So senken Sie Ihre Kirchensteuer

Kirchensteuer 2018 So senken Sie Ihre Kirchensteuer

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
23.05.2018
Auf einen Blick
  • Durch das Prinzip der Steuerkappung wollen die Kirchen Mitglieder mit hohem Einkommen bei der Stange halten.

  • Prüfen Sie jährlich, ob bei Ihrem Einkommen eine Kappung der Kirchensteuer bereits sinnvoll ist. Spitzenverdiener sparen hier schnell einen vierstelligen Betrag.
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In Deutschland richtet sich die Höhe der Kirchensteuer danach, in welchem Bundesland Sie als Angestellter arbeiten bzw. als Selbstständiger wohnen. In Baden-Württemberg oder Bayern zahlen Sie derzeit acht Prozent, in allen anderen Bundesländern neun Prozent. Überall gilt: Grundlage für die Berechnung ist jeweils die festgesetzte Einkommensteuer. In Nordrhein-Westfalen oder Hessen zahlen Sie also neun Prozent von Ihrer Einkommensteuer als Kirchensteuer.

Ihre jährlich gezahlte Kirchensteuer können Sie grundsätzlich in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen und sich so einen Teil vom Finanzamt wieder zurückholen. Doch es geht noch viel mehr: Gutverdienende Steuerzahler haben außerdem die Möglichkeit, durch die sogenannte "Kappung" ihre Kirchensteuer dauerhaft zu verringern.

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So nutzen Sie das Kappungsprinzip bei der Kirchensteuer

Je höher Ihr Einkommen ist, umso höher ist in der Regel Ihre Einkommensteuer und desto höher auch die Kirchensteuer. Durch das Prinzip der Kappung bremsen Sie nun die mit ansteigende Kirchensteuer aus. Im Klartext: Die Kirchensteuer darf dann einen fixen Anteil am zu versteuernden Einkommen nicht überschreiten.

Bei diesem Kappungsprinzip wird die Kirchensteuer nicht mehr von der Bemessungsgrundlage "Einkommensteuer", sondern vom "zu versteuernden Einkommen" berechnet. Der Kappungssatz ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich und beträgt je nach Bundesland 2,75 bis vier Prozent des zu versteuernden Einkommens (siehe Tabelle). Achtung Ausnahme: Nur in Bayern ist eine Kappung nicht möglich.

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Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
17,50
0,70%
2.
15,00
0,60%
3.
15,00
0,60%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

So greift die Kappung bei der Kirchensteuer

Ich gebe Ihnen hier ein vereinfachtes Beispiel für eine Kappung in 2018: In Hamburg, Berlin, Brandenburg oder Schleswig-Holstein gilt ein Kappungssatz von drei Prozent. Somit lässt sich die Kirchensteuer auf drei Prozent des zu versteuernden Einkommens begrenzen. Für eine ledige Person beträgt bei einem zu versteuernden Einkommen von 150.000 Euro die Einkommensteuer laut Grundtarif 54.378 Euro und die reguläre Kirchensteuer 4.894 Euro.

So müssen Sie nun rechnen: Bei einer Kappung wird die Kirchensteuer nicht mehr von der Bemessungsgrundlage "Einkommensteuer", sondern vom "zu versteuernden Einkommen" berechnet. Das heißt: Sie zahlen in diesem Fall auf drei Prozent des zu versteuernden Einkommens von 150.000 Euro nur 4.500 Euro an Kirchensteuer. Das entspricht einem Kappungsvorteil von 394 Euro.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dabei allerdings: Die Kirchensteuer ist unbeschränkt als Sonderausgabe abzugsfähig. Durch den Kappungsgewinn vermindern sich die Sonderausgaben, wodurch wieder eine Einkommenserhöhung eintritt und etwas höhere Einkommenssteuer anfällt. Der endgültige Kappungsvorteil fällt somit etwas geringer aus.

Für die Kappung gelten in den Bundesländern unterschiedliche kirchliche Regelungen. Jede Kirche ist in ihrem Gebiet autonom in der Rechtsetzung. Die aktuellen Fakten 2018:

 

Kirchensteuer-Übersicht 2018

 

Bundesland

Kirchen-Steuer-Satz

in %

Kappung in % des

zu versteuernden Einkommens

Kappung wird berücksichtigt...

Baden-Württemberg 1)

8

2,75 bzw. 3,5

auf Antrag

Bayern

8

-

keine Kappung

Berlin

9

3

von Amts wegen

Brandenburg

9

3

von Amts wegen

Bremen

9

3,5

von Amts wegen

Hamburg 2)

9

3

von Amts wegen

Hessen 3)

9

3,5 bzw. 4

auf Antrag

Mecklenburg-Vorpommern

9

3

von Amts wegen

Niedersachsen 4)

9

3,5

von Amts wegen

Nordrhein-Westfalen 3)

9

3,5 bzw. 4

auf Antrag

Rheinland-Pfalz 3)

9

3,5 bzw. 4

auf Antrag

Saarland 3)

9

3,5 bzw. 4

auf Antrag

Sachsen

9

3,5

von Amts wegen

Sachsen-Anhalt

9

3,5

von Amts wegen

Schleswig-Holstein

9

3

von Amts wegen

Thüringen

9

3,5

von Amts wegen

1)Ev. Kirche Württemberg Kappung 2,75 %; Ev. Kirche Baden und kath. Diözesen 3,5 %. 2)Nordkirche: auch für die im Land Niedersachsen liegenden Gebietsteile.
3)Nur ev. Kirchen in diesen Bundesländern; kath. Diözesen 4 %.
4)Ev.-luth. Landeskirche Hannover: auch für die im Land Hamburg liegenden Gebietsteile. Stand: 23.05.2018

Die Kappungsgrenze greift, wenn Ihr Einkommen so hoch ist, dass die zu zahlende Kirchensteuer pro Jahr höher wäre als – je nach Bundesland – die relevanten 2,75 bis vier Prozent.

Biallo-Tipp: Prüfen Sie, ob bei Ihrer Einkommenssituation eine Kappung bereits sinnvoll ist. Wenn ja, dann stellen Sie einen formlosen Antrag (plus Kopie des letzten Steuerbescheids) bei Ihrer zuständigen Diözese oder Landeskirche. Und fortan wird die Steuer ab einer gewissen Einkommenshöhe gekappt. In einigen Bundesländern läuft die Kappung bereits von Amts wegen durch das Finanzamt. Achten Sie hier auf die Handhabung, es kann um viel Geld gehen.

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Fritz Himmel
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Fritz Himmel
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de