VR-Bank Nürnberg will teure Altkunden loswerden

Sparplan VR-Bank Nürnberg will teure Altkunden loswerden

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
16.12.2016
Auf einen Blick
  • VR-Bank Nürnberg kündigt zum 31.12.2016 alte, hochverzinste Sparpläne.
  • Verbrauchschützer raten Betroffene zum Widerspruch.
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Drei oder gar vier Prozent Zinsen für das Ersparte - das muss lang her sein, so ist es auch. Stattdessen sinkt heutzutage der Garantiezins bei der Lebensversicherung erneut. Ab 2017 wird er auf 0,9 Prozent schmelzen. Der Biallo-Index, eine Zusammenschau aus etwa 100 Bankangeboten, weist für einjähriges Festgeld mittlerweile weniger als 0,40 Prozent Zinsen aus. Top-Anbieter wie Deniz-Bank oder Vakifbank liegen zwar deutlich über dem Durchschnitt, aber von den Renditen diverser Altverträge können Neukunden selbst bei den genannten Spitzenbanken nur träumen.

So winkten etwa in den 1990er-Jahren bei der VR-Bank Nürnberg unter der Aufschrift „VR Sparplan 3+“ immerhin drei Prozent, analog gab es für den „VR Sparplan 4+“ stolze vier Prozent im Jahr. Damit soll zum 31. Dezember 2016 Schluss sein. Das Vorgehen sei rechtswidrig, schallt es von Verbraucherschützer entgegen.

So begründet die VR-Bank Nürnberg die Kündigungen

Auf Biallo-Anfrage war keiner der drei Vorstände der VR-Bank Nürnberg zu sprechen. Stattdessen bekamen wir eine Presseerklärung zugesandt. Grund für die Kündigungen sei die anhaltende Zinsphase. Aus Bankensicht mag das betriebswirtschaftlich nachvollziehbar sein, schließlich ist es in Zeiten der Mini-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend schwierig, solide Zinsen zu erwirtschaften. Doch das alleine kann es auch nicht sein. Zum einen sind laut VR-Bank weniger als ein Prozent der Kunden betroffen und somit der Schaden gering. Zum anderen könnten Verbraucher auch nicht einfach so argumentieren. Bei der Baufinanzierung etwa wäre es doch praktisch, ohne weiteres von einem alten auf einen neuen Vertrag umsteigen. Das ist die gleiche Logik.

Verbraucherschützer raten: Kündigung widersprechen

Grundsätzlich argumentieren die Banker mit der Klausel „Sonderbedingungen für den Sparverkehr“. Die VR Bank Nürnberg kündigte aufgrund der bei Vertragsschluss einbezogenen Sonderbedingungen für den Sparverkehr, heißt es in der Stellungnahme der Bank. Dieser Zusatz wurde aber nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erst im Jahr 2012 aufgenommen – also viele Jahre nach der Vertragsunterzeichnung. Darin heißt es nun: Spareinlagen unterliegen einer Kündigungsfrist von drei Monaten. „Nach unserer Auffassung sind die ausgesprochenen Kündigungen der VR Bank Nürnberg und die Aufforderung zur Abbuchung des Sparguthabens rechtswidrig. Mit den Kunden vereinbart war eine bis zu 25-jährige Laufzeit der Sparverträge“, so Benjamin Wick Referent für Geldanlage und Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Biallo-Tipp: Lassen Sie sich nicht vorschnell abspeisen, denn höhere, sichere Zinsen lassen sich derzeit kaum ergattern. So werden laut Preisaushang der VR-Bank Nürnberg derzeit Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist mit 0,01 Prozent verzinst. „Betroffene Verbraucher, die nicht mit der Kündigung einverstanden sind, sollten dieser schriftlich widersprechen und auf Fortführung des Vertrags bestehen“, so Wick. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die VR-Bank aus Nürnberg abgemahnt und fordert sie auf, die umstrittenen Kündigungen zu unterlassen.

Zur Erinnerung, so sah das damalige Versprechen im Werbeprospekt der VR-Bank Nürnberg – laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg - aus: „Wir garantieren Ihnen einen Mindestzins von drei Prozent über die gesamte Laufzeit. Bei steigendem Zinsniveau wird der Zinssatz erhöht. Und weiter: Sie können die garantierte Mindestverzinsung bis zu 25 Jahre lang nutzen.“

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Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de