Schneller Kapitalaufbau bei der Rürup-Rente

Altersvorsorge Schneller Kapitalaufbau bei der Rürup-Rente

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
21.06.2017
Auf einen Blick
  • Eine Rente per Rürup-Rentenversicherung lässt sich durch hohe Beitragszahlungen innerhalb kurzer Zeit aufbauen.

  • Seit 2017 können Sie bei der Rürup-Rente einen noch größeren Teil der Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.
Artikelbewertung
Schrift

Sie haben es als Selbstständiger in früheren Jahren verpasst, etwas für Ihre Altersvorsorge zu tun? Bei einer Rürup-Rentenversicherung können Sie auch kurzfristig noch Kapital aufbauen – im Extremfall sogar durch eine höhere Einmalzahlung direkt vor Ihrem geplanten Rentenbeginn. Das lohnt sich durch die steuerliche Förderung in der Ansparphase durchaus.

Steuerbonus in der Ansparphase nutzen

Für das Jahr 2017 sind 84 Prozent der Beitragszahlungen bis maximal 23.362 Euro steuerlich absetzbar (Ehepaare 46.724 Euro). "In den kommenden Jahren dürfen jährlich zusätzlich weitere zwei Prozentpunkte abgesetzt werden", sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. 2018 also 86 Prozent, 2019 bereits 88 Prozent etc., bis Sie ab 2025 die gesamten Beiträge als Sonderausgaben geltend machen können. Der jährliche Anstieg der steuerlichen Begünstigung gilt hier natürlich auch für laufende Verträge.

Für weitere Beiträge rund um das Thema Altersvorsorge, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein

So profitieren Sie von den Steuerkriterien

"Einen Teil der gewährten Steuervorteile holt sich der Staat allerdings in der Rentenphase wieder zurück", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Ab dem Jahr 2040 wird die Rürup-Rente voll besteuert, bis 2020 steigt hier der Anteil pro Jahr um zwei Prozentpunkte, danach um ein Prozentpunkt an. 2018 wären beispielsweise 76 Prozent der Rürup-Rente zu versteuern. Dieser Aspekt könnte gerade für rentennahe Jahrgänge interessant sein.

Ein Beispiel: Ein Rürup-Vertrag ist frühestens ab 62 Jahren auszahlungsfähig, allerdings nur in Form einer lebenslangen Rente. Sie sind als Selbstständiger nun 61 Jahre alt und verheiratet. Sie zahlen noch in diesem Jahr den möglichen Höchstbetrag von 46.724 Euro in eine Rürup-Rente ein. 2018 soll dann Ihre Renten-Auszahlung beginnen.

Für Sie bedeutet das konkret: Sie dürfen 2017 von Ihrer Rürup-Beitragszahlung 84 Prozent von der Steuer absetzen, müssten ab 2018 aber nur 76 Prozent Ihrer Rente versteuern.

  • Biallo-Tipp: Sie können aktuell in der Ansparphase Ihre Beiträge also deutlich stärker von der Steuer absetzen, als Sie Ihre Renteneinnahmen später versteuern müssen. Zudem dürften Sie im Alter auch einen geringeren Steuersatz haben, als während Ihrer aktiven Berufstätigkeit.
3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Was Sie zur Rentenbesteuerung wissen müssen

In der Auszahlungsphase müssen Sie als Rürup-Rentner genauso wie Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung auf Ihre Rente Steuern bezahlen. Hier gilt folgendes Prinzip: Abhängig von dem Jahr, in dem Ihnen die Rürup-Rente zum ersten Mal ausgezahlt wird, wird der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente festgelegt.

Wenn Sie 2018 erstmalig die Rürup-Rente beziehen, müssen Sie laut Steuertabelle 76 Prozent Ihrer Brutto-Rente versteuern. Wenn Sie 2020 erstmalig Ihrer Rürup-Rente beziehen, müssten Sie bereits dauerhaft 80 Prozent Ihrer Brutto-Rente versteuern. Sollten Sie erst ab dem Jahr 2040 in Rente gehen, müssen Sie auf 100 Prozent Ihrer Rürup-Rente Steuern zahlen.

Richtige Rürup-Rente bringt später mehr

Neben der klassischen Rürup-Rentenversicherung gewinnen in Zeiten anhaltend niedriger Zinsen Fondspolicen aufgrund besserer Renditechancen zunehmend an Attraktivität. "Ein genauer Marktvergleich vor einer Vertragsunterzeichnung ist jedoch grundsätzlich anzuraten", sagt Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Nach Berechnungen per Anfang Juni 2017 können Sparer später im Ruhestand bei richtiger Wahl eines Rürup-Rentenversicherungsvertrags (mit Beitragsgarantien) deutlich mehr Rente rausholen, wie ein Modell-Check bei 4-Prozent Wertentwicklung aufzeigt.

Weitere Vertragskriterien waren eine volldynamische Rentenauszahlung sowie für die Hinterbliebenen ein Todesfallschutz mit Guthabenerstattung in der Ansparzeit und zehn Jahre Rentengarantiezeit beim Rentenbezug. Hier würden 45-Jährige, die bis zum Alter von 65 Jahren 300 Euro monatlich einzahlen, bei Canada Life (Tarif Generation Basic Plus) oder der Alten Leipziger (AL Fonds Basis) in der volldynamischen Auszahlungsvariante rund 1.200 Euro mehr jährliche Rente herausbekommen als bei teuren Anbietern.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Fritz Himmel
Fritz Himmel
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de