Sofortrente – welche Abgaben fallen wirklich an

Altersvorsorge Sofortrente – welche Abgaben fallen wirklich an

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
19.03.2017
Auf einen Blick
  • Bei der Planung der individuellen Altersvorsorge sollten Sie immer auch die spätere Besteuerung mit berücksichtigen.
  • Bei der Sofortrente versteuern Sie nur den Ertragsanteil.
  • Einige Ruheständler müssen bei der Sofortrente zusätzlich Sozialabgaben zahlen.
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Bei der Sofortrente zahlen Sie - in der Regel zum Ruhestandsbeginn - einmalig einen festen Betrag in einen Versicherungsvertrag ein und erhalten umgehend lebenslang eine monatliche Rente überwiesen.

Steuervorteile bei der Sofortrente kennen

Steuerlich ist die Sofortrente langfristig attraktiv. Hier brauchen Sie nur den sogenannten Ertragsanteil zu versteuern. Dieser Ertragsanteil ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach Ihrem Alter bei Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt.

Ein Beispiel: Sie sind 65 Jahre alt. Laut Ertragsanteils-Tabelle (§ 22 EstG) beträgt in diesem Fall der Ertragsanteil für Ihre Rente 18 Prozent. "Nur diese 18 Prozent der Rente gelten dann als Einkunft und wären in der Steuererklärung anzugeben", sagt Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Bekommen Sie pro Monat 500 Euro Zusatzrente brauchen Sie davon also nur 90 Euro (18%) zu versteuern. Unterstellt man einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen tatsächlich für Sie nur 22,50 Euro an Steuern an. Da es aber für Rentner noch Freibeträge gibt, geht der Fiskus in der Regel komplett leer aus.

Starten Sie Ihre Sofortrente erst mit 67 Jahren, so würde Ihr steuerpflichtiger Anteil der Rente lebenslang nur 17 Prozent betragen. Dann wären sogar 83 Prozent der monatlichen Rente für Sie immer steuerfrei.

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Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Steuerregeln bei zwischenzeitlicher Kapitalentnahme

Einen Sonderfall müssen Sie beachten. Moderne Verträge bei der Sofortrente erlauben es, dass Sie bei Bedarf wieder eine (Teil-) Kapitalentnahme aus der vormals eingezahlten Summe entnehmen dürfen. Auch hierfür gibt es bestimmte Steuerregelungen. In diesem Fall ist nicht die komplett entnommene Summe zu versteuern, sondern nur der Ertrag unterliegt der Abgeltungssteuer. Dieser Ertrag ist die Differenz zwischen der Höhe der Kapitalentnahme und anteiliger Prämie.

Vereinfachte Beispiele (Quelle: Swiss Life): Ein Versicherter hat 100.000 Euro als Einmalbeitrag in einer Sofortrente angelegt und will 10.000 Euro entnehmen. Bei einer Kapitalentnahme wäre die anteilige Prämie

  • nach dem 1. Jahr ca. 9.920 Euro. Daraus folgt: Ertrag = 80 Euro, Abgeltungssteuer (25 %) = 20 Euro,
  • nach dem 5. Jahr 9.365 Euro. Ertrag = 635 Euro, Abgeltungssteuer = 159 Euro,
  • nach dem 10. Jahr 8.160 Euro. Ertrag = 1.840, Abgeltungssteuer = 460 Euro.

Sofortrente und freiwillig gesetzlich versicherte Rentner

Es betrifft nur eine recht kleine Minderheit, diese sollte aber diesen wichtigen Aspekt im Auge haben. Wenn Sie im Alter freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, fallen auf Privatrenten und genauso auf Kapitalabfindungen aus Rentenversicherungsverträgen die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an.

Diese Kosten müssen Sie (mangels Arbeitgeberanteil) dann alleine bezahlen! Prüfen Sie daher bereits vor Vertragsabschluss einer Sofortrente, ob es sich - wenn dieser Fall auf Sie zutrifft - für Sie lohnt.

Lesen Sie auch: Sofortrente bietet Planungssicherheit

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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