Betriebsrente und Rürup-Rente: Das neue Jahr bringt mehr Anreize
 
Altersvorsorge

Betriebsrente und Rürup-Rente: Das neue Jahr bringt mehr Anreize

08.01.2020
Auf einen Blick
  • Für viele Bezieher von kleinen Betriebsrenten fallen im neuen Jahr keine Beiträge mehr an. Bei der Basisrente, besser bekannt als Rürup-Rente, winken mehr Steuervorteile.

  • Die Lebensversicherer geraten durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank zunehmend unter Druck. Ein weitere Absenkung des Garantiezinses gilt als ausgemacht.
Bei der Rürup-Rente winken in diesem Jahr mehr Steuervorteile.
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Im neuen Jahr gibt es einige erfreuliche Änderungen im Bereich der Altersvorsorge. Aber es droht auch ein Damoklesschwert. Die wichtigsten Neuerungen in einem kurzen Überblick zusammengefasst.

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Betriebliche Altersversorgung

Seit dem 1. Januar 2020 werden alle Betriebsrentnerinnen und -rentner bei der gesetzlichen Krankenversicherung entlastet. Sie müssen nur noch für den Teil ihrer Betriebsrente Kassenbeiträge zahlen, der über dem künftigen festen Freibetrag von 159 Euro liegt. Konkret heißt das: Wer in diesem Jahr eine Betriebsrente von 200 Euro im Monat bekommt, zahlt nur noch auf 41 Euro Kassenbeiträge.

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Für viele Bezieher von kleinen Betriebsrenten fallen somit ab sofort gar keine Beiträge mehr an. Auch wer eine höhere Betriebsrente bezieht, wird spürbar entlastet: Er spart etwa 300 Euro jährlich. Da laut Statistik bei rund 60 Prozent der Betriebsrentner die Bezüge unter 318 Euro liegen, müssten diese künftig nur noch maximal den halben Beitragssatz zahlen. "Wir wollen das Vertrauen in die betriebliche Altersvorsorge stärken. Wer fürs Alter vorsorgt, darf nicht bestraft werden", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Allerdings gibt es für bereits gezahlte Beiträge keine rückwirkende Lösung. Dafür gilt der Freibetrag seit dem 1. Januar 2020 nicht nur für zukünftige Betriebsrentner sondern auch für diejenigen, die bereits in der Auszahlungsphase sind.

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Basisrente (Rürup-Rente)

Die staatliche Förderung bei der Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, erfolgt über Steuervorteile. Die Beiträge hierfür können – gemeinsam mit jenen zur gesetzlichen Rentenversicherung – als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden.

In diesem Jahr steigt der Höchstbetrag von bisher 24.305 Euro auf 25.046 Euro (Ehepaare: von 48.610 Euro auf 50.092 Euro). Maximal sind davon 90 Prozent absetzbar. Alleinstehende können somit bis zu 22.541 Euro an Beitragszahlungen beim Finanzamt geltend machen, Verheiratete sogar 45.082 Euro. Bis zum Jahr 2025 steigt dieser Prozentsatz jährlich um weitere zwei Prozent an. Ab 2025 sind dauerhaft 100 Prozent absetzbar.

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Garantiezins vor weiterer Absenkung

Durch die scharfe Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geraten die Lebensversicherer zunehmend unter Druck. Es wird daher damit gerechnet, dass der aktuelle Garantiezins von 0,9 Prozent nicht mehr allzu lange Bestand haben wird.

Das zuständige Bundesministerium der Finanzen überprüft jährlich den Garantiezins, hat aber diesbezüglich noch keine endgültige Entscheidung hinsichtlich des Zeitpunkts getroffen. Möglich ist eine Absenkung auf 0,5 Prozent oder noch geringer. Sollte es zu einer Absenkung kommen, ändert sich für bereits bestehende Verträge nichts. Neukunden müssten sich allerdings mit den niedrigeren Sätzen zufrieden geben.

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Betroffen sind dann im Bereich Altersvorsorge unter anderem alle klassischen (kapitalgebundenen) Rentenversicherungen – also Riester, Rürup und private Rentenversicherung. Vorsorgetarife mit Fonds sind nur dann von einer Garantiezinssenkung betroffen, wenn es sich um Produkte mit einer Beitragsgarantie oder einer anderen Form einer Garantie handelt. Dies gilt beispielsweise auch für eine fondsgebundene Riester-Rente. Reine fondsgebundene Tarife werden hiervon nicht tangiert. Grundsätzlich gilt aber bei allen Policen: Der bei Vertragsabschluss geltende Garantiezins hat für die gesamte Vertragslaufzeit Bestand.

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  Fritz Himmel


 
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