Das ändert sich 2018 bei Rente und Altersvorsorge

Neuerungen 2018 Teil 2 Das ändert sich 2018 bei Rente und Altersvorsorge

Max Geißler
von Max Geißler
29.12.2017
Auf einen Blick
  • Die Bundesregierung plant satte Rentenerhöhungen, zugleich werden zahlreiche Veränderungen im Lauf des Jahres 2018 wirksam.

  • So sollen etwa Ost- und Westrenten weiter angeglichen und Riester-Renten besser gestellt werden.
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Gute Nachrichten für Deutschlands Ruheständler: Die Renten sollen 2018 um mehr als drei Prozent steigen. Das Plus wird in den alten Bundesländern voraussichtlich 3,1 Prozent betragen und in Ostdeutschland 3,2 Prozent. Zugleich möchte die Regierung auch die Beitragszahler entlasten. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung könnte Anfang 2018 um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent sinken, so der vorliegende Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums.

Verbesserungen bei der Betriebsrente

Große Umbrüche bewirkt das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz. Es soll dazu beitragen, die Betriebsrente (bAV) vor allem in kleinen Betrieben attraktiver zu machen. Dazu dient zum Beispiel das neue Sozialpartnermodell. Es ermöglicht Arbeitgebern einen Steuerbonus von 30 Prozent, wenn sie gering verdienenden Beschäftigten mit einem Bruttolohn von weniger als 2.200 Euro im Monat eine Betriebsrente anbieten. Der Steuerrabatt wird wirksam, wenn der Arbeitgeber die Einzahlungen in die Betriebsrente jährlich mit 240 bis 480 Euro bezuschusst. Eine Pflicht zum Zuschuss besteht allerdings nicht. Wichtig: Arbeitnehmer, die nicht am neuen Sozialpartnermodell teilhaben möchten, müssen aktiv widersprechen.

Vor- und Nachteile des Sozialpartnermodells

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass Arbeitgeber bei dieser bAV-Form nicht mehr für die zugesagten Rentenansprüche haften. Der Betrieb muss weder eine bestimmte Rentenhöhe noch andere Leistungen zusagen. Versorgungseinrichtungen, die die betriebliche Altersvorsorge durchführen, dürfen ebenfalls keine Leistungen mehr garantieren. Das gilt für die eingezahlten Beiträge wie für bestimmte Rentenhöhen. Versorgungseinrichtungen erhalten dadurch die Möglichkeit, die Beitragsgelder freier anlegen zu können, zum Beispiel am Aktienmarkt. Ob dies am Ende zu einer höheren Rendite und damit zu mehr Rente führt, bleibt abzuwarten. Die Tarifparteien sind aufgerufen, Sicherheitspuffer gegen Beitragsverluste aufzubauen.

Biallo-Tipp

Wer eine Betriebsrente mit Renten- oder Beitragsgarantie wünscht, der kann statt des neuen Modells einen der bisherigen Durchführungswege wählen, etwa die Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds.

Weniger Anrechnung auf Grundsicherung

Positiv ist, dass Ansprüche aus Betriebs- und Riester-Renten künftig nur noch teilweise auf die Grundsicherung angerechnet werden. Das macht staatlich geförderte Renten attraktiver. Wer eine kleine Rente bezieht und daneben Grundsicherung, für den bleiben freiwillige Zusatzrenten künftig bis 202 Euro monatlich anrechnungsfrei. Das gilt für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, sowie bei der ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt in der Kriegsopferfürsorge. "Diese Neuregelung ist ein historischer Schritt und bringt wesentliche Verbesserungen", unterstreicht die geschäftsführende Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Allerdings dürfen die Verträge keine Kapitalauszahlung bei Renteneintritt vorsehen.

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Neuer Arbeitgeberzuschuss

Finanzielle Erleichterung winkt Betriebsrenten-Sparern ab 2019: Sie erhalten dann einen Zuschuss von ihrem Arbeitgeber zu ihren bAV-Einzahlungen. Das Geld stammt aus dem eingesparten Arbeitgeberanteil an die Sozialkassen, den diese im Rahmen der bAV-Gehaltsumwandlung nicht abführen müssen. Das sind zurzeit etwa 19,5 Prozent. Mindestens 15 Prozent der umgewandelten Gehaltsteile fließen künftig als Zuschuss an die jeweilige Versorgungseinrichtung. Dies soll die spätere Rente des Arbeitnehmers erhöhen und die vollständige Sozialversicherungspflicht im Alter ausgleichen. Damit der Zuschuss fließt, darf das Gehalt des Arbeitnehmers die Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung aber nicht übersteigen. Die Neuregelung gilt ab 2022 auch für bereits bestehende Betriebsrentenverträge.

Ebenfalls positiv ist die Möglichkeit, künftig im Rahmen der Betriebsrente mehr Steuern zu sparen. Arbeitnehmer dürfen künftig acht statt bislang vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung West in ihren bAV-Vertrag steuerfrei einzahlen. Sozialabgabenfrei bleiben aber weiterhin nur vier Prozent der bisherigen Grenze.

Verbesserungen bei der Riester-Rente

Die Riester-Grundzulage steigt ab 2018 von 154 auf 175 Euro. Zugleich wird die sogenannte Doppelverbeitragung im Rahmen der betrieblichen Riester-Rente abgeschafft. Das bedeutet, dass gesetzlich Versicherte im Alter keine Beiträge zur Kranken- und Pflegekasse für ihre Riester-Rente mehr abführen müssen. Wer einen Riester-Vertrag nicht als betriebliche Altersvorsorge, sondern privat abgeschlossen hat, muss diese Abgaben jedoch weiterhin zahlen.

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Einstieg in die Rentenangleichung Ost-West

Ab dem kommenden Jahr werden die Renten in den neuen Bundesländern stärker als bisher angehoben. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 eine vollständige Rentenangleichung zwischen Ost und West zu erreichen. Von der Regelung profitieren etwa vier Millionen Rentner in den neuen Bundesländern. Zugleich wird die sogenannte Höherwertung der ehemaligen Ost-Löhne abgeschmolzen, durch die Arbeitnehmer zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen höhere Rentenansprüche erwerben als Beschäftigte im Westen. Verbesserungen gibt es auch bei der Erwerbsminderungsrente: Neue Versicherungsfälle sollen so gestellt werden, als ob sie bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet hätten. Das sind drei Jahre mehr als bislang, was die Ansprüche deutlich erhöht.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de