Die nächsten Banken verlangen nun Gebühren

Tagesgeld Die nächsten Banken verlangen nun Gebühren

Horst Biallo
von Horst Biallo
22.06.2017
Auf einen Blick
  • Zwei Banken verlangen Gebühren für Tagesgeld-Konten.

  • Es handelt sich um zwei Öko-Institute.
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Es kommt Tröpfchenweise, aber es dürften noch mehr werden: Nachdem Banken und Sparkassen vor allem Kommunen und Großverdiener mit Negativzinsen beglückt haben, sind nun offensichtlich auch Kleinsparer betroffen.

Ab 1. Juli will die Ethikbank, eine Direktbank aus Thüringen, jedem Kunden pro Monat 3,50 Euro für ihr Tagesgeld abnehmen, dass sie "Zinskonto" nennt. Dabei ist schon diese Bezeichnung falsch, weil das Geldhaus schon längere Zeit für Erspartes auf diesem Konto gar keine Zinsen mehr zahlt.

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Ähnlich ergeht es Verbrauchern, die bei der Bochumer GLS Bank eröffnen. Bereits seit Januar berechnet dieses ökologisch orientierte Institut von jedem Kunden einen monatlichen Grundbeitrag von fünf Euro. Das heißt: Wer bereits Kunde dieser Bank ist und dort ein Girokonto führt, der zahlt keinen zusätzlichen Beitrag für sein Tagesgeld-Konto. Wobei das Girokonto mit Kosten verbunden ist. Im Monat 3,80 Euro für die Kontoführung plus fünf Euro GLS-Beitrag. Das macht im Jahr mehr als 100 Euro aus. Wer jedoch den Fehler begeht und dort nur ein Tagesgeld-Konto eröffnet, der zahlt die fünf Euro. Zinsen gibt es auch hier nicht.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
25,00
1,00%
2.
18,75
0,75%
3.
17,51
0,70%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Das Verbraucherschützer über solche Dinge nur den Kopf schütteln können, darüber hatten wir kürzlich berichtet. Die aus Baden-Württemberg leiteten rechtliche Schritte gegen die Volksbank Reutlingen ein. Das regionale Institut hatte im Preisverzeichnis für ihr Tagesgeld VR-Flex einen Zins von minus 0,5 Prozent und für das VR-Termingeld (Festgeld) von 0,25 Prozent bei halbjähriger Laufzeit angekündigt.

Nach einem Sturm öffentlicher Entrüstung hieß es von der Bank, dass es einen Unterschied mache, ob man diese Konditionen im Preisverzeichnis habe oder man diese negativen Zinsen auch wirklich nehme. Wir haben nachgesehen: Das Verzeichnis wurde bisher nicht geändert.

Gebühr für Tagesgeld ist gleich Negativzins

Wer keine Zinsen zahlt und zugleich Gebühren für sein Tagesgeld-Konto verlangt, knüpft seinen Kunden Negativzinsen ab. Je nach dem, wie hoch das Guthaben ist, variiert dann der Strafzins. 3,50 Euro Gebühr fallen bei 1.000 Euro anders ins Gewicht als bei einer Einlage in Höhe von 10.000 Euro.

In den konkreten Fällen heißt das: Bei der Ethikbank werden aus 10.000 Euro in einem Jahr 9.958 Euro, bei der GLS Bank schmilzt der Betrag auf 9.940 Euro. Eine Negativrendite von 0,42 bzw. 0,60 Prozent ist das Ergebnis. Bei kleinere Beträgen steigt die negative Rendite, bei größeren fällt sie.

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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de