Mantelbogen: Steuern sparen mit Sonderausgaben & Co.

Steuererklärung 2017 Teil 2 Mantelbogen: Steuern sparen mit Sonderausgaben & Co.

von Michael Schreiber
15.05.2018
Auf einen Blick
  • Für die Steuererklärung ist der Mantelbogen Pflichtprogramm.
  • Mit Sonderausgaben (in Zeilen 36 bis 56) lässt sich einiges beim Fiskus herausholen.
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Ganz vorne erfragt der Fiskus die Angaben zu ihrer Person. Daneben sind im Mantelbogen vor allem besonders die Abschnitte "Sonderausgaben" (ab Zeile 36), aber auch die "Außergewöhnliche Belastungen" (Seite 3 / ab Zeile 61) von großer Wichtigkeit. In beiden schlummert womöglich einiges an Potenzial für ein paar hundert Euro zurück vom Fiskus. Die wichtigsten Zeilen finden Sie im Folgenden kurz erklärt.

Sonderausgaben

Wer bei den Sonderausgaben in Zeilen 36 bis 56 des vierseitigen Mantelbogens nichts angibt, bekommt automatisch nur einen Pauschbetrag von 36 bzw. 72 Euro (ledige/ verheiratete Steuerzahler) angerechnet.

Scheidung: Haben Steuerzahler sich scheiden lassen oder lebt ihr Ehepartner getrennt, so beteiligt sich das Finanzamt an den Unterhaltszahlungen. Bis zu 13.805 Euro sind als Sonderausgaben absetzbar (Zeilen 40/41). Wer für den oder die Ex Beiträge zu einer Basiskranken- oder Pflegepflichtversicherung zahlt, darf das Geld ebenfalls geltend machen. Voraussetzung ist, dass der Empfänger in Deutschland lebt und über die Anlage U zur Steuererklärung seine Zustimmung gibt, denn er wiederum muss den Unterhalt versteuern (über die Anlage SO zur Steuererklärung).

  • Biallo-Tipp: Lässt die oder der Ex statt eines Versorgungsausgleichs eine Abfindung springen, ist die Zahlung seit 2015 absetzbar (Zeile 39).

Lesen Sie auch: Steuererklärung 2017 – Tipps zum Steuern Sparen

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Auch gezahlte Kirchensteuern sind Sonderausgaben – und gehören in Zeile 42 des Mantelbogens deklariert. Das lohnt sich besonders für Arbeitnehmer. Den Betrag übernehmen Sie einfach aus der Jahreslohnbescheinigung Ihres Arbeitgebers. Auch Kirchgeld, das einige Landeskirchen bei glaubensverschiedenen Ehepartnern erheben, ist abzugsfähig.

Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung oder ein Erststudium darf man bis zu einer Summe von 6.000 Euro als Sonderausgaben absetzen (Zeilen 43/44). Dazu gehört auch die Weiterbildung in einem erlernten, aber nicht ausgeübten Beruf.

Wer vor noch nicht allzu langer Zeit studiert oder eine Berufsausbildung absolviert hat, für den kommt eventuell eine nachträgliche Verlustfeststellung für Bildungskosten in Frage. Der Bundesfinanzhof hat jüngst geurteilt, dass die Verjährungsfrist erst nach sieben Jahren abläuft und nicht schon nach vier (Az. IX R 22/14). Davon profitieren alle Studenten und Auszubildende, die in der Vergangenheit keine freiwillige Steuererklärung abgegeben haben, weil sie ja keine eigenen Einkünfte hatten.

Und so geht es: Sie können die versäumte Abrechnung für Jahre ab 2011 jetzt noch bis zum 31. Dezember 2018 nachholen und Studiengebühren, Kosten für Fachliteratur und andere Bildungskosten beim Finanzamt als Werbungskosten auf der Anlage N geltend machen. Im Mantelbogen beantragen sie eine Verlustfeststellung. So bringen die früheren Studienkosten später einen Steuervorteil, wenn man das erste Geld verdient.

Zum Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hat das letzte Wort in der Frage, ob Kosten für Erststudium und Ausbildung als Werbungskosten absetzbar sind (Az. 2 BvL 22, 23 und 27/14). Das Finanzamt will diese Kosten bisher nur als Sonderausgaben anerkennen – in Jahren ohne eigenes Einkommen gäbe es dann keinen Steuervorteil. Der Bundesfinanzhof (BFH) muss in einem anhängigen Musterprozess außerdem in Kürze darüber entscheiden, ob ein Stipendium den Werbungskostenabzug schmälert oder nicht (Az. VI R 29/16).

Geldspenden an mildtätige, kirchliche, religiöse oder gemeinnützige Organisationen sind ebenfalls als Sonderausgaben absetzbar (Zeilen 45/46).

  • Biallo-Tipp: Bei Spenden von mehr als 200 Euro erwartet der Fiskus meist eine Spendenbescheinigung der jeweiligen Organisation – bei geringeren Beträgen reicht auch der Kontoauszug als Nachweis. Der vereinfachte Spendennachweis gilt übrigens bei Zuwendungen im Rahmen der Flüchtlingshilfe auch bei höheren Beträgen. Das hat das Bundesfinanzministerium per Erlass vom 22. September 2015 (Az. IV C 4 – S 2223/07/0015:015) geregelt. Bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden an politische Parteien und Wählervereinigungen (Zeile 50/51) beteiligte sich der Fiskus mit 50 Prozent der Ausgaben, höchstens aber mit 825 Euro (Ehegatten 1.650 Euro).
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de