Digitale Vermögensverwaltung

Quirion, Targobank, Werthstein: Neues von der Robo-Advisor-Front

Update: 19.12.2018
Sebastian Schick
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Auf einen Blick
  • Die Targobank lässt ihren Robo-Advisor "Pixit" von der Leine. Die Technologie stammt von Scalabe Capital, die Anlagestrategie aus eigenem Haus.

  • Robo-Advisor Quirion kooperiert ab sofort mit dem Zinsportal Savedo. Anlässlich seines fünfjährigen Jubiläums lockt Quirion zudem mit einer Sonderaktion.

  • Der Online-Vermögensverwalter Werthstein stellt seine Geschäfte zum Jahresende ein. Die Depots werden aufgelöst und der Gegenwert an die Werthstein-Kunden ausbezahlt.
Immer mehr etablierte Finanzdienstleister bieten ihren Kunden eine digitale Vermögensverwaltung.
William Bradberry / shutterstock.com

Immer mehr Banken und klassische Asset Manager setzen auf eine digitale Vermögensverwaltung. Jetzt auch die Targobank. Ab sofort bietet die Tochter der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel ihren Kunden den Robo-Advisor Pixit an. Die Technologie stammt von Scalable Capital, dem nach verwalteten Kundenvermögen größten Anbieter in Deutschland. Die Anlagestrategie stammt aus dem Hause Targobank.

Was ist ein Robo-Advisor?

Aktives oder passives Management? ETFs oder aktive Fonds? Was ist der Value at Risk? Fragen über Fragen, auf die unser Ratgeber  Robo-Advisor die passenden Antworten liefert.

Während Scalable den Value-at-Risk-Ansatz fährt, also das Risiko aktiv steuert, setzt Pixit auf ein passives Risikomanagement mit dem sogenannten Rebalancing. Dabei wird die ursprüngliche Gewichtung der Anlageklassen monatlich überprüft und das Portfolio bei einer Abweichung von mehr als einem Prozent auf die Ausgangssituation zurückgesetzt.

Welche Methode erfolgreicher ist, darüber streiten sich Experten. Das Institut für Vermögensaufbau (IVA), welches die Targobank beim Aufbau von Pixit beraten hat, hält die Rebalancing-Methode für den effektiveren Ansatz. "Weil durch Rebalancing der Aktienanteil im Portfolio vorgegeben ist, hilft der Ansatz insbesondere in einem schwierigen Marktumfeld Verluste einzudämmen", sagt IVA-Leiter Andreas Beck.

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ETF-basierte Anlagelösung

Pixit verwendet bei seiner Anlagestrategie ausschließlich ETFs und die Anlageklassen Aktien und Anleihen. Laut Targobank-Sprecher Alexander Bäumer wird derzeit geprüft, ob das Angebot im nächsten Jahr um aktiv gemanagte Fonds und andere Anlageklassen erweitert wird.

Derzeit stehen bei Pixit fünf Risikoklassen zur Auswahl, denen jeweils ein Musterportfolio zugeordnet ist: "Substanz" (15 Prozent Aktien/85 Prozent Anleihen), "Konservativ" (30/70), "Ausgewogen" (45/55), "Ertrag" (75/25) und "Wachstum" (95/5). Für die ausgewogene Strategie weist Pixit in einer Simulation eine jährliche Rendite nach Kosten von 4,2 Prozent aus. Das Risikoprofil wird per Online-Fragebogen ermittelt, indem der Anleger unter anderem zu seiner Wertpapiererfahrung und seinen Vermögensverhältnissen befragt wird.

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Gebühr sinkt mit steigendem Anlagevolumen

Von den Kosten her bewegt sich Pixit im oberen Mittelfeld. Die Gebühren sind nach Anlagevolumen gestaffelt: Bis 25.000 Euro werden 0,99 Prozent pro Jahr verlangt, ab 25.000 Euro sinkt die Vermögensverwaltungsgebühr auf 0,90 Prozent, ab 50.000 Euro auf 0,80 Prozent. Die Produktkosten schlagen im Schnitt mit 0,18 Prozent zu Buche, was vergleichsweise günstig ist. Die Kosten werden von den ETF-Anbietern einbehalten und sind bereits in den Kursen berücksichtigt.

Die Mindestanlage beträgt bei Pixit 5.000 Euro. Anleger können auch mit einem monatlichen Sparplan ab 100 Euro einsteigen und so die Mindestanlage umgehen. Ab Januar soll Pixit auch als App für Android- und iOS-Geräte zur Verfügung stehen.

Kooperationen liegen im Trend

Mit dem Targobank-Robo erweitert sich der Kreis der etablierten Finanzdienstleister, die ihren Kunden eine digitale Vermögensverwaltung anbieten. Derzeit gibt es gut zwei Dutzend Banken, Versicherer und Vermögensverwalter, die einen Robo-Advisor im Programm haben – teils in Eigenkreation mit Unterstützung eines Fintechs, teils als White-Label-Kooperation mit einem bestehenden Robo-Advisor. Zuletzt starteten Fidelity (Fidelity Wealth Expert), Hauck & Aufhäuser (Zeedin) und Finet Asset Management (Vividam) ihre Robos.

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Für einen Paukenschlag sorgte die ING im September vergangenenen Jahres, als sie ihre Kooperation mit Scalable Capital verkündete. Im Gegensatz zum Targobank-Robo ist der ING-Robo allerdings kein White-Label-Produkt, sondern ING-Kunden werden zur Anmeldung und Ermittlung des Risikoprofils direkt auf die Scalable-Seite geleitet. Danach geht’s automatisch zurück zur ING, wo dann ein Scalable-Depot und -Konto eröffnet werden.

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Quirion kooperiert mit Savedo

Neuigkeiten gibt es auch aus dem Hause Quirion, dem Robo-Advisor der Quirin Privatbank. Die Berliner kooperieren ab sofort mit Savedo, einer Vergleichsplattform für Tages- und Festgeldprodukte. Demnach werden Savedo-Kunden auf die Quirion-Plattform durchgeleitet, wenn sie sich für eine digitale Vermögensverwaltung mit Wertpapieren interessieren. Auf das Angebot wird bei Savedo in entsprechenden Artikeln hingewiesen. Dass Quirion im Gegenzug seine Kunden auf die Savedo-Plattform durchleitet oder Savedo-Zinsrechner einbindet, ist derzeit nicht vorgesehen.

"Mit Savedo erreichen wir zusätzlich Sparer, denen bisher der direkte Zugang zu den weltweiten Kapitalmärkten und einer professionellen Vermögensverwaltung gefehlt hat", sagt Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Privatbank.

Quirion zählt zu den Robo-Advisorn der ersten Stunde. Vor kurzem feierte das Unternehmen sein fünfjähriges Bestehen mit einer Willkommensaktion für Neukunden: Die Mindestanlage wurde bis zum 31. Januar 2018 auf 5.000 Euro halbiert. Wer bis dahin ein Depot eröffnet, nimmt auch an einer Losaktion teil. Insgesamt werden fünf Mal 5.000 Euro unter den Neukunden ausgelost.

Die ersten 10.000 Euro sind bei Quirion übrigens gebührenfrei. Danach fällt eine Verwaltungsgebühr von 0,48 Prozent des Anlagevolumens an. Damit zählt Quirion zu den günstigsten Robo-Advisorn in Deutschland.

Werthstein stellt Geschäft ein

Weniger erfreuliche Nachrichten gibt es für Kunden des digitalen Vermögensverwalters Werthstein. Dieser hat am Montag mitgeteilt, dass er seine Dienste zum Jahresende einstellen wird. "Dieser Schritt hat sich als notwendig erwiesen, da sich die Geschäftszahlen seit unserem Markteintritt Anfang des Jahres leider nicht ausreichend entwickelt haben, um das Geschäft fortzuführen", so Werthstein. Der Schritt sei umso bedauerlicher, da man von Seiten der Kunden durchweg positives Feedback erhalten habe.

Laut Werthstein müssen sich Anleger keine Sorgen um ihre Anlagen machen. Bis zum 27. Dezember würden alle Depotwerte veräußert und der Gegenwert auf die entsprechenden Referenzkonten überwiesen. Die Vermögensverwaltungsverträge enden zum 28. Dezember. Werthstein sei mit allen Kunden in Kontakt, um den Prozess reibungslos abzuwickeln.

Von der Geschäftsaufgabe sind auch die Wikifolio-Zertifikate betroffen. Die Positionen darin würden bis zum 28. Dezember aufgelöst und der Gegenwert an die Wikifolio-Trader ausbezahlt, so Werthstein.

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