Steuerfreie Vorsorge für die Patchwork-Familie

Risikolebensversicherung Steuerfreie Vorsorge für die Patchwork-Familie

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
28.01.2018
Auf einen Blick
  • Erst vergleichen. Durch die richtige Anbieterwahl sparen Sie bei gleicher Versicherungsleistung viel Geld.
  • Richtig vorsorgen. Denken Sie immer an die Aktualiserung der jeweiligen Bezugsberechtigten in Ihrer Versicherungspolice.
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Gerade für die neuen Formen des häuslichen Miteinanders wie Patchwork-Familie oder unverheiratete Paare ist eine Risikolebensversicherung oft der einzige Weg, Hinterbliebenenschutz günstig zu regeln.

Nach Schätzungen ist in Deutschland mittlerweile etwa jede zehnte Familie eine sogenannte Patchwork-Familie, in der Lebenspartner mit Kindern aus früheren Beziehungen leben. Sehr wichtig ist daher, dass Sie als Versicherungsnehmer in Ihrer Lebensversicherungspolice stets die jeweils aktuellen Bezugsberechtigten für die Hinterbliebenenleistungen eintragen lassen.

Bei Patchwork-Familien also zum Beispiel den jetzigen Gatten oder Partner sowie die leiblichen beziehungsweise Stiefkinder und bei homosexuellen Paaren den jeweiligen Partner. Überprüfen Sie ältere bestehende Policen unbedingt dahingehend und korrigieren Sie diese rechtzeitig! Andernfalls könnte der noch im Vertrag benannte Ex-Partner unbeabsichtigt die Hinterbliebenenleistung erhalten und Ihr neuer Partner plus dessen Kinder leer ausgehen.

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Auch Stiefkinder kassieren Lebensversicherung steuerfrei

Weiterer Vorteil: Seit der Erbschaftsteuerreform sind mittlerweile auch Stiefkinder bei Tod der Eltern gut abgesichert. Sie werden hier steuerlich wie eigene Kinder behandelt.

"Durch die aktuellen Freibeträge können Stiefkinder bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben", sagt Bernhard Klinger, Fachanwalt für Erbrecht aus München. "Damit sind Leistungen aus Lebensversicherungen im Regelfall von der Erbschaftsteuer befreit." Diese Regelung gilt für alle Kinder unabhängig, sofern sie von der neuen Stiefmutter bzw. dem Stiefvater adoptiert wurden. Dabei muss das Patchwork-Paar nicht zwingend verheiratet sein.

Die richtige Police spart Tausende von Euros

Der finanzielle Schutz durch eine Risikolebensversicherung ist günstig und ohne knifflige Vertragsfallen zu haben – wenn Sie vorher genau vergleichen! Am Markt finden sich Preisunterschiede von zum Teil bis zu 400 Prozent, bei identischer Leistung.

Ein Beispiel für 2018: Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter, Nichtraucher, will seine Familie absichern. Bei einer Vertragslaufzeit von 30 Jahren und einer garantierte Versicherungssumme von 200.000 Euro zahlt er laut Berechnungen des Analysehauses Franke und Bornberg bei Top-Versicherern wie der Hannoverschen, Europa oder der Ergo monatlich nur rund 13 Euro. Bei teuren Marktangeboten könnten auch rund 50 Euro anfallen.

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Versicherungssumme und Laufzeit korrekt festlegen

Als Faustregel für die Höhe der Versicherungssumme bei einer Risikolebensversicherung gilt: Wenn Sie noch kleine Kinder haben, sollten Sie das Fünffache Ihres Brutto-Jahreseinkommens als Versicherungssumme einsetzen; wenn Sie nur für den Partner vorsorgen, das Dreifache.

Aber aufpassen: Wenn Sie sich zum Beispiel eine Immobilie angeschafft haben, dann sollten Sie in diesem Fall auch an die Laufzeit des bestehenden Darlehens denken und die damit verbundenen Verbindlichkeiten in Ihre Berechnungen mit einbeziehen.

Stiefkinder sind keine gesetzlichen Erben

Abschließend noch ein grundsätzlicher Hinweis für Sie, was Sie bei Erbschaftsregelungen beachten müssen: Stiefkinder gehören nicht zu den gesetzlichen Erben. Sie können sie jedoch durch Testament oder Erbvertrag berücksichtigen. Um eventuellen Zweifeln vorzubeugen - vor allem wenn sie neben leibliche Kinder treten - müssen Sie klare Formulierungen wählen. So sollten Sie beispielsweise nicht verfügen: "Es erben alle unsere Kinder zu gleichen Teilen", sondern: "Erben sind zu gleichen Teilen Stiefsohn Fritz, Sohn Klaus und Tochter Annette".

Biallo-Lesetipp:

"Du bist enterbt!" Diese Nachricht hören Familienmitglieder nach einem Streit immer mal wieder. Doch so leicht geht das nicht, denn es gibt den Pflichtteil. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag: "Enterben fast unmöglich".

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de