Höheres Rentenniveau gegen Altersarmut?

Rente Höheres Rentenniveau gegen Altersarmut?

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
23.01.2017
Auf einen Blick
  • Zwei Drittel der Bezieher von Grundsicherung würden laut Studie der Deutschen Rentenversicherung (DRV) nicht von einer Anhebung des Rentenniveaus profitieren.
  • Die DRV fordert stattdessen eine Alterssicherungspflicht für Selbstständige, begrüßt aber die Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für eine sogenannte doppelte Haltelinie.
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Mehr als eine halbe Million Deutsche bezieht Grundsicherung im Alter. Das mag zwar gemessen an rund 14,5 Millionen Rentenbeziehern wegen Alters (Stand Dezember 2015) relativ wenig erscheinen. Dennoch: Jedem zweiten Beschäftigten droht nach jüngsten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Altersarmut, da er monatlich weniger verdient als 2.330 Euro brutto.

Jetzt sorgt eine aktuelle Studie der Deutschen Rentenversicherung (DRV) für weiteren Diskussionsstoff: "Selbst eine ganz erhebliche Erhöhung des Rentenniveaus" würde bei zwei Dritteln der heutigen Bezieher von Grundsicherung "nicht dazu führen, dass die Betroffenen auf ein Einkommen oberhalb des Grundsicherungsanspruches kämen". Darauf weist die DRV in der heutigen öffentlichen Anhörung des Bundestages zum Thema Alterssicherung hin.

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Ein grundsätzlicher Anspruch auf Grundsicherung besteht laut DRV, "wenn Sie ein so geringes Einkommen oder Vermögen haben, dass es für den Lebensunterhalt nicht oder nicht ganz ausreicht und Sie als Antragsteller in Deutschland wohnen". Zur Orientierung gilt folgende Faustregel: "Wenn Ihr gesamtes Einkommen unter 789 Euro liegt, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie Anspruch auf Grundsicherung haben."

Gesetzliche Rentenversicherung für Selbstständige?

Laut DRV-Studie bezieht knapp ein Viertel der heutigen Empfänger von Grundsicherung im Alter überhaupt keine Rente aus der gesetzlichen Versicherung. Weitere 40 Prozent der Betroffenen erhalten eine gesetzliche Rente von weniger als 400 Euro. "Es ist inzwischen wohl unstrittig, dass Altersarmut häufig auf konkret benennbare Ursachen zurückzuführen ist und es zu ihrer Bekämpfung gezielter, an diesen Ursachen orientierter Ansätze bedarf", heißt es in dem DRV-Schreiben.

In diesem Zusammenhang sei die Forderung des Sozialbeirats zu begrüßen, eine obligatorische Alterssicherung für Selbstständige einzuführen. "Aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung Bund erscheint dabei eine Einbeziehung der bislang nicht obligatorisch gesicherten Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung grundsätzlich als der vorzuziehende Ansatz."

DRV stärkt Nahles den Rücken

Die Deutsche Rentenversicherung begrüßt ausdrücklich die Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für eine sogenannte doppelte Haltelinie – also ein zu starkes Absinken des Rentenniveaus ab 2030 zu verhindern und den Anstieg der Beitragssätze zu drosseln. "Bei welchen konkreten Werten diese Leitplanken liegen sollen, wird letztlich politisch zu entscheiden sein", schreibt die DRV.

Dabei müsse berücksichtigt werden, dass Beitragssatz und Rentenniveau miteinander korrelieren. Die DRV stellt folgende Faustregel auf: "Unter sonst gleichen Bedingungen erfordert die Finanzierung eines im Vergleich zum Status-Quo-Szenario im Jahr 2030 um einen Prozentpunkt höheren Rentenniveaus eine Beitragssatzerhöhung um etwa einen halben Prozentpunkt."

Höhere Beiträge voraus?

Steigende Beiträge sind laut DRV in den nächsten Dekaden nicht zu vermeiden, zumal sich die Kapitalmarktbedingungen verändert hätten und die eingezahlten Beiträge im Rahmen der kapitalgedeckten Zusatzvorsorge weniger Erträge abwerfen. "Damit die Lebensstandardsicherung im Alter auch unter den veränderten Kapitalmarktbedingungen realisierbar bleibt, ist aus heutiger Sicht abzusehen, dass ein insgesamt höherer Beitrag aufgewendet werden muss."

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de