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Auf einen Blick
  • Die Risikolebensversicherung garantiert den Hinterbliebenen eine vertraglich vereinbarte Versicherungssumme und kann so finanzielle Lücken schließen, sollte die versicherte Person vor Ende der Laufzeit sterben.

  • Je nachdem, ob die Lebenshaltungskosten einer Familie oder ein Immobilienkredit abzusichern sind, eigenen sich unterschiedliche Arten der Risikolebensversicherung.

  • Welche Varianten der Risikolebensversicherung es gibt und auf was Sie beim Abschluss einer solchen Versicherung beachten sollten.

  • Den kompletten Ratgeber gibt es auch als PDF-Download.
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Moderate Beiträge, große Wirkung – das ist die Risikolebensversicherung. Sie ist für die meisten, die im Todesfall Hinterbliebene zu versorgen haben, eine essentielle Risikoabsicherung. Gerade Familien, in denen ein Elternteil das Haupteinkommen verdient, stehen häufig am Rande des Ruins, wenn durch den frühzeitigen Tod des Alleinverdieners das Einkommen wegfällt. Das gilt genauso, wenn der Partner, der hauptsächlich die Kinder versorgt, als Betreuungsperson wegfällt und fortan plötzlich nur ein Elternteil sowohl für die Betreuung als auch für das Einkommen zuständig ist. Die entstehende finanzielle Lücke kann eine Risikolebensversicherung schließen. Mit unserer Checkliste im Todesfall erfahren Sie alle wichtigen Punkte, die Sie bei dem Tod eines Angehörigen beachten sollten.

Eine Risikolebensversicherung eignet sich auch, um eine Baufinanzierung abzusichern. So kann man im Todesfall in zweifacher Hinsicht vorsorgen: Die Lebenshaltungskosten der Hinterbliebenen absichern und die Abzahlung der restlichen Darlehenssumme garantieren. Wir erklären Ihnen, was eine Risikolebensversicherung ist, welche Varianten es gibt und was Sie bei Abschluss einer Police bedenken sollten.

 

Eine Risikolebensversicherung – was ist das?

Was sichert eine Risikolebensversicherung ab?

Eine Risikolebensversicherung sichert den Tod der versicherten Person ab, ganz gleich ob dieser durch eine Krankheit oder einen Unfall eintritt. Den Hinterbliebenen wird in diesem Fall die bei Vertragsabschluss festgelegte Versicherungssumme ausgezahlt. Bleibt die versicherte Person jedoch bei bester Gesundheit, erlischt der Versicherungsschutz zum Ende der Vertragslaufzeit und der Versicherungsnehmer erhält auch keine Zahlungen aus der Police. Es handelt sich also um eine reine Versicherung, es ist kein Sparplan integriert.

Beim Thema Versicherungsschutz gilt eine Faustregel: unkalkulierbare Risiken, die nicht abzuschätzende Kosten nach sich ziehen können, sollten unbedingt versichert sein. Dazu gehört der Tod des Alleinverdieners. Die Risikolebensversicherung kommt in ihrer Bedeutung gleich nach der privaten Haftpflichtversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung. Lange Krankheit und Berufsunfähigkeit sollte man sich stets zusätzlich finanziell absichern. 

Für wen ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?

Wer Hinterbliebene zu versorgen hat, sollte eine Risikolebensversicherung abschließen – außer diese sind nicht auf das Einkommen des Verstorbenen angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und es stehen anderweitiges Vermögen beziehungsweise Finanzquellen zur Verfügung. In den meisten Fällen ist die Police aber wichtig für junge Familien, in der Kinder und/oder ein Ehe- oder Lebenspartner abzusichern sind. Auch für Alleinerziehende ist sie von Bedeutung, die für ihre Kinder vorsorgen wollen oder für Personen, die anderweitig Angehörige finanziell zu versorgen haben.

Dabei geht es nicht immer nur um die Sicherung des Lebensunterhalts. Auch wenn Kredite abzubezahlen sind, etwa für einen Hauskauf, ist eine Fortzahlung der Raten im Todesfall wünschenswert. Die Angehörigen können sonst durch den Wegfall des Haupteinkommens schnell in eine Schuldenspirale geraten. Nicht selten müssen Immobilien dann sehr schnell verkauft werden.

 

Welche Arten der Risikolebensversicherung gibt es?

Je nachdem, ob die Lebenshaltungskosten einer Familie oder ein Immobilienkredit abzusichern sind, eigenen sich unter Umständen zwei verschiedene Policen: eine Risikolebensversicherung mit konstanter Versicherungssumme oder eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme. Auch bei der Frage, wie sich Ehe- oder Lebenspartner gegenseitig absichern können, gibt es Varianten zu beachten. Erfahren Sie in den folgenden Abschnitten, welche Risikoabsicherung zu Ihnen passen könnte.

 

Risikolebensversicherung mit konstanter Versicherungssumme: Absicherung für die Familie

Eine Risikolebensversicherung mit konstanter Versicherungssumme eignet sich vor allem für den Hinterbliebenenschutz: Die Versicherungssumme bleibt über die gesamte Laufzeit hinweg konstant und kann so den finanziellen Bedarf sichern, bis etwa die Kinder ihre Ausbildung absolviert haben.

  • Biallo-Tipp: Natürlich können Familien auch eine Police mit fallender Versicherungssumme abschließen. Damit verringert sich die Summe während der Laufzeit nach und nach. Das kann dann sinnvoll sein, wenn etwa eine Immobilie in absehbarer Zeit abgezahlt ist und auch die Kinder schon bald aus dem Haus sind. Kurz vor Vertragsende ist die Todesfallsumme dann nur noch sehr gering. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten.

Laufzeit

Die Laufzeit einer Risikolebensversicherung sollte so gestaltet sein, dass die Hinterbliebenen abgesichert sind, bis sie finanziell auf eigenen Beinen stehen können. Eine Familie beispielsweise benötigt finanzielle Unterstützung, bis die Kinder aus dem Haus sind, eine Ausbildung beendet haben, etwas Vermögen angespart werden konnte und zum Beispiel Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung für eine entsprechende Witwen- beziehungsweise Witwerrente aufgebaut sind. Will man nur seine Kinder absichern, kann man die Laufzeit auch kürzer wählen, zum Beispiel bis die Ausbildung beendet ist und der Nachwuchs finanziell auf eigenen Beinen steht. Hier entscheidet der individuelle Bedarf.

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme ist der Knackpunkt bei der Risikolebensversicherung. In vielen Fällen werden Policen mit viel zu geringen Versicherungssummen abgeschlossen, denn viele unterschätzen die Kosten, die für eine Familie anfallen. Der Versicherungsnehmer sollte seinen individuellen Bedarf gut abschätzen. Folgende Überlegungen können dabei hilfreich sein

  • Wie hoch ist der aktuelle monatliche Finanzbedarf?

  • Sind Kinder abzusichern? Wenn ja, welches Alter haben sie und wie viele Jahre müssen sie noch finanziell versorgt werden? Als Faustregel gilt: Bis zum 25. Lebensjahr benötigen sie finanzielle Unterstützung.

  • Ist eine Immobilie abzusichern?

  • Arbeitet der Partner? Wenn ja, in welchem Umfang trägt das Einkommen zur Sicherung des Lebensunterhalts bei?

  • Gibt es anderweitig Einkommen auf das man zurückgreifen kann – beispielsweise aus Vermietung und Verpachtung einer Immobilie als Kapitalanlage?

  • Gibt es Vermögen, auf das man zurückgreifen kann?

  • Wie hoch ist die Witwenrente? Auch diese kann man bei der Berechnung mit einkalkulieren.

Über die Höhe der Versicherungssumme entscheidet immer der individuelle Bedarf. Der Direktversicherer Cosmos Direkt gibt eine Faustregel vor, die einen Anhaltspunkt geben kann: Paare ohne Kinder sollten das Dreifache des Bruttojahreseinkommens absichern, Paare mit Kindern das Fünffache.

  • Biallo-Tipp: Wer eine Immobilie abzubezahlen hat, kann auf zwei Risikolebensversicherungen setzen: Eine zur finanziellen Absicherung der Familie, die andere, um die Restschuld der Immobilie abzusichern. Letztere kann eine Police mit fallender Versicherungssumme sein: Je mehr man vom Kredit abbezahlt hat, desto geringer wird die Versicherungssumme und damit auch die Beitragszahlung.

Eine weitere Überlegung lohnt sich: Eine hohe Versicherungssumme bei der Risikolebensversicherung ist ideal. Wenn der anfallende Beitrag jedoch bewirkt, dass Sie sich keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr leisten können, ist das nachteilig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie auf jeden Fall finanzieren können.

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Festgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
  148,00 €
0,74 %
2.
  70,00 €
0,35 %
3.
  70,00 €
0,35 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre


 

Darauf sollten Sie achten!

Zwei Policen abschließen

Familien benötigen in der Regel zwei Policen – jeder Elternteil sollte abgesichert sein, auch wenn nur einer von beiden das Haupteinkommen verdient. Fällt der Elternteil, der die Kinder betreut, aus, ist eventuell jemand einzustellen – eine Haushaltshilfe oder ein Au-Pair –, der diese Aufgabe übernimmt. Auch das kostet Geld. Nicht zu vergessen: Derjenige, der das Haupteinkommen verdient, muss in der Regel nach dem Tod des Partners seinen Job zeitlich reduzieren, um die Familie zu versorgen, was wiederum Einkommenseinbußen bedeuten kann.

Police auf verbundene Leben

Paare müssen nicht unbedingt jeder eine Risikolebensversicherung abschließen. Sie können auch eine Police auf verbundene Leben führen. In diesem Fall zahlt die Versicherung die Todesfallsumme nur einmal für einen der beiden Partner, je nachdem wer zuerst vor Vertragsende sterben sollte. Kommen beide zum gleichen Zeitpunkt um, wird die Summe ebenfalls nur einmal ausgezahlt. Der Vorteil: Die Beiträge für eine solche Police sind etwas günstiger, als würde man zwei einzelne Policen abschließen. Allerdings ist diese Art von Police sehr unflexibel: Sollte es zu einer Scheidung kommen, kann der Vertrag nicht getrennt werden.

Nachversicherungsoption

Die Versicherungssumme muss sich nachträglich ohne erneute Gesundheitsprüfung nach oben anpassen lassen, wenn sich die Lebensumstände ändern und ein höherer Finanzbedarf entsteht, etwa wenn weitere Kinder geboren werden oder eine Immobilie gekauft wird.

Steuer

Bei sehr hohen Versicherungssummen wird im Leistungsfall unter Umständen Erbschaftssteuer fällig. Um das zu vermeiden, sollten sich Partner überkreuz versichern: Derjenige, der finanziell abgesichert werden soll, wird der Versicherungsnehmer, derjenige, dessen Todesfallrisiko versichert werden soll, wird die versicherte Person. Das können Paare, bei denen jeder eine Police abschließt, jeweils umgekehrt handhaben. Auf diese Weise versichern beide jeweils nicht das eigene Leben, sondern das Leben des jeweils anderen. Steuerlich bedeutet das, dass der Hinterbliebene die Versicherungsleistung nicht als Erbe, sondern als vertragliche Versicherungsleistung ausbezahlt bekommt. Diese Regelung sollten sich vor allem Paare zu Herzen nehmen, die nicht verheiratet sind, weil sie nicht von hohen Freibeträgen bei der Erbschaftssteuer profitieren.

Ärztliche Untersuchung

Bei Policen mit sehr hohen Versicherungssummen verlangt der Versicherer oft eine ärztliche Untersuchung vor Vertragsabschluss. Cosmos Direkt verlangt die Untersuchung zum Beispiel ab 500.000 Euro. Wer das umgehen möchte, kann zwei Policen bei verschiedenen Anbietern mit jeweils der halben Versicherungssumme abschließen.

Unfallschutz

Bei manchen Anbietern kann man die Risikolebensversicherung um einen Unfallschutz erweitern. Tritt der Todesfall durch einen Unfall ein, wird oft die doppelte Versicherungssumme ausbezahlt. Wie sinnvoll das ist, ist fraglich. In den meisten Fällen sterben Menschen wegen Krankheit. Der Unfalltod ist selten.  Sollte die doppelte Todesfallsumme genau den Finanzbedarf der Hinterbliebenen widerspiegeln, sollte man  diese Summe auch ohne Unfallzusatzschutz absichern.

Vorgezogene Todesfallleistung

Viele  Unternehmen bieten als Zusatzleistung die vorzeitige Auszahlung der Versicherungssumme bei schwerer Krankheit an. Dabei muss es sich in der Regel um eine unheilbare Krankheit mit begrenzter Lebenserwartung handeln, die der Arzt auch genau benennen und bescheinigen muss. Das klingt zunächst gut, denn Familien haben sicher in dieser Situation auch einen vergrößerten Finanzbedarf. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Arzt eine konkrete Aussage zum zeitlichen Horizont der Lebenserwartung macht. Zudem sollte der Betroffene diese Situation über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert haben.

Tod durch Strahlen

In den Versicherungsbedingungen sollte der Tod durch Strahlen einen Versicherungsfall auslösen.

 

Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme: Für Immobilienbesitzer sinnvoll

Wer einen Immobilienkredit über eine Risikolebensversicherung absichern möchte, ist gut beraten, eine Police mit fallender Versicherungssumme zu wählen. Zur Absicherung eines Darlehens mit konstanter Tilgung, eignet sich in vielen Fällen eine Risikolebensversicherung mit linear fallender Versicherungssumme. In diesem Fall reduziert sich die Versicherungssumme in periodischen Abständen um einen festen Betrag, entsprechend der Tilgungsleistung, sie nimmt also linear ab. Am Ende der Laufzeit beträgt die Versicherungssumme Null Euro. Im Todesfall kann mit der Versicherungssumme die Restschuld des Immobilienkredits getilgt werden. Viele Banken verlangen eine solche Versicherung als Voraussetzung für eine Kreditvergabe.

  • Biallo-Tipp: Versicherer bieten verschiedene Varianten an, wie die Versicherungssumme über die Laufzeit sinkt: konstant, angepasst an die Restschuld und  den jeweiligen Zins- und Tilgungssatz des Kredits oder auch verzögert erst nach einigen Jahren.

Familien können zweigleisig fahren: Mit einer konstanten Risikolebensversicherung sichern sie die Lebenshaltungskosten ab, mit der fallenden Risikolebensversicherung die Immobilie. Familien können natürlich auch nur eine Police mit konstanter Versicherungssumme abschließen und beide Risiken – den Immobilienkredit und die Lebenshaltung – damit absichern. Dabei ist zu bedenken, dass es sich dann in der Regel um einen Vertrag mit einer sehr hohen Absicherungssumme handelt, der auch dementsprechend hohe Beiträge zur Folge hat. Der Vorteil ist, dass insgesamt eine höhere Versicherungssumme zur Verfügung steht, da sie über die Laufzeit konstant bleibt.

Und ebenso können Familien eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme abschließen, wenn zum Beispiel im Laufe der Jahre der Finanzbedarf sinkt, weil aufgebautes Vermögen zur Verfügung steht.

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme zur Absicherung eines Immobilienkredits sollte in der Regel genauso hoch sein, wie die zum Zeitpunkt des Policenabschlusses noch zu tilgende Kreditsumme. Allerdings gilt auch hier immer der individuelle Bedarfsfall: Ist es einem der beiden Ehe- oder Lebenspartner zum Beispiel möglich, die Kreditsumme im Notfall vielleicht zur Hälfte zu begleichen, könnte auch eine niedrigere Versicherungssumme ausreichen.

Laufzeit

Die Laufzeit sollte in der Regel mindestens bis zur vollständigen Tilgung des Kredits gehen.

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Baufinanzierung
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
gebundener
Sollzins
 
1.
775,00 €
0,60 %
0,60 %
2.
bundesweites Angebot
797,50 €
0,71 %
0,69 %
3.
bundesweites Angebot
810,00 €
0,75 %
0,74 %
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %


 

Kosten der Risikolebensversicherung: So berechnen sich die Beiträge

In die Beitragskalkulation einer Risikolebensversicherung fließt

  • das Eintrittsalter
  • die Laufzeit
  • die Versicherungssumme
  • der Gesundheitszustand

ein.

Die Versicherer weisen zwei Beiträge auf – einen Tarif- und einen Zahlbeitrag, auch Brutto- oder Nettobeitrag genannt.

Tarifbeitrag

Das ist die vertraglich festgelegte Prämie, die für den jeweiligen Versicherungsschutz kalkuliert wurde. Sie weist den Maximalbeitrag aus, den der Versicherungsnehmer zu bezahlen hat.

Zahlbeitrag

Tatsächlich bezahlt der  Versicherungsnehmer aber nur den günstigeren Zahlbeitrag. Das liegt daran, dass den meisten Verträgen das Modell Beitragsverrechnung zu Grunde liegt: Die Unternehmen beteiligen ihre Kunden an den erwirtschafteten Überschüssen. Gewinne werden somit direkt mit den Beiträgen verrechnet und statt des Tarifbeitrags kann das Unternehmen den günstigeren Zahlbeitrag anbieten. Allerdings gibt es für diese Überschüsse keine Garantie. Erwirtschaftet das Unternehmen geringere Überschüsse,  steigt der Zahlbeitrag – maximal bis zum Tarifbeitrag.

Bei einer Risikolebensversicherung kann der Versicherungsnehmer auf einen günstigen Anbieter zurückgreifen. Vorausgesetzt, der Vertrag gewährt die Option der Nachversicherung, so dass man die Versicherungssumme den veränderten Lebensumständen, die durch Heirat, Geburt oder den Kauf einer Immobilie entstehen, anpassen kann.

In der Regel gelten die Beiträge bei Vertragsabschluss über die gesamte Laufzeit. Logischerweise müssten sie bei der fallenden Risikolebensversicherung während der Laufzeit sinken, da ja auch die Versicherungssumme sinkt. Das ist aber nicht zwingend der Fall. Manche Anbieter kalkulieren jedes Jahr die Beiträge neu und beziehen damit das höhere Alter des Versicherungsnehmers in die Risikoberechnung mit ein. So kann es sein, dass die Beiträge im Laufe der Jahre sogar steigen, am Ende der Laufzeit aber deutlich sinken.

Beispielrechnung für eine Fallende Risikolebensversicherung (Cosmos Direkt)

Der Direktversicherer Cosmos Direkt gehört zu den günstigsten Anbietern auf dem Markt. Eine Beispielrechnung zeigt auf, wie sich die Beiträge für eine fallende Risikolebensversicherung über die Laufzeit entwickeln.

Der Modellfall:

  • Versicherungsnehmer: Ingenieur, Nichtraucher
  • 250.000 Euro Versicherungssumme
  • 25 Jahre Laufzeit
  • Geburtsjahr Versicherungsnehmer: 1985
  • Sollzinssatz des Kredits 1,0 Prozent

Beispielrechnung:

Versicherungssumme in Euro

Monatlicher Zahlbeitrag/Tarifbeitrag in Euro

2020: 250.000

6,24 /13,86

2025: 204.847

6,91/15,37

2030: 157.392

8,59/19,09

2035: 107.515

9,31/20,68

2040: 55.095

7,40/16,44

2044: 11.239

2,15/4,78

Quelle: Cosmos Direkt/Stand: Dezember 2020

  • Biallo-Tipp: Interessenten sollten mehrere Angebote vergleichen. Die Beiträge variieren zum Teil stark. Auch die Huk24 und die Hannoversche zählen zu den günstigen Anbietern.

Gesundheitsfragen

Detaillierte Fragen zum Gesundheitszustand der versicherten Person sind Teil jeder Versicherungspolice. Angaben zu Krankenhausaufenthalten oder Behandlungen von Krankheiten in den vergangenen Jahren sind Routine. Auch wenn manche Fragen vielleicht kleinlich erscheinen, sollte man sie gründlich beantworten. Man sollte auch die Ärzte, die einen wegen verschiedener Erkrankungen oder Verletzungen behandelt haben, zu Rate ziehen. Im Ernstfall können die Gesundheitsfragen nämlich zum Knackpunkt werden: Hat der Kunde die Fragen schlampig beantwortet oder im Augenblick des Abschlusses der Police nebensächlich erscheinende Beschwerden verschwiegen, kann es passieren, dass die Versicherung im Ernstfall die Auszahlung der Versicherungssumme verweigert. Schließlich kann es sein, dass eine chronische Krankheit zum vorzeitigen Tod der versicherten Person führt. Zu einer Zahlungsverweigerung ist das Unternehmen berechtigt, wenn sich herausstellt, dass unzureichende Angaben über Vorerkrankungen oder Beschwerden gemacht wurden, die den Tod verursacht haben. Bei Versicherungsanträgen sollte mna die Fragen akribisch beantworten, denn exakte Angaben bei den Gesundheitsfragen sichern Leistungen.

Spezialfall: Raucher

Besonders Raucher sollten hier aufpassen. Die Beiträge für Raucher sind zum Teil wesentlich teurer als für Nichtraucher. Trotzdem sollte man im Vertrag nicht schummeln und sich als Nichtraucher ausgeben. Sollte man an einer Krankheit, die auf das Rauchen zurückzuführen ist, sterben, riskiert man den Versicherungsschutz. Als Nichtraucher gilt man nur, wenn man in den vergangenen zwölf Monaten vor Antragstellung nicht geraucht hat. Auch Übergewicht, der Beruf und riskante Hobbys spielen bei der Bewertung des Risikos und bei  der Beitragsberechnung eine Rolle.

Chronische Krankheiten

Wer eine chronische Krankheit hat – zum Beispiel Bluthochdruck oder Migräne – muss damit rechnen, dass das Unternehmen einen oft nicht unerheblichen Risikozuschlag verlangt. Betroffene sollten dann unbedingt Angebote verschiedener Unternehmen einholen, denn jeder verlangt andere Zuschläge.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie Vorerkrankungen haben, können Sie eine anonyme Risikovoranfrage machen. Sie hat den Vorteil, dass Kunden ein objektives Angebot erhalten beziehungsweise eine objektive Risikoeinschätzung. Denn manchmal tauschen sich Unternehmen durchaus untereinander aus. Wenn Sie bei einem Unternehmen ein Angebot mit erheblichem Risikozuschlag erhalten haben, kann es sein, dass sich das andere Unternehmen danach richtet. Nach Erfahrung von Verbraucherschützern muss das aber nicht die Regel sein. Wer ganz sicher gehen will, kann eine anonyme Risikovoranfrage über einen Versicherungsberater oder -makler machen.

 

Anbieter im Vergleich: Wie hoch sind die Beiträge?

Beispiele für günstige Policen mit linear fallender Versicherungssumme (Auswahl)

Risikolebensversicherung: Musterfall "linear fallende Versicherungssumme"

Versicherer Tarifname Monatlicher Zahlbeitrag in Euro Offizieller Bruttobeitrag in Euro
Europa E-VRL N/R 8,49 17,32
Hannoversche T3 Basis N 9,02 20,05
DLVAG L0A (DL) 9,14 13,64
Cosmos Direkt CRB-F 9,16 20,36
Dialog RISK-vario fallend 10,82 17,45
Delta Direkt RL3 11,09 17,33
Basler RSF19 11,93 17,05
Ergo Komfort 11,99 17,14

Berechnungsgrundlage: Kaufm. Angestellte/r, 36 Jahre alt bei Versicherungsbeginn 1. Februar 2021, Nichtraucher, Vertragslaufzeit 25 Jahre, Versicherungssumme 250.000 Euro, Überschussverwendung als Sofortrabatt.

Stand: 17.12.2020. Quelle: Biallo.de / Anbieter; Angaben ohne Gewähr.

Beispiele für günstige Policen mit konstanter Versicherungssumme (Auswahl)

Risikolebensversicherung: Musterfall "konstante Versicherungssumme"

Versicherer Tarifname Monatlicher Zahlbeitrag in Euro Offizieller Bruttobeitrag in Euro
Europa Premium E-RL N/R 23,98 61,49
WGV R1/R3 Basis 24,96 56,72
Deutsche LV L0U DL 25,92 25,92
Basler RKS 19 26,87 38,39
Hannoversche** T1 Basis N10 27,24 60,54
Dela aktiv Leben 28,07* 28,07
Cosmos Direkt Basis 28,49 70,28
Zurich Life** Basic 32,88* 32,88
Canada Life Risikoleben komfort 33,85* 33,85

Berechnungsgrundlage: Kaufm. Angestellte/r, 36 Jahre alt bei Versicherungsbeginn 1. Februar 2021, Nichtraucher, Vertragslaufzeit 25 Jahre, Versicherungssumme 250.000 Euro, Überschussverwendung als Sofortrabatt.

* Festpreis, keine Erhöhung während der Laufzeit.
** Tarif gültig für 2021.

Stand: 17.12.2020. Quelle: Biallo.de / Anbieter; Angaben ohne Gewähr.

 

Wie kündige ich meine Risikolebensversicherung?

Versicherte können ihre Risikolebensversicherung zum Ablauf eines Versicherungsjahres kündigen. Werden die Beiträge unterjährig bezahlt, also etwa monatlich oder quartalsweise, so ist eine Kündigung zum nächsten Beitragszahlungstermin möglich. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall einen Monat. Als Kündigung genügt ein Schreiben, in dem der Versicherungsnehmer die Beendigung des Vertragsverhältnisses erklärt.Ftodesfall

Wichtig: Wer einen Wechsel zu einem anderen Anbieter plant, muss vorher prüfen, ob der neue Versicherer bei verschlechterter Gesundheit mögliche Risikozuschläge erhebt.

Alternative: Beitragsfreistellung

Eine Alternative zur Kündigung ist die Beitragsfreistellung, bei der die Beitragszahlung komplett eingestellt wird. Der Versicherer kalkuliert an Hand der eingezahlten Beiträge und angefallenen Überschussanteile eine neue Versicherungssumme. Der ursprünglich vereinbarte Versicherungsschutz verringert sich natürlich, doch bleibt eine gewisse Grundversorgung erhalten.

Quellen

  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
  • Bund der Versicherten
  • Cosmos Direkt
Über die Autorin Annette Jäger
während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.
  Annette Jäger
  Fritz Himmel