Riester-Zulagen: Renditeturbo und Pfändungsschutz

Riester-Rente Riester-Zulagen: Renditeturbo und Pfändungsschutz

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
15.04.2018
Auf einen Blick
  • Verschenken Sie kein Geld. Prüfen Sie jetzt, wie viel der Staat Ihnen zu einem Riester-Vertrag dazuzahlen würde. 

  • Stellen Sie als Riester-Sparer immer rechtzeitig einen Zulagen-Antrag.

  • Achten Sie darauf, dass später so viel in Ihren Riester-Vertrag eingezahlt wird, damit Sie immer die vollen Zulagen erhalten.
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Bei einem Riester-Vertrag müssen Sie vor allem wissen: Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg sind die staatlichen Zulagen.

So werden die Riester-Zulagen für Sie zum Rendite-Turbo

Die Riester-Grundzulage beträgt seit 2018 jährlich 175 Euro. Für jedes Kind zahlt Ihnen der Staat 185 Euro dazu, für ab 2008 Geborene sind es sogar 300 Euro. "Die Kinderzulagen gibt es so lange wie auch Kindergeld fließt", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Um die Zulagen komplett zu erhalten, müssen Sie jährlich vier Prozent des Bruttovorjahreseinkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen, maximal 2.100 Euro. Diese Summe brauchen Sie jedoch nicht alleine aufbringen, denn die staatlichen Zulagen fließen immer in die Berechnung Ihres Eigenanteils mit ein.

Rechenbeispiel: Eine Alleinerziehende mit einem sechsjährigen Kind verdient im Jahr 18.000 Euro brutto. Bei vier Prozent ihres Gehaltes müsste sie 720 Euro im Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Der Staat schenkt ihr 175 Euro Grundzulage und 300 Euro Kinderzulage, also insgesamt 475 Euro dazu. Ihr Eigenanteil beträgt nur 245 Euro im Jahr. Der Staat zahlt fast doppelt so viel in ihren Vertrag ein wie sie selbst.

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So wird Ihr Riester-Vertrag pfändungssicher

Eine weiteren wichtigen Fakt sollten Sie kennen: Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil entschieden, dass das in einem Riester-Vertrag angesparte Guthaben nicht pfändbar ist, wenn die Beiträge tatsächlich gefördert werden und den Höchstbetrag nicht übersteigen (BGH: Az. IX ZR 21/17).

Biallo-Tipp: Gehen Sie bei Riester mit Ihrem Zulagen-Antrag nicht zu nachlässig um. Sie verschenken sonst womöglich nicht nur viel Geld, sondern riskieren im Ernstfall, dass Ihnen Ihr angespartes Geld weggepfändet werden kann.

Der Bund der Steuerzahler empfiehlt, einen Dauerzulagen-Antrag beim Riester-Anbieter zu stellen. Das können Sie noch zwei Jahre rückwirkend machen. Wenn Sie beispielsweise im Jahr 2016 einen Riester-Vertrag abgeschlossen hatten und bis dato keinen Zulagen-Antrag gestellt haben, so dürfen Sie dies bis Ende 2018 nachholen.

Melden Sie Änderungen sofort Ihrem Riester-Anbieter

Änderungen müssen Sie dem Riester-Anbieter weiterhin sofort mitteilen. Beispielweise wenn sich Ihr relevantes Bruttogehalt verändert hat. Dann müssen Sie die Vier-Prozent-Regelung für die volle Riester-Förderung neu kalkulieren (nach oben oder nach unten).

Oder Sie haben Familien-Zuwachs bekommen. Dann gibt es für das neugeborene Kind weitere 300 Euro Zulage für Ihren Riester-Vertrag. Das bedeutet für Sie, dass noch weniger Eigenkapitel für Ihren Vertrag nötig ist.

Ein Angebotsvergleich sichert Ihnen mehr Riester-Rente

Die Kosten bei einem Riester-Vertrag sind ein wichtiger Faktor für die spätere Rentenhöhe. Zu den Top-Anbietern von Riester-Rentenversicherungen zählen zurzeit laut Marktanalysen die HanseMerkur, Hannoversche oder fairr.de. Der Grund der Differenzen liegt vorrangig an den Kosten. Versicherer mit einer hohen Gebührenstruktur können ihren Kunden bei Vertrags­abschluss keine ordentliche Garantie-Rente zusagen, denn ein Teil des Angesparten wandert in den Kosten- anstatt in den Spar-Topf.

Biallo-Lesetipp

Die Riester-Rente ist ein wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge. In  unserem Beitrag "Riester-Sparen: Vier Varianten im Überblick" erfahren Sie, worauf es ankommt und welcher Vertrag für Sie der richtige ist.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de