Rürup-Rente: Steuergewinn oder Steuerflop?

Altersvorsorge Rürup-Rente: Steuergewinn oder Steuerflop?

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
27.03.2018
Auf einen Blick
  • Die staatliche Förderung bei der Rürup-Rente ergibt sich aus der möglichen hohen Steuerersparnis in der Ansparphase.

  • Lassen Sie sich genau vorrechnen, ab wann sich eine Rürup-Rentenversicherung für Sie lohnen kann.
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Für die Einzahlungen in eine Rürup-Rentenversicherung, auch Basis-Rente genannt, gewährt Ihnen der Staat einen hohen Steuervorteil in der Ansparphase.  2018 stieg die Förderhöchstgrenze von 23.362 Euro auf 23.808 Euro (zusammenveranlagte Ehepaare 47.616 Euro). Davon können Sie in diesem Jahr bereits 86 Prozent der Beitragszahlungen steuerlich absetzen.

Steuervorteile bei der Rürup-Rente nehmen Jahr für Jahr zu

Als Alleinstehende/r dürfen Sie bis zu 20.475 Euro beim Finanzamt geltend machen, als Verheiratete sogar 40.950 Euro. Dazu sind die Rürup-Beiträge in der Anlage "Vorsorgeaufwand" anzugeben. Bis 2025 steigt dieser Prozentsatz jährlich um weitere zwei Prozent an. Ab dem Jahr 2025 sind dauerhaft 100 Prozent absetzbar, allerdings weiterhin nur bis zu einem Höchstbetrag.

Um diese satten Steuervorteile optimal zu nutzen, benötigen Selbstständige jedoch konstant gute Einnahmen. "Werden Verluste eingefahren und fällt keine Einkommensteuer an, gehen die Rürup-Begünstigungen ins Leere", sagt Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband.

Beachten Sie mögliche Steuernachteile bei der Rürup-Rente

Wie bei der gesetzlichen Rente greift allerdings im Alter mit Beginn der Rürup-Rentenzahlungen die nachgelagerte Besteuerung. Dies geschieht ebenfalls schrittweise. Wenn Sie 2019 erstmals Ihre Rürup-Rente beziehen würden, müssten Sie davon 78 Prozent mit Ihrem dann geltenden Steuersatz versteuern. Im Jahr 2040 fallen für Neurentner sogar dauerhaft volle 100 Prozent an.

Steigen Sie beispielsweise jetzt in einen Rürup-Vertrag ein und beziehen im Jahr 2040 erstmals Ihre Rente, so sollten Sie folgendes beachten: 2018 sind maximal 86 Prozent Ihrer Beiträge absetzbar, später aber dauerhaft 100 Prozent der Einnahmen aus der Rürup-Rente zu versteuern.

Das wären auf den ersten Blick 14 Prozent Differenz zu Ihren Ungunsten. Aber trotzdem: Das kann sich für Sie richtig lohnen, wenn während der Zeit Ihres Erwerbslebens Ihr persönlicher Steuersatz deutlich höher ist als später im Ruhestand. Und das Geld aufgrund der Steuerersparnis hätten Sie ja jetzt zur Verfügung.

Beim Rürup-Sparen gilt: "Wer viel verdient und somit viel Steuern zahlt, profitiert deutlich stärker von den Steuervorteilen als Durchschnitts- oder Geringverdiener", sagt die Münchener Steuerberaterin Erika Wacher.

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Lohnt sich nun ein Rürup-Vertrag für Sie? 

  • Ja – wenn Sie einen guten Vertrag wählen, in Ihrer Ansparphase die Steuervorteile optimal nutzen können und später in der Rentenphase einen günstigen Steuersatz haben. Und natürlich grundsätzlich mit den gesetzlichen Regularien einer Rürup-Rentenversicherung klar kommen. Denken Sie daran: Sie kommen an Ihr eingezahltes Geld erst wieder im Ruhestand dran und dann nur als monatliche Rente nicht als Kapitalauszahlung! 

    Für eine klassische Rürup-Rentenversicherung sollten Sie einen Blick auf die Angebote der Hanse Merkur, Hannoverschen, Huk24 oder Europa werfen. Bei einem Rürup-Vertrag mit Fondsanlage bieten fairr.de, Canada Life und die Europa interessante Varianten an.
  • Eher Nein – wenn Sie die Steuervorteile in Ihrer Ansparphase nicht wirklich lohnend nutzen können oder die gesetzlichen Regularien Ihrem Lebensbild nicht entsprechen. Auch wenn Sie wissen, dass Ihre Einkünfte im Alter weiterhin hoch sein werden, sollten Sie einen Rürup-Vertrag hinterfragen. 

    Erben Sie beispielsweise später einmal ein Immobilienvermögen inklusive den damit verbundenen Mieteinnahmen, dürfte das im Alter zu hohen zu versteuernden Einkünften führen. Durch die mögliche Steuerlast im Alter könnten so die anfänglichen Steuervorteile wieder aufgezehrt werden. Eine positive Rentabilität tritt dann nur ein, wenn Sie ein sehr hohes Alter erreichen. 

"Ob die steuerlichen Vorteile der Ansparphase gegenüber den Belastungen in der Rentenphase überwiegen, lässt man am besten vom Steuerberater durchkalkulieren", rät Steuerberaterin Erika Wacher.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de