Schneller Kapitalaufbau bei der Rürup-Rente

Altersvorsorge Schneller Kapitalaufbau bei der Rürup-Rente

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
07.10.2018
Auf einen Blick
  • Eine Rente per Rürup-Rentenversicherung lässt sich durch hohe Beitragszahlungen innerhalb kurzer Zeit aufbauen.

  • Seit 2018 können Sie bei der Rürup-Rente einen noch größeren Teil der Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.
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Sie haben es als Selbstständiger in früheren Jahren verpasst, etwas für Ihre Altersvorsorge zu tun? Bei einer Rürup-Rentenversicherung können Sie auch kurzfristig noch Kapital aufbauen – im Extremfall sogar durch eine höhere Einmalzahlung direkt vor Ihrem geplanten Rentenbeginn. Das lohnt sich durch die steuerliche Förderung in der Ansparphase durchaus.

Steuerbonus in der Ansparphase nutzen

Für das Jahr 2018 sind 86 Prozent der Beitragszahlungen bis maximal 23.712 Euro steuerlich absetzbar (Ehepaare 47.424 Euro). "In den kommen Jahren dürfen jährlich zusätzlich weitere zwei Prozentpunkte abgesetzt werden", sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. Ab 2025 können die gesamten Beiträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Der jährliche Anstieg der steuerlichen Begünstigung gilt auch für laufende Verträge.

Lesen Sie auch: Rürup-Rente – Rechtzeitig den Hinterbliebenenschutz regeln

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So profitieren Sie von den Steuerkriterien

"Einen Teil der gewährten Steuervorteile holt sich der Staat allerdings in der Rentenphase wieder zurück", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Ab dem Jahr 2040 wird die Rürup-Rente voll besteuert, bis 2020 steigt hier der Anteil pro Jahr um zwei Prozent, danach um ein Prozent an. 2019 wären beispielsweise 78 Prozent der Rürup-Rente zu versteuern. Dieser Aspekt könnte gerade für rentennahe Jahrgänge interessant sein.

Beispiel: Ein Rürup-Vertrag ist frühestens ab 62 Jahren auszahlungsfähig, allerdings nur in Form einer lebenslangen Rente. Sie sind als Selbstständiger nun 61 Jahre alt und verheiratet. Sie zahlen noch in diesem Jahr den möglichen Höchstbetrag von 47.424 Euro in eine Rürup-Rente ein. 2019 soll dann Ihre Renten-Auszahlung beginnen. Das bedeutet konkret: Sie können 2018 von Ihrer Rürup-Beitragszahlung 86 Prozent von der Steuer absetzen, müssten ab 2019 aber nur 78 Prozent Ihrer Rente versteuern.

  • Biallo-Tipp: Sie können aktuell in der Ansparphase Ihre Beiträge deutlich stärker von der Steuer absetzen, als Sie Ihre Renteneinnahmen später versteuern müssen. Zudem dürften Sie im Alter auch einen geringeren Steuersatz haben, als während Ihrer aktiven Berufstätigkeit.

Lesen Sie auch: Flexibilität bei der Rürup-Rente nutzen

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Was Sie zur Rürup-Rentenbesteuerung wissen müssen

In der Auszahlungsphase müssen Sie als Rürup-Rentner genauso wie Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung auf Ihre Rente Steuern bezahlen. Hier gilt folgendes Prinzip: Abhängig von dem Jahr, in dem Ihnen die Rürup-Rente zum ersten Mal ausgezahlt wird, wird der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente festgelegt.

Wenn Sie 2019 erstmalig die Rürup-Rente beziehen, müssen Sie laut Steuertabelle 78 Prozent Ihrer Brutto-Rente versteuern. Wenn Sie 2020 erstmalig Ihrer Rürup-Rente beziehen, müssten Sie bereits dauerhaft 80 Prozent Ihrer Brutto-Rente versteuern. Sollten Sie erst ab dem Jahr 2040 in Rente gehen, müssen Sie auf 100 Prozent Ihrer Rürup-Rente Steuern zahlen.

Richtige Rürup-Rentenversicherung bringt später mehr

Nach Berechnungen per Mitte September 2018 können Sie später im Ruhestand bei richtiger Wahl eines Rürup-Rentenversicherungsvertrags deutlich mehr Rente rausholen. "Ein genauer Marktvergleich vor einer Vertragsunterzeichnung ist grundsätzlich anzuraten", sagt Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg.

Vertragskriterien eines Modellfalls der klassische Rürup-Renten Versicherung: 45-Jährige zahlen bis zum Alter von 65 jeweils 500 Euro monatlich ein. Es gilt eine volldynamische Rentenauszahlung sowie für die Hinterbliebenen ein Todesfallschutz mit Guthaben Erstattung in der Ansparzeit und zehn Jahre Rentengarantiezeit beim Rentenbezug.

Top-Anbieter wie die Hannoversche, Huk24 oder Europa garantieren in diesem Fall eine lebenslange monatliche Rente von rund 375 Euro, die Prognosen mit Überschüssen schwanken zwischen 450 und 480 Euro. Bei einer schlechten Anbieter-Wahl können auch über 1.000 Euro im Jahr allein bei der Garantierente weniger raus kommen.

Lesen Sie auch: Die acht häufigsten Fehler bei der Altersvorsorge

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de