Genossenschaftsbanken

Bis zu fünf Prozent Dividende

04.02.2018
Auf einen Blick
  • Anteile  an Genossenschaftsbanken und Wohnungsbaugenossenschaften werfen Dividenden ab, die deutlich höher sind als die Zinsen bei Sparanlagen.

  • Wer bei einer Sparda-, Volks- oder PSD-Bank Genossenschaftsanteile erwerben möchten, muss in den meisten Fällen dort ein Girokonto eröffnen.
Dividenden von bis zu fünf Prozent haben die Genossenschaften im vergangenen Jahr für das Geschäftsjahr 2016 ausgeschüttet.
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Sie suchen eine sichere, langfristige und gut verzinste Geldanlage? Dann sollten Sie einen Blick auf Genossenschaftsbanken und Wohnungsbaugenossenschaften werfen. Muss man bei Sparda-, Volks- und PSD-Banken Kunde sein und zumeist ein  Girokonto eröffnen, um dabei zu sein, ist das bei Wohnungsgenossenschaften anders.

So gewährt die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 aktuell drei Prozent Dividende auf ihre Genossenschaftsanteile. Dabei spielt es keine Rolle, ob man in einer Immobilie der Genossenschaft wohnt oder nicht. Theoretisch kann jeder Mitglied werden und Genossenschaftsanteile erwerben. Allerdings werden derzeit, wegen der großen Nachfrage nach Wohnraum, keine Neumitglieder mehr aufgenommen.

Positiv: Wer bereits Mitglied ist, kann bis zu 200 Anteile zeichnen. Ein Anteil kostet 300 Euro, das heißt, jedes Mitglied kann bis zu 60.000 Euro anlegen. Abzüglich des unverzinsten Pflichtanteils hätten Sparer damit zuletzt 1.791 Euro Dividende eingefahren. Den Kauf von 90 Genossenschaftsanteilen zu je 15,50 Euro erlaubt die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft. Allerdings schütten die Sachsen schon seit Jahren nur zwei Prozent Rendite aus.

Rechner festgeld
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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
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211,10
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Hohe Dividenden bei Sparda- und PSD-Banken

Neben preisgünstigem Zahlungsverkehr, etwa durch gebührenfreie Girokonten und kostenlose Geldautomaten, bieten viele PSD-, Sparda- und Volksbanken attraktive Zinsen auf ihre Genossenschaftsanteile. Laut einer aktuellen Umfrage von biallo.de erreichen die Dividenden aktuell bis zu fünf Prozent.

Zwar ist der Zugang zu den Genossenschaftsanteilen in der Regel begrenzt. Da aber auch Ehepartner und Kinder Genossenschaftsmitglied werden können, können Familien ihre Einlage leicht verdoppeln oder verdreifachen.

Sie sind schon Kunde einer PSD- oder Sparda-Bank und haben erst einen Anteil gezeichnet, obwohl sie mehrere zeichnen könnten? Dann sollten Sie das schleunigst nachholen!

Lesen Sie auch: PSD Banken sind noch günstiger als Direktbanken

Genossenschaft Anlagebetrag max. pro Mitglied in Euro Dividende 2016 in Prozent
Berliner Bau- und Wohnungs-genossenschaft von 1892

60.000

3,00

Sparda-Bank Berlin  5.148 1,50
PSD Bank Berlin-Brandenburg 2.000 3,00
Sparda-Bank Nürnberg 520 2,00
PSD Rhein Neckar Saar 500 2,50
VR-Bank Landsberg-Ammersee 300 4,75
PSD Hessen-Thüringen 300 5,00
Sparda-Bank München 2.600 3,00
Sparda-Bank West 156 3,95
PSD Bank Koblenz 1,25 5,00
Sparda-Bank Hessen 52 2,00
Volksbank Allgäu-Oberschwaben 300 5,00
Volksbank Marl-Recklinghausen 260 5,00
Hannoversche Volksbank 150 5,5
Berliner Volksbank 50.000 2,5

Quelle: eigene Recherche.

Genossenschaftsbanken stellen Bedingungen

Kunden von Genossenschaftsbanken müssen in aller Regel Mitglied der entsprechenden Bankgenossenschaft sein. Das gilt aber nicht bei jeder Bank. „Rein theoretisch kann jeder bei uns einen Anteil zeichnen, ohne einen Kredit aufzunehmen oder ein Girokonto zu eröffnen“, heißt es zum Beispiel bei der PSD Bank Rhein-Ruhr. Ein Genossenschaftsanteil kostet meist zwischen 50 und 100 Euro, die Geldinstitute zahlen darauf jährlich eine Dividende. Die Höhe der Ausschüttung ist allerdings nicht garantiert.

Die Zahlung wird jährlich neu festgelegt und richtet sich nach dem unternehmerischen Erfolg. Da Genossenschaftsbanken jedoch nicht mit den Kundengeldern an den internationalen Kapitalmärkten spekulieren, erwirtschaften sie auch in Krisenzeiten stabile Renditen. Die Anteile unterliegen zwar nicht der Einlagensicherung deutscher Banken, doch während der jahrzehntelangen Geschäftspraxis ist noch nie eine Genossenschaftsbank Pleite gegangen. Das Ausfallrisiko für das eingesetzte Kapital tendiert also gegen Null.

Eine Hürde stellt das Regionalprinzip dar. Alle Genossenschaftsbanken nehmen nur Mitglieder innerhalb ihres Geschäftsbereichs auf. Manchmal bestehen allerdings Schlupflöcher, etwa wenn Kunden im Geschäftsgebiet der Bank eine Immobilie erwerben und eine Finanzierung vor Ort abschließen. Hier lohnt die Nachfrage.

Man muss jedoch auch wissen: Wer aussteigen will, muss eine Kündigungsfrist von bis zu sechs Monaten beachten. Die Auszahlung der Einlage samt Zinsen erfolgt nach der Hauptversammlung im Folgejahr, die meist im Mai stattfindet. Da eine Genossenschaftseinlage jedoch als langfristiges, gut verzinstes unternehmerisches Engagement zu betrachten ist, sollte das nicht so sehr ins Gewicht fallen.




  Max Geißler


 
 
 
 
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