Stichtag 31. Mai: Schritt für Schritt durch die Steuerformulare

Steuererklärung 2017 Teil 1 Stichtag 31. Mai: Schritt für Schritt durch die Steuerformulare

von Michael Schreiber
14.05.2018
Auf einen Blick
  • 935 Euro Steuerrückzahlung kassiert Otto Normalbürger im Schnitt mit der Steuererklärung.

  • Mit unseren Tipps holen Sie sich Ihr Geld zurück.
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Für viele Bürger rangiert die jährliche Steuerabrechnung mit dem Finanzamt auf der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen gleich hinter dem Zahnarzttermin oder einem Elternabend in der Schule. Dabei wird kaum eine andere Tätigkeit so üppig entlohnt wie das Erstellen der eigenen Steuererklärung.

935 Euro Steuerrückzahlung kassiert Otto-Normalbürger im Schnitt, so die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Das macht bei einem angenommenen Zeitaufwand von vier Stunden einen Stundenlohn von 234 Euro. Und für viele Steuerzahler ist sogar noch mehr drin – auch wegen neuer steuerzahlerfreundlicher Urteile der Finanzgerichte.

Lesen Sie auch: Steuererklärung 2017 – Tipps zum Steuern Sparen

Pflicht oder Kür?

Arbeitnehmer, die 2017 nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt waren und keinerlei Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen (Elterngeld & Co.) erhielten, sind nicht zum Ausfüllen der Steuerformulare samt Mantelbogen und Anlage N & Co. verpflichtet. Doch wenn sie zum Beispiel Kirchensteuer gezahlt haben, hohe Werbungskosten geltend machen können, nur einige Monate gearbeitet haben oder sich ihr Familienstand etwa durch eine Hochzeit verändert hat, lohnt sich die Mühe, die Formulare auszufüllen.

Haben Arbeitnehmer neben ihrem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro eingestrichen, dann haben sie keine Wahl. Sie müssen die Formulare ausfüllen, per Papier oder über die elektronische Steuererklärung Elster. Gleiches gilt, wenn sie im vergangenen Jahr mehrere Jobs mit Steuerklasse VI hatten. Oder wenn beide Ehepartner mit der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gearbeitet haben. Auch wenn Sie sich einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte haben eintragen lassen, ist die Steuererklärung verpflichtend.

  • Biallo-Tipp: Selbstständige und Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag für 2017 von 8.820 Euro (Ledige) bzw. 17.640 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Abgabetermine beachten

Eigentlich muss die Steuererklärung des vergangenen Jahres bis zum 31. Mai 2018 beim Finanzamt vorliegen. Einige Bundesländer gewähren gesonderte Fristverlängerungen für Steuerzahler, die ihre Steuererklärungen online abgeben. So müssen Steuerzahler in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern ihre Online-Erklärung erst bis zum 31. Juli 2018 abgeben. Wer sich von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater helfen lässt, hat ohnehin bis Ende 2018 Zeit. Wer freiwillig die Formulare ausfüllt, hat sogar vier Jahre – bis Ende 2021 – dafür Zeit.

Im nächsten Jahr gibt es generell für alle mehr Zeit. Die allgemeine Abgabefrist für die Steuererklärung 2018 wird dann um zwei Monate auf den 31. Juli 2019 verlängert.

  • Biallo-Tipp: Seit Juli 2016 darf man mit dem Steuerberater über sein Honorar verhandeln. Vorher galt eine gesetzlich definierte Honorarhöhe. Eine Änderung der Steuerberatergebührenverordnung vom 23. Juli 2016 eröffnet die Möglichkeit, ein individuelles Honorar auszuhandeln. Der Verhandlungsspielraum gilt für alle Dienstleistungen des Steuerprofis, die nicht vor Gericht erbracht werden. Gut zu wissen: Der Steuerberater ist per Gesetz verpflichtet, seinen Mandanten auf die geänderte Rechtslage hinzuweisen.

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Mit Elster geht's schneller!

Die elektronisch erledigte Einkommensteuerklärung liegt voll im Trend: Nach Informationen des Bayerischen Landesamtes für Steuern reichten 2017 bereits 27 Millionen Bürger ihre Steuererklärung online über Elster ein. Die Finanzverwaltung hält im Internet unter www.elsteronline.de eine kostenlose Steuersoftware für jedermann parat. Nutzer müssen sich für den Service online registrieren und sich – in der kostenlosen Variante – eine Zertifikatsdatei herunterladen.

  • Biallo-Tipp: Die Finanzämter stellen in Aussicht, dass sie online erhaltene Steuererklärungen zügiger abwickeln. Wer seine Steuererstattung flott erhalten möchte, sollte die Steuererklärung entsprechend online einreichen. Papier-Fans, die lieber offline arbeiten, erhalten die Formulare beim örtlichen Finanzamt oder auch im Internet über das Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung.

Vorausgefüllte Steuererklärung – bequem, aber tückisch

Bereits seit Beginn 2014 offeriert die Finanzverwaltung online einen neuen und kostenlosen Dienst – die vorausgefüllte Steuererklärung. Klingt bequem und nach Arbeitsersparnis. Mit einem kostenlosen Zertifikat kann man sich über das Elster-Portal (www.elsteronline.de) registrieren und für den Datenabruf freischalten lassen. Anschließend lassen sich alle beim Finanzamt gespeicherten eigenen Basisdaten abrufen – und können direkt in die elektronische Steuererklärung übertragen werden. Man spart sich lästiges Abtippen etwa von Krankenkassendaten, Riester-Verträgen oder Lohnsteuerbescheinigungen, da diese Daten üblicherweise dem Finanzamt auch elektronisch gemeldet worden sind.

  • Biallo-Tipp: Die vorausgefüllten Angaben können auch Fehler enthalten, daher sollte man den Daten nicht einfach vertrauen, sondern sie gegenchecken.

Steuerspar-Tipps vom Fiskus bekommt man nicht und ganz automatisch geht die Einkommensteuererklärung natürlich sowieso nicht. Denn Werbungskostenfür den Beruf, Zahlungen für Handwerker oder die Putzfrau im vergangenen Jahr kennen nur die Steuerzahler selbst – daher müssen sie sie auch selbst angeben. Denn vor allem mit diesen und weiteren Eingaben können sie eine Steuerrückerstattung einheimsen.

Finanzamt, bitte prüfen Sie!

Die Finanzämter sollen viele eingehende Steuererklärungen vollautomatisch bearbeiten und nur noch stichprobenartig beim Steuerzahler nachfragen. Steuerzahler können aber sicherstellen, dass sich ein Beamter ihre Steuererklärung genau ansieht. Dazu gibt es im Mantelbogen erstmals ab 2017 eine neue Zeile 98. Tragen Sie dort eine "1" ein und erläutern Sie auf einem Beiblatt ihr Anliegen oder ihre Frage. Sie müssen dem Beamten auch kenntlich machen, an welcher Stelle sie von der üblichen Rechtsauffassung der Finanzverwaltung abgewichen sind, die sich aus den amtlichen Ausfüllhilfen, Merkblättern und Formularen ergibt.

  • Biallo-Tipp: Wer die Zeile 98 ausfüllt, verhindert, dass ihm das Finanzamt später den Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung macht, wenn sich herausstellt, dass man – eventuell aus Versehen – nicht alle steuerlich relevanten Informationen mitgeteilt hat. 
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de