledige/Verheiratete) plus des Freibetrages für den Erziehungs– und Betreuungsaufwand von 1.320 Euro/2.640 Euro womöglich zu einem günstigeren Ergebnis für Sie führt.

Ab einer bestimmten Einkommenshöhe lohnt sich das – das gezahlte Kindergeld wird dann mit den Steuerfreibeträgen verrechnet und der Mehrbetrag über den Steuerbescheid ausbezahlt.

  • Biallo-Tipp: Die Steuerfreibeträge für Kinder zählen in jedem Fall bei der Berechnung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit. Sie sollten deshalb für jedes Kind eine Anlage K ausfüllen.

Kindergeldansprüche richtig eintragen

In Zeile 6 tragen Sie die Höhe des Kindergeldanspruchs für 2016 ein. Die Werte finden Sie in der folgenden Tabelle.

KinderzahlMonatlich (Euro)Jährlich (Euro)
Für das erste und zweite Kindje 190je 2.280
Für das dritte Kind1962.352
Ab dem vierten Kindje 221je 2.652

Quelle: Einkommensteuergesetz, eig. Recherchen

Leben die Eltern getrennt oder sind sie nicht verheiratet, dürfen in den Steuererklärungen der beiden Elternteile jeweils nur die hälftigen Kindergeldansprüche eingetragen werden.

 

  • Biallo-Tipp: Der Bundesfinanzhof hat im vergangenen Jahr entschieden, dass Eltern auch während eines Masterstudiums ihres Nachwuchses Kindergeld erhalten können. Die Familienkasse hatte die Zahlung zunächst abgelehnt, weil sie der Meinung war, die Erstausbildung des Kindes ende mit dem Bachelorstudium. Die BFH-Richter entschieden jedoch, dass das Aufbaustudium noch zur Erstausbildung gehört (Az. VI R 9/15).

Vom Babysitter bis zur Privatschule den Fiskus beteiligen

Zahlen Sie für ihren studierenden Nachwuchs die Beiträge zu einer Kranken- und Pflegeversicherung, erhalten Sie über eine Eintragung in den Zeilen 31-37 einen Steuerrabatt. Die Beiträge sind in voller Höhe als Sonderausgaben absetzbar.

Als Single mit Kind erhalten Sie einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro jährlich (Zeilen 44-49). Dazu muss das Kind im Haushalt des Alleinerziehenden gemeldet sein und es darf keine weitere erwachsene Person in dem Haushalt leben. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Freibetrag um 240 Euro. In einem aktuellen Urteil (Az. III R 9/13) stellte der Bundesfinanzhof klar, dass ein alleinerziehender Vater den Freibetrag für seine bei ihm gemeldete Tochter auch dann erhält, wenn diese tatsächlich bereits in ihrer eigenen Wohnung lebt. Mit dem Urteil im Rücken eröffnen sich getrennt lebende oder geschiedene Eltern neue Gestaltungsspielräume.

 

  • Biallo-Tipp: Leben die Kinder nach der Trennung bei der Mutter, können beide Elternteile den Entlastungsbetrag kassieren, indem ein Kind beim Vater und eines bei der Mutter angemeldet wird.

Für die auswärtige Ausbildung volljähriger Kinder sind bis zu 924 Euro zusätzlicher Freibetrag drin (Zeile 50-52). Gut zu wissen: Befindet sich Ihr Kind nach dem 25. Geburtstag noch in Ausbildung oder Studium, zahlt die Familienkasse kein Kindergeld mehr. In diesem Fall können Sie Unterstützungsleistungen an das Kind bis zu einem Höchstbetrag von 8.472 Euro jährlich als außergewöhnliche Belastung abziehen. Dieser Abzug mindert sich um eigene Einkünfte des Kindes von mehr als 624 Euro im Jahr.

Besucht Ihr Kind eine Privatschule, dürfen Sie 30 Prozent der jährlich anfallenden Kosten, höchstens 5.000 Euro, als Sonderausgaben absetzen (Zeilen 61-63). Die Kosten für Verpflegung, Betreuung und Unterbringung werden allerdings nicht bezuschusst. Den Status der Schule als anerkannte Bildungseinrichtung und die Höhe der abzugsfähigen Ausgaben lassen Sie sich über eine Schulbescheinigung nachweisen.

Eltern können für Kinder bis zum 14. Lebensjahr Kinderbetreuungskosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr ebenfalls als Sonderausgaben geltend machen (Zeilen 67-73). Das Finanzamt akzeptiert aber nur zwei Drittel der mit Rechnungen und Überweisungsträgern nachgewiesenen Kosten, Barzahlung gilt nicht (BFH-Urteil vom 8.12.2014 Az. III R 63/13). Daher müssen Sie schon mindestens 6.000 Euro ausgeben, um den Höchstbetrag von 4.000 Euro ausschöpfen zu können.

 

  • Biallo-Tipp: Abziehbar sind Kosten für Kindergarten, Krippe, offene Ganztagsschule oder Tagesmutter, nicht jedoch Kosten für Nachhilfeunterricht oder Beiträge für Sportverein und Musikschule.

Biallo-Lesetipp

Was Sie in Ihren Angaben gegenüber dem Finanzamt beachten sollten, hat biallo.de für Sie in einer Artikelserie zusammengestellt. Die weiteren Beiträge unserer Serie finden Sie hier:

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de