Digitale Vermögensverwaltung

Robo-Advisor im Übernahmefieber: Moneyfarm kauft Vaamo

Update: 20.11.2018
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Auf einen Blick
  • Der britische Online-Vermögensverwalter Moneyfarm übernimmt den deutschen Anbieter Vaamo. Das Ziel: einen europaweit tätigen Robo-Advisor zu etablieren.

  • Das Beispiel könnte schon bald Schule machen. Experten rechnen mit weiteren Zusammenschlüssen in der Branche.
Moneyfarm und Vaamo werden zu einem Robo-Advisor mit europäischen Ambitionen - daran glaubt auch der Versicherungskonzern Allianz.
metamorworks/shutterstock.com

Ein britisch-italienisches Fintech geht in Deutschland shoppen, entdeckt dabei einen Wettbewerber und schluckt diesen mit dem Ziel, in Europa neue Märkte zu erschließen. Der genannte Einkäufer ist Moneyfarm, an dem auch die Allianz beteiligt ist. Der Wettbewerber ist die Vaamo Finanz AG mit Sitz in Frankfurt am Main.

"Mit Moneyfarm haben wir einen Partner gefunden, der perfekt zu unserem Kurs passt", sagt Dr. Thomas Bloch, Gründer und Vorstand von vaamo. "Uns vereint das Ziel, ein führender europäischer Anbieter in der digitalen Vermögensverwaltung zu sein."

Moneyfarm will mit Vaamo neue Märkte erschließen

Vaamo gilt als einer der Pioniere der deutschen Robo-Advisor. Jedoch gegen aufstrebende Anbieter wie beispielsweise Marktführer Scalable Capital, der bereits deutlich mehr als eine Milliarde Kundenvermögen verwaltet, konnte Vaamo nicht Schritt halten. Nichtsdestotrotz: "Für uns ist Vaamo der ideale Partner, um unsere Präsenz in Europa zu stärken", sagt Giovanni Daprà, Vorstandsvorsitzender von Moneyfarm. "Wir sehen Deutschland als attraktiven Wachstumsmarkt mit großem Potential für die digitale Vermögensverwaltung." Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

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Die Übernahme muss von der Bafin noch abgesegnet werden. Für Vaamo-Kunden wird sich erst mal nichts ändern. Es ist aber abzusehen, dass die Frankfurter in den nächsten Monaten unter dem neuen Namen Moneyfarm auftreten. Auch das Einhörnchen-Logo von Vaamo dürfte dann Geschichte sein. Die Vaamo-Gründer Dr. Thomas Bloch und Dr. Oliver Vins sollen in den Aufsichtsrat von Moneyfarm einziehen.

Moneyfarm ist nach eigenen Angaben einer der führenden europäischen Online-Vermögensverwalter mit Hauptsitz in London und betreute Ende 2017 in Italien und Großbritannien rund 30.000 Privatkunden mit einem Anlagevolumen von insgesamt 400 Millionen Pfund (umgerechnet rund 450 Millionen Euro). Das entspricht einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. 

Mit der Übernahme von Vaamo schreitet die Konsolidierung hierzulande voran. Immer mehr Robo-Advisor gehen Kooperationen mit Banken, klassischen Vermögensverwaltern oder anderen Fintechs ein. Bestes Beispiel: Die Kooperation von Scalable Capital mit Deutschlands größter Direktbank ING-Diba, die dem Münchner Robo-Advisor einen deutlichen Wachstumsschub gebracht hat. Anbieter Growney kooperiert mit Signal Iduna, der Frankfurter Robo-Advisor Ginmon mit der Börse Stuttgart.

Branchenexperten gehen davon aus, dass sich das Konsolidierungs-Karussell in den nächsten Monaten noch schneller drehen dürfte, zumal immer mehr Banken und klassische Asset-Manager die digitale Vermögensverwaltung für sich entdecken. Das dürfte dafür sorgen, dass sich auch vermehrt Robo-Advisor untereinander zusammenschließen, um sich gegen die großen Player zu behaupten. Somit könnte das Beispiel von Vaamo bald Schule machen.

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  Kerstin Weinzierl


 

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