Vorsorgevollmacht 2016 Was sollten Sie darin festlegen?

Vorsorgevollmacht 2016 Was sollten Sie darin festlegen?

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
13.01.2016
Auf einen Blick

Zum privaten Vermögensmanagement gehört auch die Regelung für Notfälle durch eine Vorsorgevollmacht. Was Sie dabei beachten sollten.

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Es kann manchmal ganz schnell gehen. Plötzlich sind Sie durch eine Krankheit oder einen Unfall nicht mehr in der Lage, Ihre Dinge selbst zu regeln. Beispielsweise keine Bank- oder Versicherungsgeschäfte alleine durchführen. Angehörige stehen Ihnen sicher im Ernstfall bei, sind aber rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen gefordert, dürfen Ehepartner oder Kinder den Hilflosen (also Sie) nicht automatisch gesetzlich vertreten. Für einen Volljährigen können Angehörige nur in zwei Fällen entscheiden oder Erklärungen abgeben: Entweder aufgrund einer rechtsgeschäftlichen Vollmacht oder wenn sie gerichtlich bestellter Betreuer sind.
Daher mein Rat: Bestimmen Sie selbst per Vorsorgevollmacht diejenige Personen, die im Vorsorgefall für Sie handeln sollen. Diese Personen müssen sich dann von niemandem hineinreden und Entscheidungen von keiner staatlichen Stelle extra absegnen lassen.

Zu betreuende Bereiche festlegen

Mit dem Vorsorgedokument legen Sie als Verfasser fest, was Ihre Vertrauensperson für Sie regeln darf oder auch nicht. Bei Vorlage einer umfassenden Vollmacht entfällt die gerichtlich anzuordnende Betreuung. Sie können frei entscheiden, für welche einzelnen Bereiche Ihre Vollmacht Gültigkeit haben soll. So legen Sie zum Beispiel fest, dass der Bevollmächtigte

  • die Vermögensangelegenheiten führen kann,
     
  • alle Rechtsgeschäfte führen darf,
     
  • keinen Grundbesitz veräußern darf,
     
  • alle Wohnungsangelegenheiten regeln darf,
     
  • über seinen Aufenthaltsort mitbestimmen kann,
     
  • alle postalischen Angelegenheiten regeln kann,
     
  • die Gesundheitsfürsorge wahrnehmen soll.

Da nicht jeder in allen Bereichen gleich gut sein muss, dürfen Sie durchaus für verschiedene Aufgabenbereiche jeweils einen eigenen Bevollmächtigten einsetzen. Bei Vermögensangelegenheiten ist unbedingt zu beachten, dass viele Banken und Sparkassen keine allgemeine Vorsorgevollmacht akzeptieren. Deshalb ist es ratsam, sich vorher bei Ihrem Geldinstitut zu erkundigen. Oft ist hierzu eine notariell oder bankintern beglaubigte Unterschrift erforderlich. Diese Bankvollmacht können Sie jederzeit widerrufen.

Die Vorsorgevollmacht muss schriftlich, aber nicht handschriftlich verfasst sein. Handschriftlich wäre allerdings die Gefahr der Fälschung am geringsten; Ort, Datum und vollständige eigenhändige Unterschrift dürfen keinesfalls fehlen. Eine Vollmacht sollten Sie so präzise wie möglich ausformulieren, damit die gewählte Vertrauensperson im Ernstfall nicht eventuell blockiert ist. Wichtig dabei: Sie können die Vorsorgevollmacht jederzeit problemlos widerrufen oder abändern.
Um einen vorherigen Missbrauch einer Vollmacht auszuschließen, schränken Sie deren Gebrauch am besten dahingehend ein, dass sie erst in Kraft tritt, wenn ein ärztliches Attest die eigene Handlungsunfähigkeit bescheinigt.

Vorsorgevollmacht richtig aufbewahren

Denken Sie immer daran: Eine Vorsorgevollmacht ist nur dann sinnvoll, wenn sie im Ernstfall auch aufgefunden wird. Ein sicherer Ort ist zum Beispiel das Zentrale Vorsorgeregister, das bei der Bundesnotarkammer geführt wird. Dort kann jede erteilte Vollmacht registriert werden, per Brief oder über das Internet (www.vorsorgeregister.de). Der entscheidende Vorteil: Vormundschaftsgerichte müssen nicht mehr langwierig nachforschen, sondern können jederzeit über eine Online-Abfrage feststellen, ob bereits eine Vollmacht besteht. Im Schnitt gibt es dort über 20.000 Anfragen im Monat. Über zwei Millionen Vorsorgevollmachten sind bereits registriert. Eine Kopie des Dokuments kann dann bei der betreffenden Vertrauensperson liegen. Gebührenfreies Bürger-Telefon: 0800 / 35 50 500

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de