So verschenken Sie kein Geld an den Staat

Steuererklärung 2016 Teil 1 So verschenken Sie kein Geld an den Staat

von Michael Schreiber
06.03.2017
Auf einen Blick
  • 875 Euro erhält jeder Steuerpflichtige im Schnitt pro Jahr vom Finanzamt zurück. Dabei reizen viele ihre Möglichkeiten bei der Steuererklärung nicht aus.

  • Wer auf eine schnelle Steuererstattung wert legt, sollte seine Daten via Elster dem Finanzamt melden. Besonders einfach machen kann man es sich mit einer vorausgefüllten Steuererklärung, die allerdings birgt Tücken.
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Für viele Bürger rangiert die jährliche Steuerabrechnung mit dem Finanzamt auf der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen gleich hinter dem Zahnarzttermin oder einem Elternabend in der Schule. Dabei wird kaum eine andere Tätigkeit so üppig entlohnt wie das Erstellen der eigenen Steuererklärung.

875 Euro Steuerrückzahlung kassiert Otto-Normalbürger im Schnitt – das macht bei einem angenommenen Zeitaufwand von vier Stunden einen Stundenlohn von 219 Euro. Vergleichen Sie das mal mit ihrer aktuellen Gehaltsabrechnung. Und für viele Steuerzahler ist sogar noch mehr drin – auch wegen neuer steuerzahlerfreundlicher Urteile der Finanzgerichte.

Steuererklärung – Pflicht oder Kür?

Wenn Sie als Arbeitnehmer 2016 nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt waren und keinerlei Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen wie Elterngeld erhielten, sind Sie zum Ausfüllen der Steuerformulare samt Mantelbogen und Anlage N & Co. nicht verpflichtet.

Doch wenn Sie zum Beispiel Kirchensteuer gezahlt haben, hohe Werbungskosten geltend machen können oder nur einige Monate gearbeitet haben oder sich ihr Familienstand etwa durch Hochzeit verändert haben, lohnt sich die Mühe.

Haben Sie als Arbeitnehmer neben Ihrem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro erhalten? Dann haben Sie keine Wahl und müssen die Formulare ausfüllen, per Papier oder über die elektronische Steuererklärung "Elster". Gleiches gilt, wenn Sie im vergangenen Jahr mehrere Jobs mit Steuerklasse VI hatten.

Oder wenn beide Ehepartner mit der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gearbeitet haben. Auch wenn Sie sich einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte haben eintragen lassen, ist die Steuererklärung verpflichtend.

  • Biallo-Tipp: Sind Sie Selbstständig oder bereits Rentner, dann stehen sie dann in der Pflicht, eine Steuererklärung abzugeben, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetragfür 2016 von 8.652 Euro (Ledige) bzw. 17.304 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Abgabetermine beachten

Eigentlich dürfen Sie sich nur bis zum 31. Mai 2017 Zeit für die Steuerklärung des vergangenen Jahres lassen. Doch wenn Sie sich von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater helfen lassen, reicht es bis Ende 2017. Wer ohnehin freiwillig die Formulare ausfüllt, hat vier Jahre - bis Ende 2020 – dafür Zeit.

  • Biallo-Tipp: Je früher Sie sich dransetzen, desto schneller heimsen Sie aber die Steuererstattung ein.
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate

Online ist Trumpf – Mit Elster geht’s schneller

Sie buchen Reisen online, kaufe online ein – dann sollten Sie nicht zögern, auch die Steuererklärung online zu machen. Vorteil: Der Steuerbescheid kommt schneller.

Die elektronisch erledigte Einkommensteuererklärung liegt im Trend: Nach Informationen des Bayerischen Landesamtes für Steuern reichten in 2016 21 Millionen Bürger ihre Steuererklärung über Elsteronline ein – von 27 Millionen insgesamt. Die Finanzverwaltung hält im Internet unter www.elsteronline.de eine kostenlose Steuersoftware für jedermann parat. Sie müssen sich für den Service online registrieren und sich – in der kostenlosen Variante – eine Zertifikatsdatei herunterladen.

  • Biallo-Tipp: Die Finanzämter stellen in Aussicht, dass sie online erhaltene Steuererklärungen zügiger abwickeln. Hoffen Sie also auf eine ansehnliche Erstattung und möchten Sie schnell Ihr Geld zurück, sollten Sie den Online-Weg wählen.

Wer trotz allem offline arbeiten möchte, muss sich die Formulare bei seinem örtlichen Finanzamt besorgen oder kann sie sich auch aus dem Internet herunterladen unter www.steuerliches-info-center.de – und dann händisch ausfüllen.

Vorausgefüllte Steuererklärung – bequem, aber tückisch

Bereits seit Beginn 2014 offeriert die Finanzverwaltung online einen neuen und kostenlosen Dienst – die vorausgefüllte Steuererklärung. Klingt bequem und nach Arbeitsersparnis. Mit einem kostenlosen Zertifikat können Sie sich über das Elster-Portal (www.elsteronline.de) registrieren und für den Datenabruf freischalten lassen. Anschließend lassen sich alle beim Finanzamt über Sie gespeicherten eigenen Basisdaten abrufen – und können direkt in die elektronische Steuererklärung übertragen werden.

Sie haben also kein lästiges Abtippen etwa von Krankenkassendaten,Verträgen für die  Riesterrente oder Lohnsteuerbescheinigungen mehr vor sich, da diese Daten üblicherweise dem Finanzamt auch elektronisch gemeldet worden sind. Doch bleiben Sie trotzdem vorsichtig und schauen Sie die Daten gut an.

  • Biallo-Tipp: Die vorausgefüllten Angaben können auch Fehler enthalten, daher sollten Sie den Daten nicht einfach vertrauen, sondern sie gegenchecken. Steuerspartipps vom Fiskus sollten Sie nicht erwarten.

Ganz automatisch geht die Einkommensteuererklärung natürlich sowieso nicht. Denn Ihre Werbungskosten für den Beruf, die Zahlungen für Handwerker oder die Putzfrau im vergangenen Jahr kennen nur Sie selbst – daher müssen Sie sie auch selbst angeben. Denn vor allem mit diesen und weiteren Eingaben können Sie eine Steuerrückerstattung bekommen.

Biallo-Lesetipp

Was Sie in Ihren Angaben gegenüber dem Finanzamt beachten sollten, hat biallo.de für Sie in einer Artikelserie zusammengestellt. Die weiteren Beiträge unserer Serie finden Sie hier:

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de