"Kreditclub24" bald Geschichte?

Verbraucherschutz "Kreditclub24" bald Geschichte?

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
08.06.2018
Auf einen Blick
  • Wer bei "Kreditclub24" ein Darlehen beantragt, bekommt eine überteuerte Kreditkarte und eine kostenpflichtige Mitgliedschaft untergeschoben, warnen Verbraucherschützer.

  • Die Verbraucherzentrale konnte jetzt einen ersten Erfolg verbuchen. Laut britischem Handelsregister hat sich das Unternehmen aufgelöst. 

  • Verbraucher, die in die Nachnahme-Falle getappt sind, sollten schnellstmöglich Widerruf einlegen.
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Seit gut einem Jahr reißen die Beschwerden nicht ab. Immer wieder erreichen uns Anrufe von verzweifelten Verbraucherinnen und Verbrauchern, die sich über die Geschäftspraktiken eines bestimmten Kreditvermittlers auslassen.

Der Name: "Kreditclub24". Die Masche: Statt einem schufafreien Kredit, erhalten Verbraucher lediglich eine kostenpflichtige Prepaid-Kreditkarte, inklusive einer "Club-Mitgliedschaft" für 149 Euro untergeschoben. Wer sich weigert zu bezahlen, hat schnell ein Inkassoschreiben im Briefkasten.

Nun haben die Marktwächter der Verbraucherzentrale Sachsen diesem Geschäftsgebaren einen Riegel vorgeschoben. So hatten die Verbraucherschützer durch gezielte Aktionen den Druck auf den Anbieter erhöht. Die Folge: Laut englischem Handelsregister hat sich das Unternehmen am 22. Mai 2018 aufgelöst.

Wer steckt hinter "Kreditclub24"?

Laut Impressum hat der Kreditvermittler seinen Firmensitz im britischen Manchester. Doch wie die sächsischen Verbraucherschützer herausgefunden haben, handelte es sich hierbei wohl um eine Schein-Adresse.

"Es stellte sich heraus, dass eine Zustellung der Abmahnung in Großbritannien mangels zustellfähiger Adresse nicht erfolgen konnte, weder unter der im englischen Handelsregister angegebenen Adresse, noch unter dem im Impressum bekannt gegebenen Postanschrift", sagt Kerstin Schultz, Teamleiterin bei Marktwächter Finanzen. Das Unternehmen agiere anscheinend ausschließlich in Deutschland.

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Anbieter
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218,97
2,49%
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3.
221,12
2,99%
221,12
Darlehensbetrag 10.000 €, Laufzeit 48 Monate

Wer auf diversen Social-Media-Plattformen nach dem Unternehmen sucht, stößt auf viele wütende Verbraucher-Beiträge und vor allem auf einen Namen, die Boncheck GmbH. "Sowohl hinter Boncheck GmbH als auch hinter "Kreditclub24" steht dieselbe natürliche Person", so Schultz.

So machte das Unternehmen Boncheck die Forderungen geltend, obwohl diese eigentlich bei "Kreditclub24" entstanden sind. Was bei vielen Verbrauchern für Verwirrung sorgte.

"Dass die Forderung von "Kreditclub24" an die Boncheck GmbH abgetreten wurde, wird von den Inkassobüros ‚First Debit‘ oder ‚RheinInkasso‘ einfach so hingenommen", erklärt die Verbraucherschützerin.

Was können Betroffene tun?

Betroffene, die solche Sendungen nicht annehmen, berichten, dass sich schnell ein Inkassounternehmen einschaltet. Wer in die Abofalle getappt ist, sollte die Post per Nachnahme nicht annehmen und sofort Widerspruch einlegen. Ein entsprechendes Muster-Anschreiben gibt es bei den Verbraucherzentralen. Es gilt eine Frist von 14 Tagen.

  • Biallo-Tipp: Wer bereits Bekanntschaft mit dem Kreditvermittler gemacht hat, sollte sich an die Verbraucherzentrale in seiner Region wenden. Die Experten bieten Beratung und Informationen zu Fragen des Verbraucherschutzes und helfen bei Rechtsproblemen.

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de