Zwei Wochen Auszeit für Körper Geist und Seele

Reise ins Heimatland des Ayurvedas Indien Zwei Wochen Auszeit für Körper Geist und Seele

Martina Tahiri
von Martina Tahiri
07.02.2017
Auf einen Blick
  • Der etwas andere Urlaub in Indien.

  • Ein Erfahrungsbericht.
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Ankunft am frühen Morgen indischer Zeitrechnung. Hier ist alles anders: Luftfeuchtigkeit, Geruch, sanitäre Gepflogenheit und Hygiene bis hin zur unendlichen Gelassenheit indischer Beamter, welche die Reisevisa all der blassen europäischen Auszeit-Hungrigen kontrollieren. Auf eine Stunde hin oder her kommt es bei einer Reise um den halben Globus nun auch nicht mehr an.

Und dann ist es wie ein Eintauchen in eine andere Welt, wie ein fremder Planet. Ein schicker, junger Inder, mein Privatchauffeur samt Luxuskarosse begrüßt mich aufs höflichste – ich komm mir vor wie die Königin von Deutschland. Die Müdigkeit ist wie weggeblasen, ich weiß nicht, wohin ich zuerst schauen soll, mein erster Aufenthalt auf asiatischem Boden. Mein Fahrer jagt bzw. fädelt unsere Karosse wie Fäden durch Nadelöhre der vierspurigen Highways von Thiruvananthapuram, der südwestlichen Provinz Kerala. Esel, Lastwagen, Tuk Tuks, Fußgänger, alle teilen sich den Highway auf schwindelerregende Weise. Vor jeder Kurve wird gehupt und die Farben, Gerüche und Geräusche überwältigen mich.

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Und dann komme ich im Paradies an. Nicht dass es hier ruhig wäre, nein die Luft ist voller fremdartiger Geräusche, Vögel, anderes Getier, Muezzine, Palmenrauschen, usw. Es handelt sich um ein ganz kleines Resort ohne viel westlichen Luxus, dafür authentisch, familiär und direkt in einem wunderschönen großen Palmengarten am Meer gelegen. Es gibt gerade mal zwölf Zimmer und die Gästeschar ist größtenteils aus dem deutschsprachigen europäischen Raum. Ich tauche ein ins Paradies.

Wie sieht nun ein Ayurveda-Tag im Paradies aus?

Er beginnt mit einer Yoga-Session inmitten des traumhaften Gartens morgens um sieben Uhr. Nach ausgiebigem Dehnen aller Körperteile gibt es entweder ayurvedisches Frühstück bestehend aus phantasievollen Reisgerichten in allen Farben, Formen und Gemüsesoßen, die wir in Deutschland frühestens um die Mittagszeit verzehren oder die erste Anwendungseinheit beginnt, zumeist eine sehr wohltuende Fußmassage im Liegestuhl unter Palmen im Garten. Mit nicht so großem Glück hat der Ayurveda-Arzt Anwendungen wie den heißen Dampfstrahl bei Rückenproblemen verordnet, dann kommt man bei saftiger Außentemperatur bereits morgens ordentlich ins Schwitzen. Je nach Tagesplan gibt es bis zum Abendessen Anwendungen in Form von vierhändigen Ölmassagen, Kopfmassage, Stirnguss, Kräuterbehandlungen usw.

Ansonsten einfach im Garten in Hängematten oder in Liegestühlen relaxen, träumen, lesen, schlafen. Oder wunderschöne Strandspaziergänge unternehmen, den Fischern zusehen und die Seele baumeln lassen. Das Mittagessen ist im Ayurveda das Highlight. All die Köstlichkeiten sind kaum zu beschreiben (außer man ist vom Ayurveda-Arzt zum Diät halten verdonnert oder hat sich selbst eine Abnehmkur verschrieben – ich glücklicherweise nicht). Nicht so lecker ist allerdings die Kräutermedizin: Einfach eine schwarze, stinkende dicke Brühe, die viermal am Tag verabreicht wird.

Der Abend schließt mit einer Meditationseinheit im Garten und ich schwebe unter mein Moskitonetz. Vorher hat der Nachtwächter die Zimmer geräuchert um für gute Energie während der Nacht zu sorgen. Da lieg ich nun und ordne beim Einschlafen all die fremdartigen Geräusche in der warmen, feuchten Nachtluft liegend zu.

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Das Personal wird zur Familie, die anderen Gäste zu Freunden. Silvester tanzen wir zusammen und stehen gemeinsam am Meer um das Feuerwerk ins Jahr 2017 zu bestaunen. 14 Tage für mich ohne Internet und Handy. Nicht weil das nicht möglich wäre – das möchte ich nicht. Entspannung auf allen Ebenen.

Vom Land selbst bekomme ich nicht viel mit. Der ganze Müll abseits von touristischen Orten ist nicht zu übersehen. Überall schillern die Gewänder der Inder in den schönsten Farben und Zeichen von Religiösität in der Luft. Einmal besuche ich den nächsten Ort mit anderen Gästen unseres Resorts, bestaune einen Tempel, spüre wie, anders sich hier alles anfühlt als in Deutschland. Und um noch ein bisschen der indischen Währungskrise entgegenzuwirken, lasse ich meine letzten Rupies bei einem der zahlreichen Schmuckhändler und ersteigere einen Ring, der in Deutschland ein x-Faches kostet.

Der Abschied fällt schwer, doch ich weiß, ich werde wiederkommen. Es war eine Auszeit, die sich besser selbst erfahren als beschreiben lässt. Eine Auszeit auf allen Ebenen – Körper, Geist und Seele.

Lesetipp:

Neben Indien berichten wir für Sie auch über die Reiseziele England und Thailand.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de