Lasst die Korken knallen!

Verbrauchsteuer Lasst die Korken knallen!

Ines Baur
von Ines Baur
30.12.2017
Auf einen Blick
  • An Silvester knallen Feuerwerk, Raketen und Sektkorken. Zur Freude von Partyvolk und Fiskus – denn der Staat kassiert bei jeder Flasche Schaumwein doppelt mit.
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Sind Sie der Meinung, der Soli gehört abgeschafft, da das Thema der Vergangenheit angehört? Dann schauen Sie sich mal die eine oder andere Steuer an, die es seit hundert Jahren oder länger gibt.

Schaumweinsteuer

Die Deutschen trinken und feiern gern. Nicht nur zu Silvester knallen die Korken. Das freut die Steuerkasse. Denn an jedem Glaserl Prickelwasser verdient der Staat seit über hundert Jahren mit. 1902 führte nämlich der Reichstag zur Finanzierung der Kaiserlichen Kriegsflotte die Schaumweinsteuer ein. Die Schaumweinsteuer war eine zweckgebundene Steuer. Und auch wenn es die Kaiserliche Kriegsflotte längst nicht mehr gibt die Steuer zahlen wir – bis auf eine kurze Unterbrechung von 1933 bis 1939 – bis heute. Übrigens: Bei jeder Flasche langt der Staat gleich zweimal zu. Denn zur Schaumweinsteuer ist jede Flasche noch mit der Mehrwertsteuer belegt.

Mit jeder Flasche kassiert der Staat zweimal: Zusätzlich zur Sektsteuer greift er auch noch Mehrwertsteuer ab.

Mit jeder Flasche kassiert der Staat zweimal: Zusätzlich zur Sektsteuer greift er auch noch Mehrwertsteuer ab.

Das Aufkommen aus der Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer beträgt jährlich rund 400 Millionen Euro. Übrigens: Normaler Weiß- oder Rotwein unterliegt in Deutschland keiner besonderen Verbrauchssteuer.

Biersteuer

Klopfen Sie sich jetzt auf die Schenkel und freuen sich, da Sie ein überzeugter Bier-Trinker sind? Dann haben Sie sich zu früh gefreut. Denn auch Anhänger der Hopfenkaltschale zahlen bei jedem Krug einen Obolus an den Staat. Die Biersteuer ist eine der ältesten Abgaben auf Verbrauchsgüter. Sie gibt es seit dem Mittelalter. Die Biersteuer bringt jedes Jahr in Deutschland laut Bundesfinanzministerium Einnahmen von rund 700 Millionen Euro. Die Höhe richtet sich nach dem Stammwürze-Gehalt des Bieres, gemessen in Grad Plato. Pro Hektoliter zahlt der Genießer 0,787 Euro je Grad Plato. Ein Hektoliter durchschnittlich starkes Bier ist mit 9,44 Euro Biersteuer belastet. Das bedeutet für den Verbraucher: Auf einen Kasten Bier mit 20 Flaschen à 0,5 Liter kommt 0,94 Euro Biersteuer.

Kaffeesteuer

Auch die Kaffeesteuer ist ein Relikt aus vergangener Zeit – eigentlich. Im 17. Jahrhundert führte Friedrich der Große infolge des stark angestiegenen Kaffeeverbrauchs den Kaffeezoll ein. Die Leute tranken gern und viel Kaffee, waren also bereit, dafür zu zahlen. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871 war sie eine der wichtigsten Einnahmequellen der Einzelstaaten. Peu á peu wandelte sich der ursprüngliche Kaffeezoll in eine Verbrauchsgütersteuer und die besteht bis heute. Sie beträgt für Röstkaffee 2,19 Euro je Kilogramm. Auch hier kommt die Mehrwertsteuer oben drauf.

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Alkopopsteuer

Diese Steuer ist eine recht junge Steuer. Eingeführt 2004 auf die sogenannten Alkopops. Das sind alkoholische papp-süße Getränke, die vor allem Jugendlichen den Alkohol schmackhaft machen und den Herstellern die Geldbeutel füllen sollen. Ziel dieser Steuer ist es nicht eine Kriegsflotte zu fördern. Vielmehr soll sie die Alkopops so sehr verteuern, dass sich die Nachfrage der jungen Menschen nach diesen Produkten extrem verringert. Laut Auskunft des Bundesfinanzministeriums wird das Netto-Mehraufkommen aus der Alkopopsteuer zur Finanzierung von Maßnahmen zur Suchtprävention verwendet. Die Alkopopsteuer ist mit ihrem Aufkommen von jährlich rund 2 Millionen Euro die kleinste aller Verbrauchsteuern.

Pecunia non olet – Geld stinkt nicht 

Auch dieser allgemein bekannte Spruch entstammt einer Steuer. Der römische Kaiser Vespasian erhob eine Urinsteuer für die öffentlichen Latrinen. Das Geld aus dieser Quelle stank nicht, sondern bereicherte die Staatskasse. Die Redewendung "Geld stinkt nicht" hat sich bis heute gehalten, um den Besitz oder Erwerb von Geld aus seltsamen oder unappetitlichen Einnahmequellen zu rechtfertigen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de