Mini-Zinsen, na und?

Vermögen Mini-Zinsen, na und?

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
15.12.2017
Auf einen Blick
  • Deutsche Sparer legen knapp zehn Prozent ihres Einkommens zurück und machen dennoch Verluste.

  • Wertpapiere können ein Ausweg aus der Zinstief-Misere sein.
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Bundesbürger sparen derzeit 9,7 Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Das geht aus einer Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hervor. Damit ist der Anteil über die vergangenen Jahre stabil geblieben. "Ein langfristiger Vermögensaufbau, zum Beispiel für die Altersvorsorge, ist damit kaum möglich", bemängelt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender von Comdirect.

Eine andere Studie zum Sparverhalten liegt dem Handelsblatt vor. Das Institut Forsa hat im Auftrag der Teambank ebenfalls versucht, das Sparverhalten der Deutschen zu ergründen. Auch hier das Ergebnis: Die Deutschen sparen trotz niedriger Zinsen unverändert. Offensichtlich haben sich die Bürger hierzulande an die Mini-Zinsen gewöhnt. Die Anlageklasse, die von den immer weiter gesunken Zinsen profitiert, ist die Aktie. Doch die ist für die allermeisten Deutschen ein rotes Tuch.

Die Studie räumt auch mit dem Klischee auf, dass junge Menschen besonders risikofreudig sind. Für sie steht besonders die Sicherheit im Mittelpunkt. Für 64 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind Sparrücklagen die wichtigste Vorsorgeform, wohingegen nur für zwölf Prozent Wertpapiere bzw. Aktien eine Säule sind. "Mythen statt Fakten dominieren die Vorstellung von der Börse, weshalb sich die Deutschen viele Chancen verbauen", sagt Patrick Dahmen, Vorstand der Axa Versicherung. Nach Zahlen von Axa ist für fast die Hälfte (46 Prozent) der Bundesbürger die Geldanlage an der Börse genauso riskant wie der Besuch eines Spielcasinos. Dabei hat es laut Deutschem Aktieninstitut seit 1965 noch nie einen einzigen 20-Jahres-Zeitraum mit Verlust für ein Portfolio mit Dax-Aktien gegeben. Alle 30 Dax-Titel können Sie sich eh nicht leisten, denken Sie nun vielleicht? Macht nichts, sogenannte ETFs bilden anerkannte Aktienindizes wie den Dax nach.

Tagesgeld alleine reicht nicht

Die vorherrschende Sparform ist und bleibt die Bankeinlage. Diese nimmt mit 121,5 Milliarden Euro den größten Posten ein. Auf Wertpapiere setzen die Deutschen in einer Größenordnung von 32,5 Milliarden Euro. BVR-Vorstand Andreas Martin sieht angesichts dieser Zahlen Banken in der Pflicht. Diese müssten qualitativ hochwertige Beratung leisten, so dass Kunden die richtige Anlageentscheidungen treffen könnten.

Biallo-Tipp

Ein Tagesgeld-Konto gehört nach wie vor zu einem ausgewogenen Vermögensmix. Dabei sollten Sie sich aber nicht mit dem erstbesten Angebot der Hausbank zufrieden geben. Anbieter wie ING-Diba oder Moneyou bieten in aller Regel überdurchschnittliche Zinsen.

Eine andere Studie zeigt, wozu niedrige Sparzinsen in Kombination mit einer wieder anziehenden Inflation führen: zu Verlusten. So ermittelt Comdirect in Zusammenarbeit mit Barkow Consulting einen statistischen Verlust für jeden Hessen in Höhe von 552 Euro im Jahr. Es folgen Baden-Württemberg und Bayern mit 542 bzw. 486 Euro. In Sachsen-Anhalt sind es noch 211 Euro. "Auch wenn die Unterschiede zwischen den Bundesländern zum Teil deutlich sind, gibt es eine Gemeinsamkeit. Die große Mehrheit der Sparer in Deutschland erleidet dauerhaft reale Vermögensverluste", erklärt Comdirect-Vorstand Arno Walter.

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Gerade für langfristig orientierte Sparer führe daher beim langfristigen Vermögensaufbau an Wertpapieren kein Weg vorbei. Trotzdem scheuen viele Anleger davor noch zurück. Dabei sei die Geldanlage in Wertpapiere kein Hexenwerk und auch schon mit vergleichsweise geringen Beträgen möglich. Hierbei bieten sich zwei denkbare Möglichkeiten an: Die Einmalanlage in einen zuvor erwähnten kostengünstigen ETF oder das Führen eines ETF-Sparplans. Letzteres ist in aller Regel schon ab 50 Euro im Monat möglich.

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
DWS Aktien Strategie Deutschland LC
DE0009769869
15,05%
2.
DWS German Equities Typ O
DE0008474289
11,77%
3.
DWS Deutschland LC
DE0008490962
11,33%
Laufzeit: 5 Jahre
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Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de