Bundesrat stimmt Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen zu

Geldwerter Vorteil Bundesrat stimmt Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen zu

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
23.11.2018
Auf einen Blick
  • Der Bundesrat hat am Freitag die Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen abgesegnet. Das Gesetz soll noch im November in Kraft treten.

  • Für E-Autos und extern aufladbare Hybridfahrzeuge, die ab 2019 als Firmenwagen angeschafft werden, gilt nur noch der halbierte Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage.
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Die Steuerentlastung für E-Dienstwagen kommt. Der Bundesrat hat der Neuregelung am Freitag zugestimmt. Demnach sind "bei Anschaffung nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 bei der Ermittlung der insgesamt entstandenen Aufwendungen die Anschaffungskosten für das Kraftfahrzeug oder vergleichbare Aufwendungen nur zur Hälfte zu berücksichtigen" (Paragraf 6 Absatz 1 Nummer 4 EStG).

Das bedeutet konkret: Bei E-Autos und von außen aufladbaren Hybridfahrzeugen (Plug-in-Hybrid) wird künftig nur noch der halbierte Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für die Berechnung des geldwerten Vorteils herangezogen. Bislang ist es so, dass Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil mit einem Prozent des gesamten Bruttolistenpreises (inklusive Sonderausstattung) versteuern müssen, wenn sie einen Firmenwagen auch privat nutzen. Bei der Nutzung von der Wohnung zur Arbeit kommen noch mal 0,03 Prozent pro gefahrenem Kilometer hinzu.

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Was versteht der Gesetzgeber unter "Anschaffung"?

In den vergangenen Tagen erhielten wir zahlreiche Leseranfragen, was denn nun mit "Anschaffung" gemeint ist. Ist hier das Datum des Kaufvertrags, der Fahrzeugübergabe oder der Zulassung ausschlaggebend? "Das Jahr der Lieferung ist das Jahr der Anschaffung. Dies ergibt sich aus Paragraf 9a Einkommensteuerdurchführungsverordnung", heißt es von Seiten des Bundesfinanzministeriums (BMF).

Die Neuregelung gelte zudem auch für ältere E-Autos oder Plug-in-Hybride, eine Erstzulassung sei keine Voraussetzung. Wichtig sei nur, dass die entsprechenden Fahrzeuge im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021 angeschafft werden, so das BMF weiter.

Welche Bedingungen müssen Plug-in-Hybride erfüllen?

Um von der Neuregelung zu profitieren, müssen extern aufladbare Hybridfahrzeuge die Voraussetzungen nach Paragraf 3 Absatz 2 Nummer 1 oder 2 des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen. Das bedeutet, dass das Kfz

"1. eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer hat oder

2. dessen Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt."

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Ist eine Messung nach WLTP zwingend erforderlich?

Auch hierzu haben wir etliche Leseranfragen erhalten. Denn die neue Abgasmessung nach WLTP-Standard (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) ist seit 1. September 2018 für alle neu zugelassenen Pkw Pflicht. Bei älteren Plug-in-Hybriden erfolgte die Messung aber meist noch nach dem älteren NEDC-Standard (New European Drive Cyclus). Dieser bildet aber nicht den normalen Verbrauch im Straßenverkehr ab, sondern auf dem Prüfstand. Dadurch können die realen Werte viel höher ausfallen.

Die Frage, die sich dadurch stellt: Können dem Verbraucher Nachteile entstehen, wenn die tatsächlichen Werte nach WLTP höher ausfallen als ursprünglich vom Hersteller angegeben, sodass ihm der Steuervorteil aberkannt wird? Nein, meint das Bundesfinanzministerium: "Für die ertragsteuerliche Beurteilung sind die nach Paragraf 3 Elektromobilitätsgesetz einzuhaltenden Grenzwerte zu ermitteln. Dabei sind die Messverfahren maßgeblich, die zum Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung für das jeweilige Kraftfahrzeug zwingend anzuwenden waren."

Sprich: Wenn es sich um ein älteres E- oder Hybridfahrzeug handelt, wo die NEDC-Messung bei der Erstzulassung maßgeblich war, dann gelten auch die damals ausgewiesenen Werte als Vergleichswert, selbst wenn sie jetzt nach WLTP höher liegen.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de