Zum Jahresendspurt noch sparen

Steuer-Endspurt Zum Jahresendspurt noch sparen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
27.12.2016
Auf einen Blick
  • Riester-Vertrag noch zum Jahresende abschließen.
  • Auf die freiwillige Steuererklärung nicht verzichten.
  • Überprüfen Sie Ihre Steuerklasse.
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Freistellungsaufträge richtig verteilen

So manche Bank schreibt die Zinsen auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten erst am Jahresende gut. Daher sollten Sie rechtzeitig überprüfen, ob Sie Ihr Freistellungsvolumen (maximal 801 Euro bei Ledigen und 1.602 Euro bei Verheirateten) optimal auf Ihre verschiedenen Banken, Fondsgesellschaften oder Bausparkassen verteilt haben.

Denn bleibt der Freisteller bei einem Institut ungenutzt und ist bei einer anderen Bank bereits ausgeschöpft, bekommen Sie unnötig Steuer abgezogen, die Sie sich dann erst wieder über die jährliche Steuererklärung zurückholen können.  

Freiwillige Steuererklärung

Nicht jeder ist verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen: Wer zum Beispiel als Arbeitnehmer übers Jahr gesehen nur für einen Arbeitgeber tätig war und keine Nebeneinkünfte einstrich oder Lohnersatzleistungen erhielt, muss sich eigentlich nicht durch die Formulare quälen.

Doch in aller Regel lohnt sich das trotzdem: Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler erhalten Arbeitnehmer im Schnitt rund 900 Euro vom Fiskus zurück, etwa wenn man Sonderausgaben wie zum Beispiel die Kirchensteuer geltend macht; ein anderes Beispiel sind die Werbungskosten für Fahrten zur Arbeit.

Ohne Steuererklärung fallen die nämlich unter den Tisch.  Wichtig zu wissen: Wer für 2012 noch keine Erklärung abgegeben hat, muss das bis Jahresende nachholen. Es gilt eine Vier-Jahres-Frist.

Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen

Die Arbeitnehmer-Sparzulage bei vermögenswirksamen Leistungen kann ebenfalls nur für vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Auch hier läuft deshalb die Frist für das Jahr 2012 zum Jahresende ab.

Aufgepasst: Für die Anträge auf Wohnungsbauprämie beträgt die Frist nur zwei Jahre. Deshalb können bis Jahresende nur noch rückwirkend Anträge bis zum Jahr 2014 gestellt werden.

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
25,02
1,00%
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15,00
0,60%
3.
13,76
0,55%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Riestern

Wenn Sie ohnehin vorhaben, demnächst einen Riester-Vertrag abzuschließen, sollten Sie das ruhig noch in den letzten Wochen des Jahres tun, denn das kann sich steuerlich lohnen. Den gesamten Steuervorteil fürs zu Ende gehende Jahr sichern Sie sich über eine Einmalzahlung bis Ende Dezember 2016.

Für den maximalen Steuerspareffekt zahlt man als lediger Steuerzahler vier Prozent seines letztjährigen Bruttos abzüglich Zulagen in einen Riester-Vertrag ein, mindestens aber 60 Euro pro Jahr. Maximal fördert der Staat Einzahlungen bis 2.100 Euro. Als Lediger ohne Kinder erhält man bei Vertragsabschluss rückwirkend fürs Jahr 154 Euro Grundzulage: Beginnen Sie vor Ihrem 25. Lebensjahr zu riestern, spendiert Ihnen der Staat zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.

Interessanter ist Riestern für Leute mit Kindern: Pro Kind gibt es jährliche Zulagen von 185 Euro, für ab 2008 geborene Kinder sogar von 300 Euro. Der zu zahlende Eigenanteil sinkt entsprechend ab.

Biallo-Tipp: Sie sollten darauf achten, unbedingt gleich den Dauerzulagenantrag auszufüllen, dann verpasst man keine Fristen zur Beantragung der Riesterzulage. Rückwirkend können die Zulagen ebenfalls nur für zwei  Jahre beantragt werden, bis Ende 2016 also noch rückwirkend für 2014 und danach.  

Heiraten

Romantisch ist dieser Tipp nicht gerade, aber wenn Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin ohnehin vorhaben, bald vor den Traualtar zu treten, können Sie das ruhig noch 2016 tun – und damit womöglich Steuern sparen. Das Ehegattensplitting macht sich vor allem bemerkbar, wenn beide unterschiedlich gut verdienen, sonst lohnt es sich eher weniger.

Steuerklassen überprüfen

Verheiratete oder verpartnerte Arbeitnehmer sollten bis zum Jahresende prüfen, ob die gewählten Lohnsteuerklassen für das kommende Jahr noch sinnvoll sind. Falls ein Partner im kommenden Jahr mit Arbeitslosigkeit rechnen muss, kann er durch eine günstigere Steuerklasse die Leistungen erhöhen. Entscheidend ist die Steuerklasse, die zum Jahresbeginn galt. Deshalb muss ein Wechsel aus diesem Grund noch vor Januar erfolgen. Auch auf die Höhe des künftigen Elterngelds hat die Steuerklasse einen Einfluss. Werdende Eltern sollten sich den Effekt am besten durchrechnen lassen.   

Hier noch ein paar Tipps: Die „Kombination IV/IV“ bringt dann den geringsten monatlichen Lohnsteuerabzug, wenn Sie und ihr Partner etwa gleich viel verdienen. Die Steuerklassen-Kombination „IV/IV plus Faktor“ ist noch vergleichsweise neu und hat sich daher noch nicht so weit herumgesprochen. Sie sorgt aber dafür, dass der laufende Lohnsteuerabzug ziemlich genau der tatsächlichen Steuerschuld beider Partner entspricht. Größere Überraschungen – vor allem ärgerliche Nachzahlungen – können Sie so vermeiden.  

Bei größeren Lohnunterschieden ist die „Kombination III/V“ in der Regel für Sie vorteilhaft. Zu beachten ist allerdings, warnt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL), dass sich bei dieser Steuerklassenkombination häufig Nachzahlungen ergeben.  

Ausgaben vorziehen

NVL-Tipp: Arbeitnehmer, die 2016 mehr verdient haben als sie 2017 voraussichtlich erhalten werden, können Steuern sparen, wenn sie Werbungskosten vorziehen. So können Arbeitsmittel angeschafft oder Fortbildungskosten für nächstes Jahr angezahlt werden. Zu beachten ist, dass die Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von jährlich 1.000 Euro übersteigen müssen. In anderen Fällen kann es sinnvoll sein, Werbungskosten in das Jahr 2017 zu verlagern.  

Handwerker zahlen

An haushaltsnahen Handwerkerleistungen beteiligt sich bekanntlich der Fiskus – mit bis zu 1.200 Euro jährlich. Absetzbar sind jeweils 20 Prozent der Lohnkosten, nicht aber der Aufwendungen für Material, bis zu einer Rechnungssumme von jährlich 6.000 Euro. Wer diesen Betrag bisher nicht ausgeschöpft hat, aber dieses Jahr noch einen Handwerker beschäftigt, sieht zu, dass er die Rechnung noch dieses Jahr zahlt, um den Steuerbonus zu sichern. Eventuell bietet es sich auch an, 2016 eine Abschlagszahlung zu leisten und den Rest auf 2017 zu schieben.  

Krankheitskosten konzentrieren

Bei Krankheitskosten oder anderen außergewöhnlichen Belastungen ist es oft lohnenswert, wenn ein möglichst hoher Betrag in einem Jahr erreicht wird. Denn der Fiskus schreibt eine Art Selbstbeteiligungshürde vor (Details siehe Paragraph 33 Einkommensteuergesetz). Sie richtet sich nach Familienstand, Kinderzahl und dem eigenen Einkommen. Es kann daher steuerlich sinnvoll sein, die neue Brille nicht erst im Januar, sondern jetzt noch zu erwerben, um diese Hürde zu nehmen.

Zum Hintergrund: Steuerzahler dürfen Ausgaben für Medikamente, Brillen, Zahnersatz & Co. als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, wenn die Krankenkasse nicht einspringt.

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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de