Digitale Vermögensverwaltung

Ginmon: Der Robo-Advisor aus Frankfurt im Test

Update: 05.06.2020
Auf einen Blick
  • Je nach Risikotyp stehen zehn Strategien zur Verfügung, die sich durch die Aktienquote und Renditeerwartungen unterscheiden.

  • Die vollautomatische Geldanlage von Ginmon basiert auf einer einfach anwendbaren Technologie.

  • Generell arbeitet Ginmon mit einem sogenannten schwellenbasierten, antizyklischen Rebalancing.

  • 2019 holte Ginmon mit der ausgewogenen Strategie den ersten Platz im Biallo-Performance-Vergleich und landete insgesamt viermal auf dem Treppchen.
Ginmon ist für die finanziellen Ziele seiner Anleger sinngemäß das "silberne Tor".
Phonlamai Photo / shutterstock.com
Ginmon gehört mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Millionen Euro zu den größten Anbietern der automatisierten Geldanlage in Deutschland und hat sich auf Transparenz, Bedienerfreundlichkeit und eine verständliche Anlagestrategie fokussiert. Auch in der Corona-Krise konnte der im Jahr 2014 gegründete Robo-Advisor aus Frankfurt am Main die Kundenzahl weiter steigern. Des Weiteren sammelte der digitale Vermögensverwalter jüngst frisches Wachstumskapital von seinen Investoren ein – unter anderem um seine hauseigene Technologie apeiron® sowie sein Serviceangebot zu erweitern.
Der Name "Ginmon" stammt aus dem Japanischen und bedeutet "silbernes Tor", wodurch der Robo-Advisor seine Anleger sinnbildlich und nach eigener Aussage "in den wohlverdienten Wohlstand" begleitet. Dabei bietet der spezielle Anlagealgorithmus und die hochmoderne Technologie eine attraktive Kombination aus unkomplizierter Anwendung und Sicherheit.

Das Kundenprofil von Ginmon

"Unsere Kunden sind überwiegend männlich. Viele Kunden führen ihr Ginmon-Konto jedoch als gemeinsames Konto zur Altersvorsorge, weswegen nur auf den ersten Blick weibliche Anleger etwas unterrepräsentiert sind", berichtet Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon.
Eine große Anzahl der Kunden hat einen akademischen Hintergrund und ist selbstständig tätig, oftmals als Mediziner oder Juristen. Ein signifikanter, weiterer Teil ist außerdem in der Finanz-, Software- oder Telekommunikationsindustrie tätig. Doch auch hier gilt: Einen typischen Durchschnittskunden gibt es nicht.
Insbesondere durch die Kooperation mit der weltweit tätigen Personalberatung Mercer arbeitet Ginmon daran, die digitale Geldanlage mehr in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und die Relevanz einer kosteneffizienten und transparenten Geldanlage für sämtliche Arbeitnehmer zu ermöglichen, ganz gleich welcher Gehaltsklasse diese entsprechen.

Zur Anlage

Das durchschnittliche Depotvolumen beträgt über 20.000 Euro. Die Mehrheit der Kunden hat darüber hinaus einen Sparplan aktiviert, durchschnittlich über circa 250 Euro pro Monat.
Die "beliebteste” Anlagestrategie ist derzeit apeironinvest 6, mit einem Aktienanteil von circa 60 Prozent. Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro, bei einem Sparplan beträgt sie 1.000 Euro mit einer monatlichen Sparrate ab 50 Euro.
Die vollautomatische Geldanlage von Ginmon basiert auf einer einfach anwendbaren Technologie, mit deren Unterstützung Sie kostengünstig Ihr Vermögen investieren können.
Hierbei werden Sie durch folgende drei Prozesse geführt:
  1. Durch eine Multiple-Choice-Befragung wird Ihr Anlagetyp eruiert, um die für Sie passende Anlagestrategie anwenden zu können.

  2. Durch Eingabe des Anlagebetrags beziehungsweise der monatlichen Sparrate wird die optimale Kapitalallokation errechnet.

  3. Nach Eröffnung des Depotkontos bei der Partnerbank DAB BNP Paribas wird das Ihr Portfolio gemäß Ihrer Anlagestrategie automatisiert optimiert. Sie können ihr Portfolio unkompliziert verwalten und Änderungen vornehmen.

Die Anlagestrategie von Ginmon

Je nach Risikotyp stehen zehn Strategien zur Verfügung, die sich durch die Aktienquote und Renditeerwartungen unterscheiden. So liegt der Aktienanteil bei apeironinvest 1 bei circa zehn Prozent, steigert sich bis auf 100 Prozent in der höchsten Risikoklasse. Die Kunden können bei der Ermittlung des Risikoprofils auf die Anlagestrategien zu- und in die Auswahl entsprechend eingreifen.
"Unsere Anlagestrategie bei der Verwaltung von Kundenportfolios basiert auf der Anwendung des antizyklischen Faktor-Investings", erklärt Lars Reiner. Was zuerst kompliziert klingt, lässt sich jedoch einfach erklären: Ginmon setzt bei seiner Strategie auf die Kapitalmarkt-Faktoren Size, Value und Makro. Es wird somit vermehrt in kleinere Unternehmen (Size) investiert und sich hierbei auf unterbewertete Unternehmen (Value) konzentriert. Die Anlageklassen werden nach dem Bruttoinlandsprodukt der jeweiligen Kapitalmarktregionen (Makro) gewichtet.
Zusätzlich sei der Algorithmus darauf ausgerichtet, konträr zum Herdentrieb, also antizyklisch, zu investieren. Das bedeute, dass Wertpapiere, die innerhalb eines Kundenportfolios übergewichtet sind, verkauft und in untergewichtete Bestandteile investiert werden. "Dieses Vorgehen verringert nicht nur nachweislich das Portfoliorisiko, sondern kann auch zusätzliche Rendite erwirtschaften" (mehr dazu unter dem Stichwort Rebalancing-Bonus).
Basis der Anlagestrategien sind wissenschaftliche und moderne Portfoliotheorien, die frei von Prognosen und Spekulationen angewendet werden. Ziel hierbei ist es, für die jeweilige Risikoklasse langfristig die optimale Rendite zu erzielen. Investiert wird nicht in einzelne Wertpapiere, sondern in eine breite Streuung von Unternehmen auf der gesamten Welt mittels Indexfonds, sogenannter ETFs, die zum persönlichen Risikolevel des Anlegers passen.
Durch die sogenannte Buy-and-Hold-Strategie mit Rebalancing wird langfristig in den Weltmarkt investiert, ohne in volatilen Phasen zu kaufen oder zu verkaufen.

So funktioniert das Risikomanagement

Generell arbeitet Ginmon mit einem sogenannten schwellenbasierten, antizyklischen Rebalancing. Das bedeutet, dass für jedes einzelne Wertpapier in den Kundenportfolios gewisse Bandbreiten definiert sind, innerhalb welcher die Gewichtung der Anlagebausteine schwanken darf. "Sollten diese Schwellen verletzt werden, schichtet unser Algorithmus entsprechend um, um die Portfolios wieder auf die Zielallokation zurückzusetzen", erklärt Ginmon-Chef Reiner.
Dies geschehe entweder proaktiv durch den eigenen Anlagealgorithmus apeiron® auf täglicher Basis oder regelmäßig durch die Anlage von monatlichen Sparplänen. Was jedoch wichtig sei: Auch in vermeintlichen Krisenzeiten hat die antizyklische Anlagestrategie oberste Priorität. Das heißt, dass auch dann nicht vermehrt aus der Anlageklasse Aktien ausgestiegen beziehungsweise umgeschichtet wird, sondern bei starken Kursverlusten in einer Anlageklasse sogar zusätzliche Gelder in dieser Anlageklasse allokiert werden, um der Strategie konsequent treu zu bleiben. Dies hat den Vorteil, bei einem folgenden Aufschwung einer Anlageklasse wieder gemäß dem eigenen Risikoprofil auf Investitionskurs zu sein und am Kursanstieg zu partizipieren.
Dass die langfristige Anlagestrategie von Ginmon erfolgsversprechend ist, zeigt auch der Robo-Advisor-Vergleich der Top-Performer 2019 von biallo.de. Untersucht wurden die Wertentwicklungen in den Kategorien:
Ginmon erzielte 2019 in der ausgewogenen Strategie den ersten Platz mit einer Zwei-Jahres-Performance von 13,56 Prozent und den zweiten Platz in der Drei-Jahres-Betrachtung mit einem Plus von 19,48 Prozent. Auch in der defensiven Strategie landeten die Frankfurter zweimal auf dem Siegerpodest: auf Platz drei in der Zwei-Jahres-Performance (9,64 Prozent) und Platz zwei in der Drei-Jahres-Performance (12,61 Prozent).

Weitere Pluspunkte

Kosten: Durch die automatisierte Technologieplattform liegen die Gebühren bis zu 60 Prozent unter den Kosten von klassischen Fondsprodukten. Da es keine Fondsmanager und Analysten gibt, sondern die Anlageprozesse komplett automatisiert sind, außerdem unnötige Umschichtungen vermieden werden, verfügt Ginmon über eine günstige Kostenstruktur, die an die Kunden weitergegeben wird.
Die Servicegebühr liegt bei 0,75 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Die durchschnittlichen jährlichen Kosten der ETFs weist Ginmon mit 0,23 Prozent aus.
Langfristige Strategie: Ginmon präferiert keine kurzfristigen Anlageerfolge, sondern baut langfristig auf lukrative Renditen. Auch in schwachen Börsenphasen wird nicht vorschnell umgeschichtet, sondern an der Strategie festgehalten.
Unabhängigkeit: Ein weiterer Pluspunkt ist die Unabhängigkeit von einem Mutterinstitut und einem strategischen Investor, der Einfluss auf die Produktauswahl oder operative Strategie nehmen könnte.
Kündigung: Sie können jederzeit online auf Ihr Vermögen zugreifen und in wenigen Schritten das Depot kündigen. Ihr Geld wird umgehend auf das angegebene Referenzkonto überwiesen (weitere Infos unter Kündigungsfristen).
Breite Streuung: Ginmon investiert weltweit in fast 12.000 Einzelwerte aus mehr als 100 Ländern mittels ETFs. Ziel sind keine kurzfristigen Renditeerfolge, sondern investiert wird mit einem langfristigen Anlagehorizont, sodass die Kunden vom Erfolg der Weltwirtschaft partizipieren.
Kinder-Depot: Ein gesondertes Angebot für Kinder wird zwar nicht geführt, jedoch können Depotkonten für volljährige Personen jederzeit auch für den jüngeren Nachwuchs eröffnet werden.
Ginmon per App: Über die Ginmon-App können Kunden mit dem Smartphone oder Tablet Ein- und Auszahlungen tätigen sowie die Sparrate ändern. Die App kann sowohl im Apple Appstore als auch im Google Play Store heruntergeladen werden.

Positiver Ausblick und der Corona-Effekt

"Insgesamt rechnen wir aktuell mit einer positiven Entwicklung, dieser Eindruck bestätigt sich auch durch die jüngeren Handlungen unserer Kunden in der Corona-Krise", erläutert Lars Reiner. So habe die Mehrheit der Kunden ebenso antizyklisch gehandelt wie der hauseigene Algorithmus und deutlich mehr Einzahlungen vorgenommen. Lars Reiner schlussfolgert, dass der wirtschaftliche Ausblick kombiniert mit den Ausgangsbeschränkungen Privatanleger dazu veranlasste, sich vermehrt mit Themen wie Altersvorsorge und Geldanlage auseinanderzusetzen. Und: Am einfachsten funktioniere das heutzutage über das Internet.
Als digitales Unternehmen mit wissenschaftlichem Anlagekonzept sieht sich Ginmon bestens aufgestellt, diese steigende Nachfrage zu bedienen. Zudem ist der Robo-Advisor mit seiner antizyklischen Strategie für turbulente Marktphasen optimal gerüstet, um von einem folgenden Aufschwung zu profitieren: "Wir sehen das als großen Vorteil für uns, vor allem gegenüber traditionellen Vermögensverwaltern und Banken, für die die aktuelle Situation eine große Herausforderung darstellt", so der Ginmon-Chef.

Biallo-Fazit:

Für die Redaktion von biallo.de zählt Ginmon mit seinem vollautomatischen Vermögensmanagement zu den besten Anbietern unter den Robo-Advisorn. Neben der Bedienungsfreundlichkeit überzeugen vor allem das günstige Kostenmodell und die konstante Performancequalität der Frankfurter.



  Peter Rensch


 
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