Geringfügige Beschäftigung Neue Regelungen bei Minijobs

Geringfügige Beschäftigung Neue Regelungen bei Minijobs

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
07.01.2015
Auf einen Blick

Minijobs sind bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmern in Deutschland äußerst beliebt. Was muss man 2015 dazu beachten?

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Die aktuelle Verdienstgrenze: Die Entgeltgrenze wurde 2013 von 400 auf 450 Euro angehoben. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer bedeutet die Erhöhung um 50 Euro vor allem erst einmal mehr Flexibilität. Grundsätzlich ist ja hier bei Dauerarbeitsverhältnissen der Durchschnittsverdienst aus zwölf Monaten entscheidend. Für beide Seiten bietet die Erhöhung somit den Vorteil, dass verstärkt in unterschiedlichem Umfang gearbeitet werden kann, ohne dabei gleich befürchten zu müssen, dass sich dadurch die versicherungsrechtliche Beurteilung ändert. Zusätzlich darf das Einkommen in zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres unvorhergesehen die 450-Euro-Grenze überschreiten, zum Beispiel bei einer plötzlichen Krankheitsvertretung von Kollegen.
Aber Vorsicht ab 2015: Der neue gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde gilt - wo relevant - auch bei Minijobs. Somit ist die 450-Euro-Grenze schneller erreicht. Wird die Grenze überschritten, drohen ganz reguläre Sozialversicherungsabgaben. Das könnte bedeuten, dass am Ende weniger Geld übrigbleibt!

Die aktuelle Rentenversicherungsregelung: Hier gilt eine komplette Umkehrung der vormals gültigen Regelung. Bis Ende 2012 waren Minijobber grundsätzlich rentenversicherungsfrei. Nur auf Wunsch und durch freiwillige Aufstockung mit Zusatzbeiträgen bestand die Möglichkeit, den vollen Versicherungsschutz und somit das gesamte Leistungspaket der Rentenversicherung zu erhalten.

Seit 2013 gilt, dass Minijobber bei Neuverträgen künftig grundsätzlich rentenversicherungspflichtig sind. Dafür stocken sie dann den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers von derzeit 15 Prozent aus eigenen Mitteln bis zum aktuell gültigen Beitragssatz der Rentenversicherung von 18,7 Prozent (2015) auf. Der Minijobber zahlt demnach nur 3,7 Prozent zusätzlich ein. Das sind maximal 16,65 Euro monatlich bei einem 450-Euro-Verdienst.

Nur wenn dies vom Arbeitnehmer - also dem Minijobber selbst - ausdrücklich nicht gewünscht wird, kann ein Antrag auf Versicherungsfreiheit gestellt werden. Dann bleibt es bei der pauschalen Abgabe des Arbeitgebers. Mit der geplanten Neuregelung zielt die Bundesregierung darauf ab, dass auch bei Minijob-Verhältnissen viele Arbeitnehmer die Chance nutzen, sich durch eine Zuzahlung über eigene Rentenversicherungsbeiträge mehr Sicherheit und ein gewisses Polster für die eigene Altersvorsorge zu schaffen. Das neue Modell ist auf alle Neuverträge seit 2013 anzuwenden. Altverträge sind nur davon betroffen, wenn gleichzeitig eine Verdienstaufstockung von 400 auf 450 Euro gewünscht wird.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de