Steuererklärung 2018: Stichtag 31. Juli nicht verpassen

Steuer-Serie Teil 1 Steuererklärung 2018: Stichtag 31. Juli nicht verpassen

Update: 09.07.2019
von Michael Schreiber
Update: 09.07.2019
Auf einen Blick
  • 974 Euro Steuerrückzahlung erhalten Verbraucher im Schnitt mit der Steuererklärung.

  • Stichtag für die Abgabe der Steuererklärung ist seit diesem Jahr der 31. Juli (zuvor: 31. Mai).

  • Wer die Steuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lässt, hat noch länger Zeit.

  • In unserer großen Steuer-Serie führen wir Sie Schritt für Schritt durch die Steuerformulare und geben hilfreiche Steuer-Tipps.
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Für viele Bürger rangiert die jährliche Steuerabrechnung mit dem Finanzamt auf der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen gleich hinter dem Zahnarzttermin oder einem Elternabend in der Schule. Dabei wird kaum eine andere Tätigkeit so üppig entlohnt wie das Erstellen der eigenen Steuererklärung.

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974 Euro Steuerrückzahlung kassiert der Normalbürger im Schnitt, so die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Das macht bei einem angenommenen Zeitaufwand von vier Stunden einen Stundenlohn von 243 Euro. Und für viele Steuerzahler ist sogar noch mehr drin – auch wegen neuer steuerzahlerfreundlicher Urteile der Finanzgerichte.

Pflicht oder Kür?

Arbeitnehmer, die 2018 nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt waren und keinerlei Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Elterngeld erhielten, sind nicht zum Ausfüllen der Steuerformulare, samt Mantelbogen und Anlage N & Co., verpflichtet. Doch wenn sie zum Beispiel Kirchensteuer gezahlt haben, hohe Werbungskosten geltend machen können, nur einige Monate gearbeitet haben oder sich ihr Familienstand – etwa durch eine Hochzeit – verändert hat, lohnt sich die Mühe, die Formulare auszufüllen.

Haben Arbeitnehmer neben ihrem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro eingestrichen, dann haben sie keine Wahl: Sie müssen die Formulare ausfüllen – per Papier oder über die elektronische Steuererklärung Elster. Gleiches gilt, wenn sie im vergangenen Jahr mehrere Jobs mit Steuerklasse VI hatten. Oder wenn beide Ehepartner mit der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gearbeitet haben. Auch wenn Sie sich einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte haben eintragen lassen, ist die Steuererklärung verpflichtend.

Biallo-Tipp: Selbstständige und Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag für 2018 von 9.000 Euro (Ledige) bzw. 18.000 Euro (Verheiratete) übersteigt.

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Abgabetermine beachten

Steuerzahler, die für 2018 zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, müssen diese erst zum 31. Juli 2019 (bisher 31. Mai) beim Finanzamt einreichen. Die Verlängerung der gesetzlichen Abgabefrist um zwei Monate wurde zwar schon 2017 beschlossen, sie wird aber erst in diesem Jahr wirksam.

Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein mit der Erstellung seiner Steuererklärung beauftragt, hat sogar bis Ende Februar 2020 Zeit. Da 2020 ein Schaltjahr ist und der 29. Februar 2020 zudem auf einen Samstag fällt, verschiebt sich die Deadline auf den 2. März 2020. Wer mehr Zeit braucht, kann wie bisher auch mit einer plausiblen Begründung – zum Beispiel Erkrankung oder fehlende Unterlagen – einen Zeitaufschub erhalten. Dazu reicht ein kurzes Schreiben an das Finanzamt normalerweise aus. Die neu vereinbarte Abgabefrist sollte dann aber auch eingehalten werden.

Die zwei Monate Zeitaufschub haben ohnehin ihren Preis. Denn Verstöße gegen die Abgabefristen werden von den Finanzämtern künftig strenger geahndet. Wer den Abgabetermin verschwitzt, zahlt künftig automatisch einen Verspätungszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuerlast, mindestens aber 25 Euro pro angefangenem verspätetem Monat. Einen Ermessenspielraum haben die Beamten künftig nur noch, wenn Steuerzahler eine Rückzahlung erhalten oder wenn die Abrechnung einen Steuerbescheid über null Euro auswirft – ansonsten nicht mehr.

Biallo-Tipp: Wer schon bisher immer alles auf den letzten Drücker eingereicht hat, läuft Gefahr die zwei Monate Zeitaufschub wieder zu vertrödeln und dann Strafen zu kassieren. Denn wer hat schon Lust, sich im Hochsommer und kurz vorm Jahresurlaub durch die eigene Zettelwirtschaft zu wühlen? Papiermuffel sollten sich deshalb am bisherigen Abgabetermin 31. Mai orientieren. Wer freiwillig eine Steuererklärung erstellt, hat vier Jahre – bis Ende 2022 – dafür Zeit.

Gut zu wissen: Seit Juli 2016 darf man mit dem Steuerberater über sein Honorar verhandeln. Vorher galt eine gesetzlich definierte Honorarhöhe. Der Verhandlungsspielraum gilt für alle Dienstleistungen des Steuerprofis, die nicht vor Gericht erbracht werden. Der Steuerberater ist per Gesetz verpflichtet, seinen Mandanten auf die geänderte Rechtslage hinzuweisen.

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Anbieter
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 243,46
1,21%
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211,10
1,05%
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Mit Elster geht's schneller!

Die elektronisch erledigte Einkommensteuerklärung liegt voll im Trend: Nach Informationen des Digitalverbandes Bitkom reichten in 2017 bereits 22,1 Millionen Bürger ihre Steuererklärung über Elster online ein. Seit 2012 (12 Millionen) hat sich die Zahl fast verdoppelt. Die Finanzverwaltung hält im Internet unter www.elster.de eine kostenlose Steuersoftware für jedermann parat. Sie müssen sich für den Service online registrieren und sich – in der kostenlosen Variante – eine Zertifikatsdatei herunterladen.

Biallo-Tipp: Die Finanzämter stellen in Aussicht, dass sie online erhaltene Steuererklärungen zügiger abwickeln. Wer seine Steuererstattung flott erhalten möchte, sollte die Steuererklärung entsprechend online einreichen. Papier-Fans, die lieber offline arbeiten, erhalten die Formulare beim örtlichen Finanzamt oder auch im Internet über das Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung.

Vorausgefüllte Steuererklärung – bequem, aber tückisch

Die Finanzverwaltung offeriert online auch einen kostenlosen Dienst – die vorausgefüllte Steuererklärung. Klingt bequem und nach Arbeitsersparnis. Mit einem kostenlosen Zertifikat kann man sich über das Elster-Portal registrieren und für den Datenabruf freischalten lassen. Anschließend lassen sich alle beim Finanzamt gespeicherten eigenen Basisdaten abrufen – und können direkt in die elektronische Steuererklärung übertragen werden. Vorteil: Man spart sich lästiges Abtippen etwa von Krankenkassendaten, Riester-Verträgen oder Lohnsteuerbescheinigungen, da diese Daten üblicherweise dem Finanzamt auch elektronisch gemeldet worden sind.

Doch Vorsicht: Die vorausgefüllten Angaben können auch Fehler enthalten! Daher sollten Sie den Daten nicht einfach vertrauen, sondern diese immer gegenchecken.

Steuerspar-Tipps vom Fiskus bekommt man nicht und ganz automatisch geht die Einkommensteuererklärung natürlich sowieso nicht. Denn Werbungskosten für den Beruf, Zahlungen für Handwerker oder die Putzfrau im vergangenen Jahr kennen nur die Steuerzahler selbst – daher müssen sie sie auch selbst angeben. Denn vor allem mit diesen und weiteren Eingaben können sie eine Steuerrückerstattung einheimsen.

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Finanzamt, bitte prüfen Sie!

Die Finanzämter sollen viele eingehende Steuererklärungen vollautomatisch bearbeiten und nur noch stichprobenartig beim Steuerzahler nachfragen. Steuerzahler können aber sicherstellen, dass sich ein Beamter ihre Steuererklärung genau ansieht. Dazu gibt es im Mantelbogen 2018 die Zeile 98. Tragen Sie dort eine "1" ein und erläutern Sie auf einem Beiblatt ihr Anliegen oder ihre Frage. Sie müssen dem Beamten auch kenntlich machen, an welcher Stelle sie von der üblichen Rechtsauffassung der Finanzverwaltung abgewichen sind, die sich aus den amtlichen Ausfüllhilfen, Merkblättern und Formularen ergibt.

Biallo-Tipp: Wer die Zeile 98 ausfüllt, verhindert, dass ihm das Finanzamt später den Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung macht, wenn sich herausstellt, dass man – eventuell aus Versehen – nicht alle steuerlich relevanten Informationen mitgeteilt hat.

Lesen Sie auch: Steueränderungen 2019 – Wie viel Entlastung bringen die Reformen?

Biallo-Lesetipp

Was Sie bei Ihren Angaben gegenüber dem Finanzamt beachten sollten, stellen wir in unserer siebenteiligen Steuer-Serie für Sie zusammen: Weitere aktualisierte Beiträge, rund um Mantelbogen und Anlagen zur Steuererklärung, finden Sie in nächsten Tagen auf unserer Homepage oder in unserem Newsletter. Bisher bereits erschienen sind folgende Artikel unserer aktuellen Steuer-Serie:

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de