Bank- oder Tagesgeld-Sparplan? Eine Frage der Laufzeit

Bank- oder Tagesgeld-Sparplan? Eine Frage der Laufzeit

Max Geißler
von Max Geißler
07.09.2016
Auf einen Blick

Mit einem Sparplan aufs Tagesgeldkonto sind Anleger sehr flexibel. Allerdings tendiert die Rendite gegen null. Klassische Banksparpläne bringen mehr.

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1,0 Prozent Zinsen zahlen Consorbank und ING-Diba für Tagesgeld. Das ist zwar bundesweit Spitze, hat aber einen Haken: Die Topzinsen gibt es nur zwölf bzw. nur vier Monate. Danach fällt die Verzinsung deutlich ab. Ein Sparplan aufs Tagesgeldkonto bringt in diesem Fall nur anfänglich hohe Zinsen, danach schmilzt die Rendite dahin. Schwacher Trost: Als Sparer sind Sie flexibel und können die Höhe Ihrer Sparrate den gegebenen Zinsbedingungen jederzeit anpassen oder die Ratenfrequenz ausdünnen. Wenn Sie nicht mehr weitersparen möchte, beenden Sie einfach den Sparplan und warten bis die Zinsen wieder steigen.

Tagesgeld: Stabile Zinsen gefragt

Bei der Wahl des Tagesgeldkontos sollten Sie aufpassen, dass die Verzinsung möglichst stabil ist. Für Sparplan-Sparer sind Zinsmodelle ungeeignet, die nur für kurze Zeit Topzinsen garantieren und dann rapide abfallen. Ertragreicher ist in diesem Fall Tagesgeld ohne zeitlich begrenzten Neukundenbonus. Moneyou offeriert beispielsweise Tagesgeld, das unbefristet überdurchschnittliche Zinsen zahlt, aktuell 0,55 Prozent, und das auch für Bestandskunden. Das gleiche gilt für die Denizbank. Positiv: Da Moneyou quartalsweise die Zinsen gutschreiben, profitieren Sie zusätzlich vom Zinseszinseffekt.

Banksparplan: Begrenzte Freiheiten

Eine zweite Möglichkeit, Kapital ohne Kursrisiken aufzubauen, bieten Banksparpläne. Die funktionieren im Prinzip ähnlich wie ein Sparplan mit Tagesgeld: Monatlich fließt ein bestimmter Betrag auf das Sparkonto und die Bank verzinst die Einlage. Im Unterschied zum Tagesgeldsparplan ist die Ratenhöhe jedoch nur selten frei änderbar und das Kapital bei festen Zinsen nicht abrufbar. Außerdem gestaltet sich die Verzinsung unterschiedlich. Bei Banksparplänen mit festen Zinsen sind die Gutschriften unveränderlich, bei Banksparplänen mit variablen Zinsen schwankt die Verzinsung mit dem Markt, zudem erhalten Anleger laufzeitabhängige Geldprämien.

Stellt sich die Frage: Was ist ertragreicher – Tagesgeld oder Banksparplan?

Ertrag: Laufzeit entscheidend

Entscheidend für die Beantwortung der Frage ist die Laufzeit. Bleiben wir zunächst beim fünfjährigen Beispiel. Der beste festverzinste Banksparplan kommt derzeit von der Denizbank. 1,7 Prozent Guthabenzins summieren sich bei monatlich 150 Euro auf 9.397 Euro – ein Plus gegenüber dem aktuell verzinsten Tagesgeld-Sparplan von Moneyou von rund 270 Euro. Nicht viel besser sieht es mit variabel verzinsten Banksparplänen aus. Geringe Basiszinsen halten die Renditen vieler Banksparpläne anfänglich relativ niedrig. So erzielt zum Beispiel der Banksparplan der Postbank bei fünfjähriger Laufzeit aktuell nur eine Rendite von 0,79 Prozent. Entsprechend bleibt das Sparergebnis mit 9.182 Euro deutlich hinter dem des festverzinsten Banksparplans zurück.

Bei längerer Laufzeit verschieben sich allerdings die Vorzeichen: Auch variabel verzinste Banksparpläne erzielen dann bessere Renditen. Auf Sicht von zehn Jahren ermöglicht zum Beispiel der festverzinste Banksparplan der Denizbank mit 2,1 Prozent eine sehr attraktive Rendite, das Sparergebnis beträgt 20.025 Euro. Aber auch variabel verzinste Banksparpläne liegen nun dank hoher Bonusprämien deutlich über Tagesgeld-Sparplänen mit aktueller Verzinsung. So erreicht der Banksparplan der Wohngenossenschaft Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft mit 1,74 Prozent ein Sparergebnis von 19.655 Euro – ein Plus gegenüber unserem Moneyou Tagesgeld-Sparplan von rund 1.150 Euro. Ob der Tagesgeld-Sparplan den Rückstand bei steigendem Zinsniveau jemals aufholen kann, erscheint fraglich.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
25,00
1,00%
2.
20,02
0,80%
3.
18,75
0,75%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de