Rechtsschutzversicherung: Darauf sollten Sie bei der Kündigung achten

Ratgeber Rechtsschutzversicherung: Darauf sollten Sie bei der Kündigung achten

Oliver Mest
von Oliver Mest
10.07.2018
Auf einen Blick
  • Gründe, eine Rechtsschutzversicherung zu kündigen, gibt es mehrere. Aber auch der Versicherer selbst kann Ihnen kündigen.

  • Unser Ratgeber zeigt Ihnen, auf welche Punkte Sie bei der Kündigung achten sollten und wann ein Anbieter-Wechsel sinnvoll ist.

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Rechtsschutzversicherungen werden in Deutschland relativ häufig gekündigt – die Gründe dafür sind vielfältig.

1. Das versicherte Risiko ist entfallen

Manchmal wird eine einmal abgeschlossene Rechtsschutzversicherung zu einem späteren Zeitpunkt einfach nicht mehr benötigt. So kündigen viele Ältere zum Ende ihres Berufslebens den Arbeitsrechtsschutz, weil sie mit Rentenbeginn keine beruflichen Rechtsstreitigkeiten mehr zu befürchten haben. Und auch die Verkehrsrechtsschutzversicherung wird in vielen Fällen aufgegeben, weil zum Beispiel mit dem Verkauf des Autos das versicherte Risiko wegfällt.

2. Beitragserhöhungen

In der Vergangenheit ist es immer wieder zu deutlichen Beitragserhöhungen bei den Rechtsschutzversicherungen gekommen, weil zum einen die Anzahl der Streitigkeiten zunimmt und zum anderen die Kosten für Rechtsstreitigkeiten auch deutlich gestiegen sind.

Flattert eine solche Beitragserhöhung ins Haus, ist das für viele Versicherte der Anlass, über Sinn und Unsinn ihrer Rechtsschutzversicherung nachzudenken und die Police dann aufzugeben. Hierbei hilft den Versicherten natürlich auch der Umstand, dass es bei einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht gibt.

3. Unzufriedenheit mit dem Versicherer

Ein weiterer, in der Praxis durchaus relevanter Kündigungsgrund ist die Unzufriedenheit mit der eigenen Rechtsschutzversicherung. Vor allem im Leistungsfall bekommen viele Versicherte das Gefühl, dass ihre Versicherung ungerechterweise den Leistungsansprüchen nicht nachkommt.

Auch in diesem Fall nutzen viele Versicherte das Kündigungsrecht und verlassen den Vertrag. Die Beschwerden über die Versicherer halten sich insgesamt in Grenzen, es gibt aber bei der Beschwerdehäufigkeit schon deutliche Unterschiede.

Beschwerdestatistik 2017 in der Rechtsschutzversicherung

Kurzname
Anzahl Rechtsschutzverträge 2017
Anzahl Beschwerden
ADAC-RECHTSSCHUTZ 2.223.536 9
ADVOCARD RS 1.523.449 34
ALLIANZ VERS. 2.421.395 37
ALTE LEIPZIGER VERS. 333.977 24
ARAG ALLG. VERS. k.A. 1
ARAG SE 1.446.227 91
AUXILIA RS 543.511 8
BADISCHE RECHTSSCHUTZ 169.531 3
BAYER. BEAMTEN VERS. k.A. 2
BRUDERHILFE SACH.AG 90.558 3
CONCORDIA VERS. 421.488 7
CONTINENTALE SACHVERS 126.329 4
DA DEUTSCHE ALLG.VER. k.A. 1
DEBEKA ALLGEMEINE 426.865 7
DEURAG DT. RS 1.218.523 48
DEVK RECHTSSCHUTZ 1.107.762 31
DMB RECHTSSCHUTZ 800.305 5
ERGO VERSICHERUNG 2.098.404 33
GVO GEGENSEITIGKEIT k.A. 4
HDI GLOBAL SE 5.864 1
HUK24 AG 119.749 4
HUK-COBURG RS 1.715.189 15
IDEAL VERS. k.A. 1
ITZEHOER VERSICHERUNG k.A. 1
JANITOS VERSICHERUNG k.A. 1
LVM SACH 786.123 8
MECKLENBURG. VERS. 145.673 3
NEUE RECHTSSCHUTZ 450.660 16
NÜRNBG. ALLG. k.A. 1
OERAG RECHTSSCHUTZ 1.798.370 39
R+V ALLGEMEINE VERS. 778.360 12
ROLAND RECHTSSCHUTZ 1.723.026 47
VGH LAND.BRAND.HAN. 208.498 3
WGV-VERSICHERUNG 427.632 16
WÜRTT. GEMEINDE-VERS. k.A. 1
WÜRTT. VERS. 689.752 10

Quelle: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Statistiken

Vom Versicherer gekündigt? Was nun?

Natürlich kann es auch vorkommen, dass eine Rechtschutzversicherung Ihnen als Kunden kündigt. Meist ist das der Fall, wenn Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrere Schäden melden und von Ihrer Versicherungsgesellschaft regulieren lassen. Es kann aber durchaus auch sein, dass die Rechtsschutzversicherung einen Tarif oder die Sparte insgesamt aufgibt und deshalb den Versicherungsschutz nicht weiter anbieten kann. Erhalten Sie von Ihrer Rechtsschutzversicherung eine Kündigung, ist es sinnvoll, mit dem Anbieter in Kontakt zu treten. Schlagen Sie vor, dass der Versicherer die Kündigung zurücknimmt und Sie im Gegenzug selbst die Kündigung aussprechen.

Der Hintergrund: Eine gegen Sie ausgesprochene Kündigung wird Ihnen bei der Suche nach einer neuen Rechtsschutzversicherung eher zum Nachteil ausgelegt, als wenn Sie die Rechtsschutzversicherung selbst gekündigt haben.

Wann kann ich eine Rechtsschutzversicherung kündigen?

Wenn Sie Ihre Rechtsschutzversicherung kündigen wollen, müssen Sie einiges beachten. Die sogenannte ordentliche Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate.

Ein Beispiel: Sie haben einen Jahresvertrag mit einer Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, der bis zum 1. August läuft. Sie müssen dann Ihren bestehenden Vertrag zum 1. Mai spätestens kündigen, ansonsten verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr.

Läuft Ihre Rechtsschutzversicherung über zwei oder drei Jahre, können Sie erst zum Ablauf des letzten Versicherungsjahres kündigen. Eine Ausnahme gibt es nur bei Fünfjahresverträgen, die bereits zum Ende des dritten Versicherungsjahres gekündigt werden können. Und es gibt sogenannte Sonderkündigungsrechte. Sie können Ihren Vertrag auflösen, wenn die Rechtsschutzversicherung im Leistungsfall die Regulierung und Kostenübernahme ablehnt oder den Beitrag erhöht.

Außerdem können Sie den Vertrag auch dann auflösen, wenn das versicherte Risiko wegfällt. Das wäre zum Beispiel im Berufsrechtsschutz der Fall, wenn Sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Biallo-Tipp

Wenn Sie Ihre Rechtsschutzversicherung kündigen und einen neuen Vertrag abschließen möchten, dann achten Sie unbedingt darauf, dass der neue Vertrag nahtlos und ohne einen einzigen Tag der Unterbrechung an den alten Vertrag anschließt. So vermeiden Sie neue Wartezeiten. Bei einem nahtlosen Übergang werden die bereits absolvierten Wartezeiten des Altvertrages nämlich übernommen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de