Geldpolitik

EZB-Zinsentscheid: Negativer Leitzins voraus?

25.07.2019
Auf einen Blick
  • Die EZB kündigt eine "signifikante" Lockerung der Geldpolitik an. Experten halten auch einen negativen Leitzins für möglich.

  • Der Euro-Leitzins liegt derweil nach wie vor bei null Prozent. Der Einlagenzins, den Geschäftsbanken für ihre Einlagen bei der Zentralbank bezahlen müssen, bleibt unverändert bei 0,4 Prozent.
Die Europäische Zentralbank senkt den Leitzins (noch) nicht.
travelview / Shutterstock.com

EZB-Chef Mario Draghi hat nach der Ratssitzung eine deutliche Lockerung der aktuellen Geldpolitik in Aussicht gestellt. Der Grund: Die aktuellen geopolitischen Risiken und der zunehmende Protektionismus machten "signifikante geldpolitische Impulse" notwendig, so Draghi auf der Pressekonferenz nach der Sitzung. Dabei seien die Notenbanker bereit, alle geldpolitischen Instrumente anzupassen.

Im Klartext: Die Option für neue Anleihekäufe liegt auf dem Tisch. Auch eine Senkung des Leitzins steht im Raum. Angesichts der sich eintrübenden Konjunkturaussicht gehen die Währungshüter davon aus, dass Zinsen mindestens über die erste Hälfte des Jahres 2020 auf ihrem aktuellen Niveau oder sogar "darunter" bleiben werden.

Den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, bleibt also vorerst auf dem bisherigen Rekordtief von null Prozent. Geldhäuser, die Geld bei der Zentralbank parken, müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Dass Draghi bei der nächsten Ratssitzung im September zumindest den Einlagezins weiter absenken wird, auf dann minus 0,5 Prozent, gilt unter Experten als sicher.

Die Ankündigung der EZB hat im ersten Moment die Bankentitel beflügelt. Im weiteren Handelsverlauf gaben allerdings Commerzbank und Deutsche Bank ihre Kursgewinne von bis zu vier Prozent zwischenzeitlich ab. Das Währungspaar Euro/Dollar verzeichnete gegen 16:45 ein Plus von 0,30 Prozent auf 1,1169.

kps / dpa

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