Angebotsvarianten, Vertragskriterien, Kosten

Risikolebensversicherung Angebotsvarianten, Vertragskriterien, Kosten

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
14.12.2018
Auf einen Blick
  • Eine Risikolebensversicherung ist wohl die günstigste Variante, um seine Familie für den eigenen Todesfall finanziell abzusichern.

  • Diese Police ist sinnvoll für Häuslebauer und Familien mit nur einem Hauptverdiener oder für alle, für die der Tod des Hauptverdieners existentielle Folgen hätte.

  • Weiterer Vorteil: Sie können die für Sie passende Variante und Todesfallsumme auswählen, ganz nach Ihrer individuellen Zielsetzung.
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Eine Risikolebensversicherung ist sinnvoll für alle, die im Falle des eigenen Todes Angehörige finanziell absichern wollen. Sie leistet eine vereinbarte Summe, wenn der Versicherte während der vereinbarten Vertragslaufzeit verstirbt.

Wer sollte eine Risikolebensversicherung abschließen?

"Ein solcher Schutz ist sinnvoll für Häuslebauer, Familien mit nur einem Hauptverdiener oder für alle, für die der Tod des Hauptverdieners drastische, existentielle Folgen hat", sagt Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Bei einer Familie sichert sie beispielsweise den Lebensunterhalt der Hinterbliebenen deutlich oberhalb der Sätze für Witwen- oder Waisenrenten ab, ebenso die Ausbildung der Kinder oder die Kredittilgung für das Eigenheim.

Bei Unverheirateten würde zum Beispiel der überlebende Partner grundsätzlich keine Hinterbliebenenrente von der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen. Gerade für Patchwork-Familien, eheähnliche Gemeinschaften oder unverheiratete Paare ist die Absicherung per Risikolebensversicherung oft der einzige Weg, Hinterbliebenenschutz günstig zu regeln.

"Dabei sollten sich am besten beide Elternteile beziehungsweise Partner gegenseitig absichern", rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Häufig wird nur an den Hauptverdiener gedacht. "Stirbt aber die Frau (Hausfrau und Mutter), so haben auch Männer in guten Jobs Probleme, jahrelang eine Kinder- und Haushaltsbetreuung zu stemmen."

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Aufpassen heißt es immer bei sich verändernden Konstellationen. Bildet sich beispielsweise durch Zusammenzug gerade eine neue Patchwork-Familie, so empfiehlt Versicherungsexpertin Boss, bereits bestehende Verträge einer Risikolebensversicherung genau durchzuchecken, denn die Police muss zu der jetzigen Lebenssituation passen.

Wichtig ist dabei neben der angemessenen Höhe der Versicherungssumme auch zu prüfen, wer im Falle des Todes als Begünstigter eingetragen ist. In vielen Fällen ist die betreffende Person gar nicht mehr die richtige und die Versicherungsgesellschaft muss informiert werden.

Guter Schutz ist in der Regel preiswert zu haben, so dass auch Familien mit kleinem Einkommen in der Lage sind, die monatlichen Prämien zu zahlen. "Für die Berechnung der Prämie sind Gesundheitszustand, Höhe der Absicherung, Tätigkeit, Vertragslaufzeit und das Eintrittsalter entscheidend", sagt Mathias Zunk.

Wichtig ist hier auch der Umstand, ob man raucht oder gefährliche Hobbys wie Motorradfahren oder Drachenfliegen ausübt. Das Geschlecht spielt keine Rolle mehr.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Höhe der Versicherungssumme und Laufzeit des Vertrags

Die Versicherungssumme und die Vertragslaufzeit kann jeder nach seinem individuellen Bedarf festlegen. Als Faustregel gilt: Wer als Familie noch kleine Kinder hat, sollte das Fünffache seines Brutto-Jahreseinkommens als Versicherungssumme einsetzen; wer nur für den Partner vorsorgt, das Dreifache. "Vorhandene Verbindlichkeiten sollten jedoch mindestens abgedeckt werden", rät Versicherungsexpertin Bianca Boss. 

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Neben der Höhe der Versicherungssumme ist die richtige Laufzeit des Vertrags ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium. "Grundsätzlich sollte eine Risikolebensversicherung immer für den voraussichtlichen Bedarfszeitraum abgeschlossen werden", sagt Michael Franke vom Analysehaus Franke und Bornberg. Die Vertragslaufzeit sollte zum Beispiel mindestens die Ausbildungszeit der Kinder oder den Finanzierungszeitraum einer Immobilie überdauern.

Sind kleine Kinder zu versorgen, empfiehlt sich als Richtwert für die Laufzeit meist 20 bis 25 Jahre nach der Geburt des jüngsten Kindes. "Ab diesem Moment, sollte der Nachwuchs dann fähig sein, sich selbst zu versorgen", sagt Franke. Die Absicherung des Ehe- oder Lebenspartners sollte man in der Regel bis zum Alter von 65 bzw. 67 kalkulieren. Auch die Laufzeiten der Verbindlichkeiten der Familie haben Einfluss auf die Vertragsdauer einer Risikolebensversicherung. Läuft ein Immobilienkredit für das Eigenheim, so sichert man diesen zeitlich entsprechend mit der Police ab.

Die richtige Risikolebensversicherung – Angebotsvarianten und Kosten

Risikolebensversicherungen gibt es in unterschiedlichen Varianten. Welche Form geeignet ist, hängt jeweils vom individuellen Bedarf ab. Entsprechend lässt sich der Verlauf der Versicherung gestalten. Aber egal welches Modell in Frage kommt: Vor Vertragsabschluss ist ein Angebotsvergleich ein absolutes Muss. Laufende Marktuntersuchungen zeigen Preisdifferenzen bis zu 400 Prozent. Und dies bei nahezu identischen Leistungen.

Variante 1: gleichbleibende Versicherungssumme

Hier bleibt die Versicherungssumme über die gesamte Vertragslaufzeit konstant hoch. Dieses meistgenutzte Modell eignet sich insbesondere, wenn man Partner und Kinder finanziell absichern möchte.

Risikolebensversicherung (Nichtraucher)

Musterfall "gleichbleibende Versicherungssumme"

Versicherer

Tarifname

Monatlicher Zahlbeitrag

in Euro

Offizieller Bruttobeitrag in Euro

Hannoversche

T1 Basis N10

12,57

32,77

Europa

E-RL N/R

12,64

32,41

Asuro

Asuro Comfort

12,96*

12,96

Dela

aktiv Leben

13,01*

13,01

Cosmos Direkt

Basis

13,32

29,61

Deutsche LV

L0DL

13,34

20,53

Zurich Life

Basic

15,17*

15,17

Canada Life

Risikoleben komfort

15,60*

15,60

Dialog

RISK-vario konstant

16,10

27,93

Berechnungsgrundlage: Kaufm. Angestellte/r, 30 Jahre alt bei Versicherungsbeginn

01.12.2018, Nichtraucher, Vertragslaufzeit 30 Jahre, Versicherungssumme 200.000 Euro, gleich bleibend während der Vertragslaufzeit, Überschussverwendung als Sofortrabatt.

* Festpreis, keine Erhöhung während der Laufzeit.

Stand: 26.11.2018. Quelle: Biallo.de / Anbieter; Angaben ohne Gewähr

Risikolebensversicherung (Raucher)

Musterfall "gleichbleibende Versicherungssumme"

Versicherer

Tarifname

Monatlicher Zahlbeitrag

in Euro

Offizieller Bruttobeitrag in Euro

Asuro

Asuro komfort

30,84*

30,84

Hannoversche

T1 Basis R

31,05

69,00

Europa

E-RL N/R

31,28

76,31

Dela

aktiv Leben

32,19*

32,19

Cosmos Direkt

Basis

35,30

78,47

Ergo

Grundschutz

36,00

51,44

Zurich Life

Basic

37,35*

37,35

Dialog

RISK-vario konstant

38,09

66,06

Canada Life

Risikoleben komfort

38,40*

38,40

Berechnungsgrundlage: Kaufm. Angestellte/r, 30 Jahre alt bei Versicherungsbeginn

01.12.2018, Raucher, Vertragslaufzeit 30 Jahre, Versicherungssumme 200.000 Euro, gleich bleibend während der Vertragslaufzeit, Überschussverwendung als Sofortrabatt.

* Festpreis, keine Erhöhung während der Laufzeit.

Stand: 26.11.2018. Quelle: Biallo.de / Anbieter; Angaben ohne Gewähr

Variante 2: fallende Versicherungssumme

Soll vorrangig ein größerer Kredit mit laufender Tilgung abgesichert werden, bietet sich die Variante mit fallender Versicherungssumme an. Hier gibt es wiederum zwei Wege:

  • Zur Absicherung eines Darlehens mit konstanter Tilgung, eignet sich eine Risikolebensversicherung mit linear fallender Versicherungssumme. In diesem Fall reduziert sich die Darlehenssumme durch jede Ihrer Tilgungsleistungen jeweils um den gleichen Betrag, sie nimmt also linear ab.

  • Zur Absicherung eines Annuitätendarlehens wählt man am besten eine Risikolebensversicherung mit annuitätisch fallender Versicherungssumme. Bei dieser Kreditvariante zahlt man gleich bleibende Raten, die sogenannten Annuitäten, bei denen sich der Anteil der Tilgung im Laufe der Zeit erhöht, während der Anteil der Zinsen von Rate zu Rate geringer wird. Das bedeutet, dass die Restschuld sich am Anfang langsam, gegen Ende der Laufzeit dagegen immer schneller verringert. An diese Entwicklung passt sich die annuitätisch fallende Versicherungssumme der Risikolebensversicherung an.

Risikolebensversicherung

Musterfall "linear fallende Versicherungssumme"

Versicherer

Tarifname

Monatlicher Zahlbeitrag

in Euro

Offizieller Bruttobeitrag in Euro

Europa

E-VRL N/R

6,02

12,29

Hannoversche

T3 Basis N

6,21

13,80

Dialog

RISK-vario fallend

6,82

11,00

Delta Direkt

RL3

6,93

10,83

Ergo

Komfort

7,17

10,25

Cosmos Direkt

CRB-F

7,23

16,06

Berechnungsgrundlage: Kaufm. Angestellte/r, 30 Jahre alt bei Versicherungsbeginn

01.12.2018, Nichtraucher, Vertragslaufzeit 30 Jahre, Versicherungssumme

200.000 Euro, gleich bleibend während der Vertragslaufzeit, Überschussverwendung als Sofortrabatt.

Stand: 26.11.2018. Quelle: Biallo.de / Anbieter; Angaben ohne Gewähr

Diese Variante ist optimal beim Immobilienerwerbskredit, denn sie ist preiswerter als eine Risikolebensversicherung mit konstant fester Versicherungssumme.

Kostenbeispiel: Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter, Nichtraucher, nimmt einen Kredit in Höhe von 200.000 Euro auf und will diesen in 30 Jahren tilgen. Bei der Europa (E-VRL), Hannoverschen (T3 fallend) oder der Dialog (RISK-vario) zahlt er für die Risikolebensversicherung mit fallender linearer Variante im ersten Versicherungsjahr (dem teuersten) nur rund sechs Euro im Monat. Würde er die konstante Variante wählen, so beträgt die Monatsprämie bei den günstigsten Anbietern rund 13 Euro.

  • Biallo-Tipp: Sind sowohl Vater als auch Mutter der "Immobilienfamilie" finanziell an dem Immobilienvorhaben beteiligt, empfiehlt sich für beide ein Vertragsabschluss.

Variante 3: Risikolebensversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen bei einer Baufinanzierung (gleichbleibende Versicherungssumme)

Manchmal scheitern gewünschte Versicherungsverträge am Gesundheitszustand des Kunden. Einige Versicherer bieten daher in Zusammenhang mit einem Baufinanzierungsdarlehen spezielle Policen mit vereinfachten Gesundheitsfragen an. Oft werden statt der üblichen 25 nur fünf Fragen zur Gesundheit gestellt.

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Aktuell gibt es von sechs Versicherern Tarifangebote für Risikolebensversicherungen, die unter bestimmten Umständen auf Gesundheitsfragen verzichten oder denen vereinfachte Gesundheitsfragen bei bestimmten Konstellationen ausreichen. Dies sind die Hannoversche, Allianz, Basler, Gothaer, Stuttgarter und Württembergische. Die Angebote sind meist an bestimmte Kriterien, zum Beispiel Versicherungshöhe oder Alter, gebunden.

  • Biallo-Tipp: Erkundigen Sie sich beim Anbieter genau nach den für den jeweils individuellen Fall geltenden Versicherungsmodalitäten dieser Spezial-Angebote.

Spezialmodell: Risikolebensversicherung

mit vereinfachten Gesundheitsfragen bei einer Baufinanzierung

Versicherer

Tarifname

Monatlicher Zahlbeitrag

in Euro

Hannoversche

T1 Basis N

12,11

Basler

RKS 17

13,83

Gothaer

TKB8 Basis

14,50

Allianz

LC0U

14,63

Württembergische

Risiko kompakt

17,47

Stuttgarter

T20

17,52

Berechnungsgrundlage: Kaufm. Angestellte/r, 30 Jahre alt bei Versicherungsbeginn

01.12.2018, Nichtraucher, Vertragslaufzeit 30 Jahre, Versicherungssumme 150.000 Euro, gleich bleibend während der Vertragslaufzeit, Überschussverwendung als Sofortrabatt.

Stand: 02.11.2018; Quelle: Biallo.de / Anbieter; Angaben ohne Gewähr.

Brutto/Netto-Beiträge bei Risikolebensversicherungen

Es lohnt zudem ein genauer Blick auf die Beitragshöhen im Vertrag. "Die Kosten für eine Risikolebensversicherung werden meist mit einem Zahl- und einem Bruttobeitrag angegeben", sagt Bianca Boss. Der Bruttobeitrag ist die vertraglich festgelegte Prämie, die von der Versicherung für den jeweiligen Schutz kalkuliert wurde. Tatsächlich ist aber der günstigere Zahl- oder Nettobetrag fällig. Dieser errechnet sich, nachdem vom Bruttobeitrag die vom Versicherer erwirtschafteten Überschüsse abgezogen worden sind. Für diese Überschüsse gibt es aber keine Garantie. Wirtschaftet der Versicherer schlechter als erwartetet, so fallen die Überschüsse geringer aus und der Zahlbeitrag kann während der Vertragslaufzeit in Richtung Bruttobeitrag steigen. Bei manchen Anbietern im genannten Musterfall bis auf das Doppelte. Bei Canada Life, Dela und Zurich Life sind dagegen der Zahl- und der Bruttobeitrag identisch, das Risiko einer Erhöhung während der langen Vertragslaufzeit entfällt hier somit.

Sinnvolle Vertragsextras bei Risikolebensversicherungen

Manchmal lohnt es sich – neben dem Preis – vor einem Abschluss die Vertragsangebote der einzelnen Risikolebensversicherungen auf bestimmte Details zu checken. Auf dem Markt befinden sich Produkte mit erweiterten Leistungsspektren, die individuell wünschenswert sein können und oft nur wenig teurer sind.

  • Verlängerungsoption: Sie erlaubt, das Vertragsende ohne erneute Gesundheitsprüfung nachträglich hinauszuschieben. Diese Klausel ist wichtig bei Unklarheiten, ob die vereinbarte Laufzeit später wirklich ausreicht. Das wäre praktisch, wenn sich Nachwuchs ankündigt oder man einen höheren Kredit aufnehmen will, um das Zuhause auszubauen. Bei der Hannoverschen kann beispielsweise in den ersten 15 Jahren die Laufzeit der Risikolebens­versicherung ohne Gesundheitsprüfung um bis zu 10 Jahre verlängert werden (Tarif Plus).
  • Nachversicherungsgarantie: Sie ermöglicht, bei einem vertraglich vereinbartem Ereignis die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken. Das kann bei einer Heirat oder der Geburt eines Kindes nötig sein, wenn dann ein höherer Schutz sinnvoll ist. Bei Canada Life (Risikoleben optimal) oder der Gothaer (Tarif Plus) ist diese Klausel fester Bestandteil. Es ist ratsam, immer einen Vertrag mit dieser Option zu wählen.
  • Vorgezogene Todesfallleistung: Einige Versicherungsgesellschaften, wie etwa die Hannoversche (Tarif Plus), Canada Life (Risikoleben optimal) oder Europa (Tarif Premium), bieten diese spezielle Sonderleistung. Diese Option gibt Versicherten die Möglichkeit, bei einer schweren Krankheit die Versicherungssumme noch zu Lebzeiten zu erhalten, wenn davon auszugehen ist, dass sie binnen zwölf Monaten sterben werden.
  • Leistung bei schwerer Krankheit: Eine weitere Kombination hat die Hannoversche im Angebot (Tarif Exklusiv). Für den Fall besonders schwerer Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt erhalten Versicherte als zusätzliche Leistung zehn Prozent der Versicherungssumme. Dieses Geld mildert etwaige Verdienstausfälle ab bzw. sie können es für alternative Behandlungsmethoden oder Umbauten verwenden.

Gesundheitsfragen bei der Risikolebensversicherung

Bei einer Risikolebensversicherung sind wahrheitsgemäße Angaben später existenzsichernd. Wenn die Versicherung nach dem Tod des Versicherten anhand ärztlicher Befunde herausfindet (und das tut sie in der Regel), dass gelogen wurde und man jahrelang beispielsweise Raucher/in war, dann wurden nicht nur die Prämien umsonst eingezahlt. Man schadet damit vor allem seinen Hinterbliebenen, die im Ernstfall oft leer ausgehen würden.

Beispiel Raucher /Nichtraucher: Grundlage für einen Nichtrauchertarif ist die im Antrag abgegebene Nichtrauchererklärung. Als Nichtraucher gilt man, wenn man in den letzten zwölf Monaten vor Antragstellung kein Nikotin durch Rauchen zu sich genommen hat und auch beabsichtigt, künftig Nichtraucher zu bleiben. "Wer nach Vertragsschluss Raucher wird, muss diesen Umstand unverzüglich schriftlich bei der Versicherung anzeigen", sagt Bianca Boss. Der Vertrag wird dann auf den Rauchertarif umgestellt. Gibt man sich fälschlicherweise als Nichtraucher aus, kann der Versicherer im Ernstfall die Leistung verweigern. Oder alternativ, wie etwa bei der Hannoverschen, die Leistung auf die Summe reduzieren, die bei dem eingezahlten Beitrag fällig wäre, wenn der Vertrag für einen Raucher abgeschlossen wurde.

Biallo-Tipp

Will das Versicherungsunternehmen einen Interessenten wegen seines Gesundheitszustands nur gegen einen Risikozuschlag versichern, sollte man stets vor Vertragsabschluss nach dem Grund fragen. Nur wenn man den Grund kennt, kann man später den Versicherer auffordern, den Beitrag wieder zu senken, sobald sich der Gesundheitszustand nachweislich verbessert hat. Verweigert das Unternehmen die Bekanntgabe des Grunds, sollte man sich einen anderen Anbieter aussuchen.

Steuertrick bei der Risikolebensversicherung

Kommt eine Versicherungspolice zur Auszahlung, hält auch der Fiskus seine Hand mit auf. In diesem Fall fällt zwar keine Einkommen-, dafür aber möglicherweise Erbschaftsteuer an. Zwar erhalten Ehepartner mit 500.000 Euro und Kinder mit 400.000 Euro sehr hohe steuerliche Freibeträge, bei unverheirateten Paaren beträgt dieser jedoch lediglich 20.000 Euro. Dabei wird bei der Ermittlung der Erbschaftsteuer immer die gesamte Erbmasse – inklusive der Versicherungsleistung – zusammengezählt.

So löst man ganz legal das Problem: Normalerweise versichert der Beitragszahler bei einer Risikolebensversicherung sein eigenes Leben und setzt den Partner als Bezugsberechtigten im Falle seines Todes ein. Zur Vermeidung einer möglichen Erbschaftsteuer sollte jedoch derjenige, der das Geld im Todesfall erhalten soll, auch die Police abschließen und seinen Partner versichern.

"In diesem Fall zahlt er für seine eigene Absicherung im Todesfall seines Partners und die Erbschaftsteuer entfällt", sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. Die Partner schließen daher ihre beiden Lebensversicherungen über Kreuz ab. Man versichert dabei nicht jeweils das eigene Leben, sondern das Leben des anderen.

Steuerlich bedeutet das: Wer als Versicherungsnehmer eine Versicherungsleistung aus einem Vertrag erhält, bei dem die Prämien von ihm selbst bezahlt wurden, bekommt das Geld nicht als Erbe sondern als vertragliche Leistung und somit steuerfrei. Weiterer Vorteil: Da die Auszahlung keine Erbschaft ist, sind auch darauf keine möglichen Pflichtteilansprüche anderer möglich.

Kündigung einer Risikolebensversicherung

Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Ende eines Versicherungsjahres, wenn die Beitragszahlung jährlich erfolgte. Bei einer monatlichen Beitragszahlung ist in der Regel eine Kündigung auch zu einem anderen Zeitpunkt unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist möglich.

Versicherungsnehmer sollten dazu die genaue Frist in den Vertragsbedingungen prüfen. Das Kündigungsschreiben für die Risikolebensversicherung sollte in Briefform und am besten per Einschreiben abgeschickt werden.

Wer einen Wechsel zu einem anderen Anbieter plant, sollte unbedingt vorher prüfen, ob der neue Versicherer bei verschlechterter Gesundheit mögliche Risikozuschläge erhebt. Eine Alternative zur Kündigung ist die Beitragsfreistellung, bei der die Beitragszahlung komplett eingestellt wird.

Der Versicherer kalkuliert an Hand der eingezahlten Beiträge und angefallenen Überschussanteile eine neue Versicherungssumme. Der Versicherungsschutz verringert sich natürlich, doch bleibt eine gewisse Grundversorgung erhalten.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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