Rürup-Rente: Steuerturbo für Gutverdiener

Altersvorsorge Rürup-Rente: Steuerturbo für Gutverdiener

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
09.08.2017
Auf einen Blick
  • Die staatliche Förderung bei der Rürup-Rente ergibt sich aus der möglichen hohen Steuerersparnis in der Ansparphase.

  • Während der Vertragslaufzeit kommen Rürup-Sparer nicht mehr an ihr eingezahltes Geld ran.
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Vor allem für Selbstständige ist ein Rürup-Vertrag oft die einzig sinnvolle Altersvorsorge. Für manche gibt es nichts besseres, für andere kann er jedoch ungeeignet sein. Vor der Entscheidung für diese Vorsorgevariante sollten Sie sich über die attraktiven Vorteile aber auch einiger deutlichen Nachteile bewusst sein.

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So sparen Sie bei der Rürup-Rente Steuern

Bei Rürup winken Ihnen in der Ansparphase hohe Steuervorteile. 2017 beträgt bei einem Rürup-Vertrag die Förderhöchstgrenze 23.362 Euro (Ehepaare 46.724 Euro). Davon sind 84 Prozent der Beiträge absetzbar. Alleinstehende können somit bis zu 19.624 Euro an Beitragszahlungen beim Finanzamt geltend machen, Verheiratete sogar 39.248 Euro. Bis 2025 steigt dieser Prozentsatz jährlich um weitere zwei Prozentpunkte an. Ab dem Jahr 2025 sind dann dauerhaft 100 Prozent absetzbar.

Zudem bleiben während der Ansparphase die Erträge auf Ihr angespartes Kapital abgeltungsteuerfrei. Beim Rürup-Sparen gilt: "Wer viel verdient und somit viel Steuern zahlt, profitiert deutlich stärker von den Steuervorteilen als Durchschnitts- oder Geringverdiener", sagt die Münchener Steuerberaterin Erika Wacher.

Rürup-Rente - für Gutverdiener ein Steuerturbo

Ein einfaches Beispiel in der Ansparphase: Ein 40-jähriger Freiberufler mit einem zu versteuerndem Einkommen von 60.000 Euro zahlt jeden Monat 300 Euro in eine Rürup-Rentenversicherung ein, also 3.600 Euro jährlich. 84 Prozent davon werden steuerlich berücksichtigt - pro Jahr somit 3.024 Euro. Bei seinem Grenzsteuersatz von 42 Prozent bringt ihm das eine Steuerersparnis von rund 1.270 Euro. Die in den Vertrag fließenden Beiträge von 3.600 Euro belasten den Rürup-Sparer netto lediglich mit 2.330 Euro.

  • Biallo-Tipp: Das Rürup-Modell erfordert grundsätzlich keine lange Ansparphase. Eine Rente lässt sich durch hohe Beitragszahlungen innerhalb weniger Jahre aufbauen – im Extremfall sogar durch eine Einmalzahlung direkt vor dem geplanten Rentenbeginn. Die Beiträge können Sie monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich einzahlen - je nach Ihrer finanziellen Situation.
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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Beachten Sie die Nachteile bei der Rürup-Rente

Das sollten Sie vor einer Vertragsunterzeichnung wissen: Ein einmal unterschriebener Rürup-Vertrag ist weder übertragbar, verpfändbar, beleihbar noch kündbar - und das bis zum Laufzeitende. Ihr Geld hängt im Vertrag fest.

Wenn Sie zwischenzeitlich liquide Mittel benötigen, können Sie lediglich den Vertrag beitragsfrei stellen, um so die Beiträge zu sparen. Diese Spar-Pause rächt sich allerdings später in Form einer niedrigeren Rente im Alter. Auch können Sie mit Ihrem Vertragsguthaben nicht zu einem anderen (besseren) Rürup-Anbieter wechseln. Sie sind dauerhaft an Ihren Vertragspartner gebunden.

Zudem haben Sie bei Vertragsende kein Kapitalwahlrecht. Es ist grundsätzlich nur eine lebenslange Rentenauszahlung möglich. Das bedeutet aber auch, dass Sie schon ein gewisses Alter erreichen müssen, um Ihr eingezahltes Geld wieder herauszubekommen. Die Rentenzahlungen sind zudem mit Ihrem dann geltenden persönlichen Steuersatz zu versteuern.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de