Gerichtsurteil: Krank bleibt krank

Arbeitsrecht Gerichtsurteil: Krank bleibt krank

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
05.01.2017
Auf einen Blick
  • Wenn ein Mitarbeiter arbeitsunfähig ist, muss er nicht auch zum Personalgespräch erscheinen. Das hat das Bundesarbeitsgericht klargestellt.
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Der Chef wollte kurzen Prozess machen. Als eine krankgeschriebene Mitarbeiterin nicht so spurte, wie er wollte, kündigte er ihr. Die Frau, die sich zu Hause auskurierte, hätte zum Personalgespräch erscheinen sollen. Der Chef war der Auffassung, ein solches Gespräch sei keine Arbeitsleistung. Zudem sei auch ein arbeitsunfähiger Mitarbeiter verpflichtet, auf Anweisung der Geschäftsführung zu erscheinen.  

Erscheinungspflicht nur im Ausnahmefall

Das Gericht sah das differenzierter. Erscheinen müssen hätte die Frau allenfalls dann, wenn sie ausnahmsweise aus betrieblichen Gründen unverzichtbar gewesen wäre. Solche Gründe vermochten die Richter im konkreten Fall nicht zu erkennen.   

Bereits in der Vorinstanz war die Frau mit ihrer Kündigungsschutzklage erfolgreich. Es bestehe „während einer Arbeitsunfähigkeit unabhängig vom Thema generell keine Verpflichtung, an einem vom Arbeitgeber angeordneten Personalgespräch teilzunehmen“, urteilte das Landesarbeitsgericht in Nürnberg. Wenn ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt sei, müsse er auch keine Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag erfüllen.    

BAG Az.: 10 AZR 596/15

LAG Nürnberg Az.: 7 Sa 592/14

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de