Riester-Rente: Behalten Sie Ihren Eigenanteil im Blick

Altersvorsorge Riester-Rente: Behalten Sie Ihren Eigenanteil im Blick

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
26.09.2018
Auf einen Blick
  • Prüfen Sie jedes Jahr, ob Sie genug in Ihren aktuellen Riester-Vertrag eingezahlt haben, um die vollen staatlichen Riester-Zulagen zu erhalten. 

  • Teilen Sie jede Änderung bei der Einkommens- oder Familiensituation Ihrem Riester-Anbieter mit, damit Ihr Eigenanteil richtig angepasst werden kann.
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Wussten Sie, dass laut Bundesfinanzministerium nur etwa ein
Drittel der Riester-Sparer die staatlichen Zulagen zu 100 Prozent ausschöpfen? Ein schwerwiegender Fehler, denn die Zulagen sind – vor allem für Familien mit Kindern – der eigentlich Rendite-Knüller. Zahlen Sie daher immer die richtige Summe in einen Riester-Vertrag ein. 

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Verschenken Sie keine Riester-Zulagen

Dazu müssen Sie wissen, wie die Riester-Altersvorsorge genau funktioniert: Die staatliche Grundzulage beträgt jährlich 175 Euro. Für jedes Kind gibt es 185 Euro dazu, für ab 2008 Geborene sind es sogar 300 Euro im Jahr. Um die kompletten Zulagen zu erhalten, sind vier Prozent Ihres Bruttovorjahreseinkommens jährlich in den Riester-Vertrag einzuzahlen, maximal 2.100 Euro. 

Wichtig: Diese Summe brauchen Sie jedoch nicht alleine aufbringen, denn die staatlichen Zulagen fließen immer in diese Berechnung des Eigenanteils mit ein.

Beispiel Riester-Förderung: Eine Alleinerziehende mit einem achtjährigen Kind verdient im Jahr 18.000 Euro brutto. Bei vier Prozent ihres Gehaltes müsste sie 720 Euro im Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Der Staat schenkt ihr 175 Euro Grundzulage und 300 Euro Kinderzulage, also insgesamt 475 Euro dazu. Ihr Eigenanteil beträgt somit nur 245 Euro im Jahr. Der Staat zahlt fast doppelt so viel in ihren Vertrag ein wie sie selbst. "Im Vergleich zu ungeförderten Geldanlagen ist das durchaus attraktiv", sagt Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Lesen Sie auch: Die acht häufigsten Fehler bei der Altersvorsorge

Riester-Bonus

Seit 2018 wurde vom Staat die Riester-Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro angehoben. Durch die höhere Zulage könnten Sie Ihre eigene Sparrate senken und dennoch die gleiche Rentenhöhe erzielen. Lassen Sie Ihren Eigenbetrag auf dem bisherigen Niveau, steigt sogar Ihre mögliche Rentenhöhe.

Behalten Sie Ihr Einkommen bei Riester immer im Blick

Die staatlichen Zulagen sind der Haupt-Renditebringer bei der Riester-Rente. Um sich die volle Höhe dauerhaft zu sichern, sollten Sie Ihr Einkommen und Ihre Beiträge regelmäßig im Blick behalten. Da sich das Einkommen oftmals jährlich verändern kann, sollten Sie Jahr für Jahr einen Riester-Check durchführen.

  • Ihr Einkommen ist gestiegen? Um weiterhin die volle Riester-Zulage auszuschöpfen, ist der notwendige Eigenanteil meist nach oben anzupassen.

  • Sie haben ein Kind bekommen? Durch die Geburt eines Kindes steigt die staatliche Förderung durch die Kinder-Zulage deutlich an. Sie könnten somit Ihren Eigenanteil reduzieren.

  • Aber aufpassen: Fällt die Berechtigung auf Kindergeld weg, erlischt auch Ihr Anspruch auf die Kinder-Zulage beim Riester-Vertrag. "In diesem Fall müssen Riester-Sparer ihre Einzahlungen in den bestehenden Vertrag erhöhen, um auf die erforderlichen vier Prozent des Bruttovorjahreseinkommens zu kommen, die jährlich in den Riester-Vertrag eingezahlt werden müssen", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Lesen Sie auch: Vier Varianten für Riester-Sparer

Biallo-Tipp: Stellen Sie bei Ihrem Riester-Anbieter einen Dauerantrag auf die Riester-Zulage. Das weitere Procedere erledigt dieser dann direkt mit der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen. Somit wird Ihnen die Zulage jedes Jahr automatisch gutgeschrieben. Teilen Sie Änderungen, die sich beim Gehalt, Familienstand oder der Anzahl der Kinder ergeben, unbedingt sofort Ihrem Riester-Anbieter mit, damit die neue Situation beim Zulagen-Antrag berücksichtigt werden kann.

Klassische Riester-Rentenversicherung, 
Garantierte Monatsrente im 1. Jahr

VersichererTarifin Euro
Hanse MerkurRiester Care RA2017S176,00
HannoverscheGarant AV1174,00
HUK 24RZU24173,00
MecklenburgischeR9169,00
Berechnungsgrundlage/Modellfall: Mann / Frau, 30 Jahre alt, direkt förderungsfähig, Jahreseinkommen 40 000 Euro. Monatliche Zahlung des Mindestbeitrags für maximalen Förderungserhalt (133,33 Euro inkl. Zulagen). Vertragsbeginn 01.10.2018, Vertragslaufzeit 37 Jahre; Todesfallschutz: 10 Jahre Rentengarantiezeit. Volldynamische Rente. Wichtig: Zur Garantierente kommen noch jeweils die Gewinnanteile bzw. Überschüsse hinzu.

Stand: 17.09.2018, Quelle: biallo.de

Wann haben Sie Anspruch auf eine Riester-Förderung?

Grundsätzlich darf jeder einen Riester-Vertrag abschließen. Aber: Anspruch auf die staatliche Zulagen-Förderung haben nur alle gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmer sowie Beamte, Soldaten, Eltern im Erziehungsurlaub, Arbeitslosengeldempfänger und Mitglieder der Künstlersozialversicherung.

Zudem alle Personen, die eine Rente wegen Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder Versorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten. Auch die jeweiligen Ehepartner einer zulagenberechtigten Person können einen Riester-Vertrag abschließen und von der Riester-Förderung profitieren.

Lesen Sie auch: Mehr Steuervorteile bei der Rürup-Rente

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Fritz Himmel
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Fritz Himmel
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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