Urteile

Hoffnung für Prämiensparen-Kunden

Update: 09.01.2018
Thomas Brummer
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Auf einen Blick
  • Kunden mit attakttiv-verzinsten alten Sparverträgen stehen in der Beliebtheitsliste bei Banken und Sparkassen nicht ganz vorne.

  • Die Kreissparkasse wollte sich von Kunden mit Prämienspar-Verträgen trennen.

  • Das Amtsgericht geht davon aus, dass die Verträge vorerst ungekündigt fortbestehen.
Vorsicht bei vorgetäuschtem Eigenbedarf.

Das Amtsgericht Stendal hat in zwei von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt unterstützen Verfahren erstmals festgestellt, dass die Prämiensparverträge der beiden Kunden fortbestehen (Urteile vom 19.12.2017, Az. 21 O 159/17 und Az. 21 O 39 / 17). Diese seien Anfang Dezember 2016 nicht wirksam beendet worden. Die Urteile des Amtsgerichts Stendal sind aber noch nicht rechtskräftig. Das Prämiensparen der Kreissparkasse Stendal soll nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt folgendermaßen aufgebaut sein: Beim beurteilten Prämiensparen wird neben einer variablen Grundverzinsung jährlich ein Bonus auf die monatlich einzuzahlenden Sparraten gezahlt. Dieser Bonus wird umso höher, je länger der Sparvertrag läuft. Der Bonus beginnt in der Regel im dritten Sparjahr mit nur drei Prozent der Jahressparbeiträge, steigt dann an und kann laut der Verträge "nach dem" 15. Sparjahr 50 Prozent erreichen. Das sollte nach den Angaben im Flyer, mit denen die Sparkasse die Prämiensparverträge beworben hat, "bis zu 25 Jahre Laufzeit" möglich sein.

Nach Auffassung der Verbraucherschützer geht jedoch eine vorzeitige Kündigung besonders zu Lasten der Kunden. Der positive Effekt einer Bonusstaffel wird vereitelt. Gerade Kündigungen im 15. Sparjahr würden sich erheblich zu Ungunsten der Verbraucher auswirken. Die variable Grundverzinsung bewirke, dass der Zinsertrag des Sparguthabens seit Jahren gegen Null tendiere und das von den Sparern eingegangene Risiko zu ihren Lasten voll durchschlage und nur der Bonus verbleibe, den man in lukrativer Höhe jedoch erst nach mehr als einem Jahrzehnt tapfer durchgehaltenen Sparens erreichen könne.

Hoffnung besteht

Neben der Kreissparkasse Stendal gibt es noch weitere Sparkassen, die einen ähnlichen Kurs anstreben. So ging es etwa Kunden der Harzsparkasse Ende 2017 ähnlich. Auch bei der Saalesparkasse denkt man dem Bericht der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt zufolge lautstark über Kündigungen nach. Dass es aber auch anders geht, zeigt das Beispiel Magdeburg. So erklärte etwa der ehemalige Chef der Sparkasse Magdeburg gegenüber der Volksstimme: "Wir haben gesagt, unsere Verträge laufen maximal 25 Jahre. Daran halten wir uns." Und auch bei der Sparkasse Meißen zeigte man sich schließlich auch kulant. Resignation ist also nicht angesagt. Zumal die Richter am Amtsgericht Stendal davon ausgehen, dass die Prämienspar-Verträge der Sparkasse Stendal ungekündigt fortbestehen. 

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  Thomas Brummer


 

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