Rechtsschutz: Auch ohne Wartezeit möglich?

Rechtsschutzversicherung Rechtsschutz: Auch ohne Wartezeit möglich?

Oliver Mest
von Oliver Mest
05.09.2018
Auf einen Blick
  • Rechtsschutz ohne Wartezeit ist in einigen Bereichen möglich.  

  • Nach einem nahtlosen Wechsel der Rechtsschutzversicherung gibt es keine erneute Wartezeit. 

  • Wartezeiten von drei Monaten sind der Standard – teilweise gibt es aber auch längere Wartezeiten. 
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Rechtsschutzversicherung: Wartezeit immer im Hinterkopf behalten

Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung erfolgt oft aus einer ganz konkreten Streitsituation: Man fürchtet Stress mit dem Arbeitgeber, weil es der Firma schlecht geht, der Nachbar beschwert sich über die seiner Meinung nach zu hohe Hecke oder es droht Ärger bei einer Internet-Bestellung. Der erste Gedanke von vielen dann: Jetzt bräuchte ich eine Rechtsschutzversicherung, die sofort und ohne Wartezeit einspringt – und dieser Gedanke beherrscht dann oft auch den angestellten Vergleich der Rechtsschutzversicherung

Vorvertraglichkeit und Wartezeit

Tatsache ist aber: Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, nützt eine Rechtsschutzversicherung nichts mehr, denn sogenannte vorvertragliche Streitigkeiten sind niemals mitversichert. Ist die Grundlage für eine rechtliche Auseinandersetzung also schon geschaffen, besteht keine Möglichkeit mehr, sich gegen die Kosten zu versichern.

Eine Ausnahme von der Regel, dass vorvertragliche Streitigkeiten nicht versichert sind, kann es nur dann geben, wenn bereits zum Zeitpunkt des Auslösers für den Streit eine Rechtsschutzversicherung bei einem anderen Versicherer bestand und der heutige Vertrag nahtlos an den früheren angeschlossen hat.

Warum gibt es eine Wartezeit bei der Rechtsschutzversicherung?

Die Wartezeit umfasst den Zeitraum, in dem Sie bereits Prämien für Ihre Rechtsschutzversicherung zahlen, aber noch keine Leistungen beanspruchen können. Eine solche Wartezeit dient vor allem dem Schutz der Versichertengemeinschaft, weil sie reine Zweckabschlüsse verhindert: Damit sind Vertragsabschlüsse in der Rechtsschutzversicherung gemeint, die in Anbetracht eines drohenden Rechtsstreites kurzfristig abgeschlossen werden.

Was hat es mit der Wartezeit auf sich?

Trotzdem möchten viele Verbraucher eine Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit, weil sie befürchten, dass ein Streit zeitnah ausbrechen kann. Und tatsächlich gibt es eine solche Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit – zumindest in einigen Bereichen. Bei diesen Leistungen und Bausteinen einer Rechtsschutzversicherung gibt es keine Wartezeit:

  • Verkehrsrechtsschutz
  • Schadenersatz-Rechtsschutz
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz
  • Straf-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz für das Opfer von Gewaltstraftaten
  • Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz im Familien-, Lebenspartnerschafts- und Erbrecht
  • Rechtsschutz in Betreuungsverfahren

Vergleich Rechtsschutzversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 CIF-PRO-classic 188,45 Euro weiter
2 DMB Securo 198,29 Euro weiter
3 Ratio 229,00 Euro weiter
4 JurPrivat 235,00 Euro weiter
5 Compact Familie 236,93 Euro weiter
RS Privat/ Verkehr/ Beruf/ Wohnen, Laufzeit 1 Jahr, Antragsteller 30 J., nur Top-Familientarife.
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Rechtsschutzversicherung: Wartezeit ist Standard

Außerhalb der erwähnten Ausnahmen sehen Rechtsschutzversicherungen immer eine Wartezeit von in der Regel drei Monaten vor – in der Praxis ist die vor allem relevant bei

  • Berufs-Rechtsschutz
  • Vertrags-Rechtsschutz
  • Wohnungs-Rechtsschutz und Immobilien-Rechtsschutz
  • verwaltungs- oder steuerrechtlichem Rechtsschutz im privaten oder beruflichen Umfeld

Dazu gibt es Bereiche, in denen der Rechtsschutz noch einmal besondere Wartefristen vorsieht. Wenn familienrechtliche Streitigkeiten mitversichert sind, sehen manche Versicherer eine Wartezeit von sechs Monaten vor. Bei Streitigkeiten im Unterhalts- oder Erbrecht sind Wartezeiten von bis zu zwölf Monaten nicht selten.

Wartezeitverzicht bei Versichererwechsel

Eine Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit in den meisten versicherten Bereichen ist tatsächlich möglich, wenn Sie die Rechtsschutzversicherung gewechselt haben. Voraussetzung für einen Entfall der Wartezeit in den Bereichen Privatrechtsschutz, im Arbeitsrechtsschutz sowie im Wohnungs- und Mietrechtsschutz ist eine nahtlose Vorversicherung – der frühere und heutige Vertrag müssen also genau aneinander angeschlossen haben.

Der Vorvertrag kann übrigens auch ein fremder Vertrag sein, über den Sie selbst mitversichert waren – etwa über den Lebenspartner oder die Eltern. Durch diesen Wartezeitenverzicht ist auch ein Wechsel der Rechtsschutzversicherung sinnvoll, weil Sie – anders als etwa bei der Krankenzusatzversicherung – nicht mit einer erneuten Wartezeit konfrontiert sind, sondern die absolvierte Wartezeit "mitnehmen” und im neuen Vertrag von Anfang an ohne Wartezeit in den Genuss des Schutzes kommen.

Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit teurer?

Die Kosten einer Rechtsschutzversicherung hängen nicht davon ab, ob und in welchen Bereichen auf eine Wartezeit verzichtet wird: Die Höhe der Beiträge bemisst sich vor allem nach dem Umfang des Schutzes und den gewählten Bausteinen – und danach, wie umfangreich die Leistungen insgesamt sind. Sie können in unserem Vergleichsrechner die Beiträge für Ihre gewünschte Rechtsschutzversicherung selbst berechnen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de