Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple: Durchblick im Steuer-Nebel

Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple: Durchblick im Steuer-Nebel

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
16.03.2018
Auf einen Blick
  • Beim Umtausch von Bitcoin in konventionelles Geld wird keine Umsatzsteuer fällig. Das hat das Bundesfinanzministerium klargestellt.

  • Auch "Miner" sind von der Umsatzsteuer befreit. Betreiber von Wallets und Kryptobörsen dagegen bittet der Fiskus zur Kasse.
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So hat sich das Satoshi Nakamoto gedacht: Bitcoins können wie reguläres Geld verwendet werden. Die Idee des Schöpfers der ersten Kryptowährung hat jetzt das Bundesfinanzministerium festgeschrieben. "Die Verwendung von Bitcoin wird der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgesetzt, soweit sie keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels dienen", heißt es in einer Mitteilung an die obersten Finanzbehörden der Länder. Bei Bitcoin-Transaktionen und Kursgewinnen wird demzufolge keine Umsatzsteuer fällig.

Die Regelung des BMF schließt auch andere Kryptowährungen ein. Das BMF stützt sich bei seiner Entscheidung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2015. Trotz des Urteils kam es immer wieder zu Unklarheiten. So wollte etwa das Finanzamt Bonn Umsatzsteuer beim Verkauf von Bitcoin erheben.

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Klare Ansage an Miner

In seinen Ausführungen geht das Ministerium noch einen Schritt weiter als der EuGH. Während die Europarichter die Frage nach der Besteuerung des Mining von Kryptomünzen offen ließen, sieht das BMF auch in diesem Fall keine Umsatzsteuerpflicht. Die Leistungen von Minern seien "nicht steuerbare Vorgänge", heißt es. Und weiter: Die Transaktionsgebühr, die Miner von Nutzern erhalten, werde "freiwillig gezahlt" und stehe "in keinem unmittelbaren Zusammenhang" mit den Leistungen.

Anders stuft das BMF die Betreiber von Wallets ein. Digitale Geldbörsen, die gegen Gebühr genutzt werden, stellen "auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen" nach dem Umsatzsteuergesetz dar. Anbieter sind steuerpflichtig.

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Mehrwertsteuer berappen müssen auch die Betreiber von Handelsplattformen. Aus Sicht der Finanzbeamten handelt es um Marktplätze zur "rein EDV-technischen Abwicklung" des Geschäfts von Kryptogeld. Eine Befreiung von der Umsatzsteuer kommt "nicht in Betracht", stellen sie klar. Eine Ausnahme aber räumen sie ein. Wer als Plattform-Betreiber den Kauf und Verkauf von Bitcoin "als Mittelperson im eigenen Namen vornimmt", kann sich nach Paragraf 4 des Umsatzsteuergesetzes den Tribut an den Fiskus sparen.

Komplizierte Regeln bei Kursgewinnen

Abgesehen von der Umsatzsteuer sind die Vorgaben des Fiskus an Bitcoin-Anleger nicht leicht zu durchblicken. Die Finanzaufsicht Bafin hat digitale Währungen als Rechnungseinheiten eingeordnet. Das hat zur Folge, dass Kursgewinne nicht der Kapitalsteuer unterliegen, sondern es gilt das Einkommensteuergesetz. Die Anwendung kann sich im Einzelfall kompliziert gestalten. Sie funktioniert bei Coins, doch bei anderen Blockchain-Kreationen wie Tokens stochern Anleger im Nebel. Ärger mit dem Fiskus ist programmiert. Die explodierenden Umsätze an Kryptobörsen wecken Begehrlichkeiten beim Staat. Experten rechnen damit, dass es nicht mehr lange dauert, bis Finanzämter Blockchains unter die Lupe nehmen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Steuervergehen entdeckt werden.

Oder lesen Sie auch: "Fifo" fürs Finanzamt?

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Welche Chancen und Risiken stecken in Bitcoin und Co.? Lesen Sie dazu auch die biallo-Serie über Kryptowährungen.

Teil 1: Revolution in der Finanzwelt

Teil 2: Mega-Blase oder digitales Gold

Teil 3: Ethereum - der Geheimtipp

Teil 4: Ripple, Litecoin, Ehtereum und Co. im Krypto-Hype

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de