Liqid: Quandt-Robo knackt 200-Millionen-Marke

Robo-Advice Liqid: Quandt-Robo knackt 200-Millionen-Marke

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
08.03.2018
Auf einen Blick
  • Liqid, der Luxus-Robo der Familie Harald Quandt, verwaltet mittlerweile mehr als 200 Millionen Euro Anlagevolumen.

  • Damit belegen die Berliner derzeit Platz drei hinter Marktführer Scalable Capital und dem Comdirect-Robo Cominvest.

  • Die Nachfrage nach dem ersten Private-Equity-Dachfonds von Liqid übersteigt das Angebot. Ein weitere Dachfonds steht bereits in den Startlöchern.
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Rund eineinhalb Jahre nach Markeintritt hat der digitale Vermögensverwalter Liqid die Schwelle von 200 Millionen Euro bei den sogenannten Assets under Management (AuM) überschritten. Bislang ist das nur zwei Robo-Advisor in Deutschland gelungen, nämlich Scalable Capital und Cominvest. Schätzungen zufolge hat Scalable derzeit die 800-Millionen-Euro-Marke beim Anlagevolumen im Blick, nicht zuletzt auch wegen der Kooperation mit der ING-Diba. Comdirect verkündete Ende Januar, dass ihr Robo-Advisor Cominvest die Marke von 200 Millionen Euro beim verwalteten Kundenvermögen geknackt hat. Start war Mai 2017.

Im Gegensatz zu Scalable und Cominvest setzt Liqid allerdings ausschließlich auf sehr wohlhabende Kunden. Anleger können erst ab einem Betrag von 100.000 Euro einsteigen (Scalable: 10.000 Euro). Das durchschnittliche Anlagevolumen liege bei 200.000 Euro, verlautete Liqid. Die Kunden kämen aus allen Altersgruppen. "Dabei bilden Selbständige, Unternehmer und leitende Angestellte mit zusammen 84,5 Prozent die Mehrheit der Anleger", so Liqid.

Gut ein Drittel der Kunden betritt Neuland

Ein Trend aus dem vergangenen Jahr scheint sich dabei fortzusetzen: Gut ein Drittel der Liqid-Anleger habe keine vorherige Erfahrung mit der Vermögensverwaltung. "Das unterstreicht, wie digitale Anbieter erfolgreich neue Marktsegmente erschließen."

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Das Berliner Start-up setzt bei seinen Anlagestrategien auf die Expertise des Münchner Family Offices HQ-Trust, der Vermögensverwaltung der Familie Harald Quandt – einer der reichsten Familien Deutschlands. Somit erhalten Privatanleger kostengünstigen Zugang zu einer Vermögensverwaltung, die sonst nur einem kleinen Kreis von Superreichen vorbehalten ist.

Investieren wie die Großen

Liqid-Anleger können sich zwischen zwei Beratungsmodellen entscheiden: "Liqid Select" und "Liqid Global". Bei Letzterem handelt es sich um eine vollautomatisierte Vermögensverwaltung, bei der ausschließlich ETFs zum Einsatz kommen.

Bei "Liqid Select" steuert ein Investmentteam die Portfolios. Die Produktpalette ist größer: Es kommen auch aktiv gemanagte Fonds und alternative Anlageklassen wie beispielsweise Private Equity zum Einsatz. Darunter fallen Beteiligungsfirmen, die junge Unternehmen mit Wachstumskapital unterstützen. Hierfür hat Liqid einen eigenen Dachfonds aufgelegt, der in Beteiligungsfonds der Top-Player CVC, Bain Capital, Apollo, EQT und Nordic Capital investiert.

Private-Equity-Dachfonds stark überzeichnet

"Für unseren ersten Fonds hatten wir ursprünglich ein Volumen von 15 Millionen Euro und eine Zeichnungsfrist von zwei Jahren vorgesehen", sagt Liqid-CEO Christian Schneider-Sickert. "Allerdings stößt unser kostengünstiger Zugang zu den Top-Fonds der Branche auf so große Resonanz, dass wir unseren Dachfonds erweitert und früher als geplant geschlossen haben." Das Zeichnungsvolumen lag bei 24 Millionen Euro. Für einen weiteren Fonds, der im April geöffnet wird, gebe es bereits eine Warteliste, so Schneider-Sickert weiter.

Nicht alle Produkte für Börsenneulinge geeignet

Private Equity ist die Königsdisziplin im Investment-Bereich und nur etwas für Anleger mit Erfahrung. Den großen Ertragschancen dieser Anlageklasse steht auch ein höheres Risiko gegenüber als bei gewöhnlichen Aktien oder Fonds. Denn die Beteiligungen werden nicht an der Börse gehandelt, wodurch Anleger höhere Schwankungen aussitzen müssen und ihren sogenannten Return on Investment (RoI) in der Regel erst nach einigen Jahren erhalten.

Für Anleger mit wenig oder keiner Börsenerfahrung eignet sich eher das Beratungsmodell "Liqid Global". Die Vollautomatisierung spiegelt sich auch in günstigeren Kosten wider. Bei einem Anlagebetrag von 100.000 Euro beläuft sich die Verwaltungspauschale auf 0,5 Prozent, also 500 Euro im Jahr.

Günstige Kosten und starke Performance

Die Servicegebühren sind gestaffelt: Je höher die Anlagesumme, desto niedriger die Gebühren. Die günstigste Pauschale von 0,25 Prozent greift ab einem Anlagebetrag von fünf Millionen Euro. Die Produktkosten betragen im Schnitt 0,17 Prozent, was ebenfalls deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 0,3 Prozent liegt. Nicht umsonst urteilte die Stiftung Warentest in ihrer Januar-Ausgabe 2017: "Der günstigste Full-Service-Robo ist Liqid."

Auch in Sachen Performance spielen die Berliner in der ersten Liga. In einer Untersuchung des unabhängigen Ratinginstituts Firstfive unter rund 65 Vermögensverwaltern belegte Liqid mit Abstand den ersten Platz in der Risikoklasse "ausgewogen". So erzielte das Portfolio "Liqid Global 70" (70 Prozent Aktien / 30 Prozent Anleihen) im Zeitraum 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2017 eine Rendite von 17,32 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die Capitell Vermögens-Management AG (15,07 Prozent) und die Flossbach von Storch AG (13,93 Prozent). Zum ersten Mal wurde mit Liqid ein digitaler Anbieter ins Firstfive-Ranking aufgenommen.

Biallo-Tipp

Wer seine Geldanlage nicht vollkommen selbst gestalten will oder kann, für den sind die Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Am kostengünstigsten ist es allerdings, wenn Sie sich selbst einen ausgewogenen Mix zusammenstellen – zum Beispiel aus sicheren Tagesgeld- und Festgeld-Anlagen und einem ETF, der einen breit gestreuten Index wie den MSCI World abbildet. Der Weltaktienindex MSCI World spiegelt die Entwicklung von 1.600 Aktien aus 23 Industrienationen wider. Eine gute Auswahl von Indexfonds finden Sie in unserem ETF-Vergleich.

Wichtig: Anlagen in Fonds oder Aktien sollten immer langfristig ausgerichtet sein (mindestens zehn bis 15 Jahre), zumal sich die Aktienmärkte derzeit in einer heißen Phase befinden. Größere Rücksetzer sind kurz- bis mittelfristig nicht ausgeschlossen. Mit einem monatlichen Sparplan profitieren Sie vom sogenannten Cost-Average-Effekt und können Kursschwankungen besser ausgleichen. 

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de