Sparer gewöhnen sich an Mini-Zinsen

ZEW-Studie Sparer gewöhnen sich an Mini-Zinsen

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
01.12.2017
Auf einen Blick
  • Trotz Micker-Zinsen will die Mehrheit der deutschen Anleger ihr Sparverhalten nicht ändern, das ergab eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

  • Bei null Prozent Zinsen pro Jahr ist allerdings für hiesige Sparer die Schmerzgrenze erreicht.
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Wenn etwas länger anhält, stellt sich Gewohnheit ein. Nicht anders ist das bei den Sparzinsen. Das untermauert eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die im Rahmen einer Umfrage unter den Kunden der ING-Diba durchgeführt wurde. Wenn der Zins fällt, bedarf es mehr Geld, um auf den gleichen Gewinn zu kommen.

"Nach der ökonomischen Theorie müssten die Deutschen mehr sparen, das tun sie aber nicht", sagt Martin Weber, ZEW-Studienleiter und Professor an der Universität Mannheim. Die Umfrage unter knapp 3.100 Teilnehmern sei zwar nicht repräsentativ, aber dennoch aussagekräftig.

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Im Jahr 2016 gaben 56 Prozent der Befragten an, das Niedrigzinsumfeld beeinflusse nicht ihr Sparverhalten. 2017 zeigen sich bereits 64 Prozent davon unbeeindruckt. Es scheint eine Gewöhnung einzutreten, stellen die Autoren fest. Denn Tagesgeld erfreut sich seit Jahren weiterhin steigender Beliebtheit.

"Die Deutschen haben ihr Anlageverhalten 2008 deutlich geändert. Durch die Krise kam die Wiedergeburt des Tagesgelds", sagt Martin Schmidberger, Leiter Produkt- und Zielgruppenmanagement bei der ING-Diba.

Damit hat sich nach ZEW-Zahlen das Sparvolumen in Deutschland seit 2008 auf mittlerweile knapp 1,2 Billionen Euro mehr als verdoppelt. Eigentlich paradox, weist doch der Biallo-Index seit Jahren fallende Zinsen beim Tagesgeld auf.

Ein bisschen reagieren die Haushalte aber dennoch: "Wertpapiere können die Deutschen zwar nicht, Immobilien aber schon", so Weber. Aktien sind dann eher ein Thema für junge, vermögende Haushalte.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
25,00
1,00%
2.
18,75
0,75%
3.
17,51
0,70%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Die Schmerzgrenze

Die Verfasser der Studie wollten wissen, ob der Null-Prozent-Zins Sparer veranlassen würde, zu handeln. Sinkt der Tagesgeld Zins von 0,4 auf minus 0,1 Prozent, würden 36 Prozent ihr Geld abheben. Bei einem weiteren absenken auf Minus 0,6 Prozent wollen 46 Prozent das Ersparte unter die Matratze legen.

Bei Null scheint die magische Grenze erreicht zu sein, an der für Kunden Schluss mit lustig ist. Wieder ein Paradoxon, denn real gab es in der Vergangenheit immer wieder Verluste. Die Menschen würden in aller Regel "nominal" denken und nicht "real", meint Weber.

Der Teil der Bevölkerung, der auf Aktien setzt, investiert laut Studie riskant. Vom kleinen Aktionär bis hin zum Anleger. Jenseits von 250.000 Euro herrscht ein Übergewicht von Einzelaktien. Alle Gruppen haben hier einen Anteil von mehr als 50 Prozent. "Gerade Kleinaktionäre sollten lieber in Fonds, besser noch ETFs investieren", rät Schmidberger.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de